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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Verkehrsflächen mit berechenbarer Verdunstungsrate

Der Entwurf des Arbeitsblattes DWA-A 102/BWK-A 3 „Grundsätze zur Bewirtschaftung und Behandlung von Regenwetterabflüssen zur Einleitung in Oberflächengewässer“ vom Oktober 2016 rückt den lokalen Wasserhaushalt und die Niederschlagsbilanz in den Fokus der Siedlungsentwässerung. In vielen Fällen wird der Verdunstungsanteil neu erschlossener Flächen mehr als doppelt so hoch sein müssen, als bisher üblich. Bei künftigen Planungsvorgaben spielen daher wasserdurchlässige Pflasterflächen mit deutlich erhöhter Verdunstungsleistung eine zentrale Rolle.


Lkw-Zufahrten, Ladezonen und andere Freiflächen in Industriegebieten müssen befestigt sein. Gewerbegrundstücke sind in der Regel groß, und trotzdem fehlt oft für die Versickerung des Regenwassers in bewachsenen Mulden der Platz.

Lkw-Zufahrten, Ladezonen und andere Freiflächen in Industriegebieten müssen befestigt sein. Gewerbegrundstücke sind in der Regel groß, und trotzdem fehlt oft für die Versickerung des Regenwassers in bewachsenen Mulden der Platz.

Laut Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes ist die für Siedlung und Verkehr täglich neu beanspruchte Fläche von 129 ha im Jahr 2000 auf aktuell die Hälfte gesunken. Als ehrgeiziges Ziel der im Januar dieses Jahres vom Bundestag verabschiedeten neuen „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ gilt es, den Tageswert bis zum Jahr 2020 auf 30 ha zu senken.

Wasserbilanz als Planungsvorgabe

Mit Blick auf den gesamten Wasserhaushalt eines Siedlungsgebietes ist es bedenklich, dass von der täglich neu beanspruchten Fläche 43 bis 50 % versiegelt sind. Selbst bei Erreichen des Ziels werden noch immer rund 14 ha am Tag vom natürlichen Wasserhaushalt ausgeschlossen. Deshalb sind künftig, wenn Baugebiete neu erschlossen werden, Veränderungen der Wasserbilanz zu vermeiden. So verlangt es das technische Regelwerk für Misch- und Niederschlagswassereinleitungen, das gemeinsam von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, und Abfall (DWA) und dem Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) mit dem Entwurf des DWA-A 102/BWK-A 3 im Oktober 2016 fortgeschrieben wurde.
Übergeordnetes Ziel des Regelwerks ist es, die Veränderung des natürlichen Wasserhaushalts durch Siedlungsaktivitäten so gering zu halten, wie es ökologisch, technisch und wirtschaftlich vertretbar ist. Zudem sind Oberflächengewässer zu schützen, in qualitativer wie quantitativer Hinsicht, und zugleich das lokal festgestellte Verhältnis von Abfluss, Grundwasserneubildung und Verdunstung der Siedlungs- und Verkehrsfläche auch nach der Bebauung zu erhalten. Dies bedeutet, dass in den meisten Regionen Deutschlands mindestens 45 % des Jahresniederschlages verdunsten müssen. Ortsspezifische Werte können aus dem „Hydrologischen Atlas Deutschlands“ oder aus regionalen Wasserhaushaltsbilanzen entnommen werden, sofern diese für das Plangebiet vorliegen.

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