Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Sie befinden sich hier: Branchen-News

Erweiterungsmaßnahmen an der Biogas-Forschungsanlage der Uni Hohenheim

Die Ökobit GmbH, Föhren, hat mit Erweiterungsarbeiten an der Forschungsbiogasanlage der Universität Hohenheim begonnen. Mit den geplanten Maßnahmen soll die Güllehaltung am Standort Lindenhöfe in Eningen unter Achalm auf der Schwäbischen Alp bei Stuttgart optimiert werden. Die universitäre Forschungsanlage wurde in den Jahren 2008/2009 errichtet. Die Biogasspezialisten der Ökobit GmbH erhielten den Zuschlag für die Optimierung der Güllehaltung im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung. Auftraggeber ist das Land Baden-Württemberg. Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht die Installation eines neuen, größeren Betonbehälters als gasdichtes Gärproduktlager (GPL) sowie der notwendigen technischen Ausstattung. Darüber hinaus sind die Föhrener auch für den gesamten Rohrleitungsbau, die Anbindung an die Bestandsanlage sowie den Umbau der Gülleverteilung und des Separationsbereichs verantwortlich. Das neue GPL wird während des Betriebs der Biogasanlage aufgebaut und in die bestehende Struktur eingebunden. Ziel der Modernisierungsmaßnahmen ist es, die Forschungsanlage auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und damit ihre Effizienz und Umweltfreundlichkeit zu steigern. Zum Beispiel lässt sich durch eine stärkere Ausgasung und die gasdichte Lagerung der Gärprodukte die Methan-Emissionen verringern. Auch Ammoniak-Emissionen würden reduziert, weil die Gärprodukte vor der Separierung im beheizten Lager abkühlen können. Weiterer Vorteil der modernisierten Güllehaltung ist, dass mit dem Bau des neuen Behälters die Gärreste bis zu neun Monate gelagert werden können. Daraus ergibt sich eine verbesserte Abbaueffizienz und eine optimale Nutzung des im Gärrest verbliebenen Restgaspotenzials. Durch eine Erhöhung der Gesamtverweildauer der flüssigen Gärreste im gasdichten System kann die Gasausbeute weiter gesteigert werden. Nicht zuletzt wird auch eine längere Speicherung des produzierten Gases selbst möglich werden. Eine Vollspeicherung von bis zu 17 h für die gesamte produzierte Gasmenge führt unter anderem zu flexibilisierten Stromeinspeisungsvarianten. Zielsetzung der Forschung ist es, das BHKW zukünftig lastflexibel entlang vorgegebener Bedarfskurven zu betreiben und den Einfluss auf die Emissionen und den Wirkungsgrad zu bestimmen. Derzeit wird der Wirtschaftsdünger aus den Stallungen der Versuchsstation in der Forschungs-Biogasanlage zusammen mit nachwachsenden Rohstoffen vergoren. Das Gärprodukt wird gleich nach dem Verbleib im Nachgärer einer Feststoffabtrennung unterzogen. Der Flüssiganteil wurde bisher in sechs offenen Güllebehältern bis zur Ausbringung zwischengelagert, was teilweise zu unerwünschten Methan-, Ammoniak- und Geruchsemissionen führte. In Zukunft wird das vergorene Material erst kurz vor der Ausbringung separiert. Vier der sechs bestehenden Güllelagerbehälter der Forschungsanlage werden aus der Nutzung genommen und derzeit zurückgebaut. An ihrer Stelle wird das neue, gasdichte Gärproduktlager gebaut und an die Gasstrecke der Biogasanlage angebunden. Die höhere Lagerkapazität des neuen Behälters mit seinen 6 mal 32 m und einem Bruttovolumen von 4 824 m3 ermöglicht den Betreibern der Anlage unter anderem einen energieäquivalenten Austausch von Substraten und Substratmengen. Das heißt, es können größere Mengen weniger ergiebiger Substratbestandteile - zum Beispiel Pferdemist, Gras aus extensiver Nutzung, Versuchspflanzen und anderen - eingesetzt werden. Trotz deren geringerer Energiedichte wird, so der Plan, die produzierte Biogasmenge konstant bei jährlich 1,14 Mio. m3 bleiben. Dabei kann der betriebseigene Flüssigmist vollständig mitverwertet werden. www.oekobit-biogas.com

Meistgelesen

Novellierung der 12. BImSchV in Sicht

Herstellung von Phosphorsäure aus Klärschlammasche

Novelle des Batteriegesetzes – Verbot von Quecksilber und Cadmium