Wiederverwertung von Abfällen

Im Jahr 2010 erwarb die Danpower GmbH eine Biogasanlage in Bad Köstritz/Thüringen. Eine technische Neuerung stellt die Entpackungsanlage dar. Diese soll die Annahme von verpackten Abfällen, wie beispielsweise verdorbene und überlagerte Lebensmittel, ermöglichen. Die Entpackungsanlage trennt die verpackten Abfälle in verwertbare Biomasse und Fremdstoffe. Während die organischen Komponenten für die Biogasproduktion herangezogen werden, gelangen die ausgepressten Verpackungen in die Wiederverwertung. Mit Hilfe des FluidEx 600 der HSM GmbH + Co. KG aus Frickingen können auch gefüllte PET-Flaschen und Getränkekartons verwertet werden.


Die Danpower GmbH mit Sitz in Potsdam sieht im Bereich Biogas einen entscheidenden Wachstumsfaktor der Zukunft. Derzeit sind 25 Biogasanlagen in Betrieb, eine davon steht in Bad Köstritz/Thüringen. Hier werden überschüssige, verpackte und unverpackte Lebensmittel oder die, deren Verfallsdatum erreicht ist, sinnvoll in Energie umgewandelt. Fahrzeuge mit Mülltonnen und Containern gefüllt mit derlei Lebensmitteln fahren täglich ein und aus. Transporter liefern palettenweise PET-Flaschen und Getränkekartons mit Saft, Milch oder ähnlichen Stoffen.

Bis zu 30 000 t verpackte und unverpackte Lebensmittelreste werden in der Biogasanlage in Bad Köstritz jährlich verarbeitet, 5 000 t allein davon entleert der HSM FluidEx 600.

Bis zu 30 000 t verpackte und unverpackte Lebensmittelreste werden in der Biogasanlage in Bad Köstritz jährlich verarbeitet, 5 000 t allein davon entleert der HSM FluidEx 600.


Das Entleeren und Verdichten der Verpackungen ist eine notwendige Maßnahme zur Aufbereitung. In der Entpackungshalle befindet sich eine große Anlage, die dank Förderbänder von Station zu Station die Lebensmittelreststoffe zerkleinert, sortiert und reinigt. Dicht an der Anlage steht eine kompakte und platzsparende Maschine. Es ist der FluidEx 600 von HSM. Gleich neben ihm warten sauber aufgereiht Paletten mit vollen PET-Flaschen und Getränkekartons, die über einen großen Einfülltrichter eingeworfen werden sollen.
Nun kann der effektive Entleerungs- und Verdichtungsprozess beginnen. Die Flaschen und Getränkekartons werden von zwei Wellen eingezogen. Zwei weitere Wellen aus spezialgehärtetem Stahl perforieren die Verpackungen in Sekundenschnelle, so dass die Flüssigkeit austreten kann. Hier spalten sich dann die Recyclingwege: Zum einen wird das perforierte Verpackungsmaterial durch eine Schnecke gezielt abgeführt und weiter ausgepresst. Die Gebinde werden auf diese Weise bis zu 98 % entleert. Die ausgepressten Verpackungen werden der Wiederverwertung zugeführt. Zum anderen wird die gewonnene Lebensmittelflüssigkeit mit Hilfe eines integrierten Filtersystems von Plastiksplittern und Etiketten gereinigt und fließt in ein Auffangbecken im äußeren Bereich der Maschine. Das metallene Becken ist durch Wände unterteilt, wodurch unerwünschte Partikel herausgefiltert werden und nur eine partikelfreie Flüssigkeit zur nächsten Station gelangt, um später in Biogas umgewandelt zu werden. Aus den gefilterten Reststoffen entsteht in der Folge Kunstdünger.

Der Weg zum Biogas

Und somit beginnt der Gewinnungsprozess. Die in der „Entpackungshalle“ gewonnene und gereinigte Lebensmittelflüssigkeit gelangt nun zur eigentlichen Biogasproduktion. Die separierte Biomasse wird mittels Spiralwärmeübertrager auf 70 °C erhitzt, um von potenziellen Krankheitserregern befreit zu werden. Im Anschluss daran muss das organische Material im Hauptfermenter bei einer Temperatur von 42 °C abgebaut werden. In Folge dessen gärt das produzierte Biogas im Gasspeicher nach. Ein weiterer wichtiger Schritt ist nun die Entschwefelung und Entfeuchtung. Abschließend durchläuft dann das Biogas für einen letzten Reinigungsprozess den Aktiv-Kohle-Filter.
Die gewonnene elektrische Energie kommt komplett dem öffentlichen Stromversorgungsnetz zugute; die thermische Energie wird an das Chemiewerk in Bad Köstritz abgegeben. Die flüssigen sowie festen Gärstoffe können als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Die Verwertung von Rohmaterial

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Gleich neben dem HSM FluidEx 600 warten Paletten mit vollen PET-Flaschen und Getränkekartons, die über einen großen Einfülltrichter eingeworfen werden sollen.

Bis zu 30 000 t verpackte und unverpackte Lebensmittelreste werden so in der Biogasanlage in Bad Köstritz jährlich verarbeitet, 5 000 t allein davon entleert der HSM FluidEx 600. Acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche ist die Maschine im Einsatz. Dabei ist der HSM FluidEx 600 eigens für den Kunden angepasst worden. Technische Feinheiten konnten im Laufe des Einsatzes bis ins kleinste Detail weiterentwickelt werden und räumen der kraftvollen und platzsparenden Maschine einen nicht mehr wegzudenkenden Platz ein.
Jürgen Schleinitz, Leiter der Biogasanlage, blickt auf eine 20-jährige Erfahrung in der Abfallwirtschaft zurück. Er hatte bereits vor seiner Zeit bei der BGA Biogas 2 GmbH, dem Betreiber der Anlage, sehr positive Erfahrungen mit HSM-Maschinen gemacht. „Ich kannte bereits die Produkte von HSM und war von Qualität und Service überzeugt. In Folge der Anschaffung haben wir den HSM FluidEx 600 für unseren speziellen Nutzen weiterentwickelt.“ An der Maschinenweiterentwicklung, die eigens auf die Anforderungen der BGA Biogas abgestimmt ist, hat er nicht unerheblich mithelfen können. Denn im täglichen Gebrauch eröffnen sich neue Herausforderungen. „Hier konnten wir unsere Erfahrungen und Anforderungen gezielt mit der technischen Abteilung von HSM abstimmen“, so Schleinitz. Die kurzen Kommunikationswege und die hohe Servicequalität sind weitere wichtige Gründe, warum sich BGA Biogas für HSM und den HSM FluidEx 600 entschieden hat. „Wir sind rundum zufrieden mit HSM. Angefangen von der Projektierung bis hin zur Betreuung durch den Vertrieb und von der Installation der Anlage bis zum Service. Es ist eine gewachsene Beziehung, die uns sehr wertvoll ist.“