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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Phosphorrückgewinnung mittels Kristallisationsverfahren

Gleichzeitig hat die gesunkene Phosphorkonzentration im Zentratwasser in der Praxis positive Auswirkungen auf den Kläranlagenbetrieb: Zur Phosphorentfernung aus der Flüssigphase ist zum einen, bezogen auf den gesamten Abwasserstrom, ein geringerer Fällmitteleinsatz notwendig. Es kommt zu geringeren Überschussschlammmengen, und die Entsorgungskosten sinken. Zum anderen wird auch die Anreicherung des Überschussschlamms mit Phosphor verringert, was bei dessen Weiternutzung Vorteile hat. „Derzeit wird der ausgefaulte Klärschlamm der Neuburger Kläranlage als Ersatz-Brennstoff für die Zementklinkerherstellung entsorgt. Phosphor in hohen Konzentrationen im Brennstoff erhöht den Produktionsaufwand für eine optimale Qualität des Produktes. Ein P-abgereicherter, getrockneter Klärschlamm ist deutlich besser geeignet“, so Mitsdoerffer. Durch den Bau der Phosphorrückgewinnungsanlage ergeben sich in der Kläranlage geringere Entsorgungskosten.

Abwasser-Innovationspreis

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat das Projekt mit dem Abwasser-Innovationspreis 2016 ausgezeichnet und unterstützt es mit bis zu 530 000 €. Für die Ingenieure steht die größte Herausforderung jedoch noch bevor: die Übertragung der Ergebnisse und Randbedingungen der Versuchs- auf die großtechnische Anlage. Mit der Inbetriebnahme ist im Jahr 2018 zu rechnen. Das Verfahren eignet sich auch für kleinere Kläranlagen und hat somit eine Signalwirkung für andere Kommunen.

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Autoren

Dr.-Ing. Ralf Mitsdoerffer

GFM Beratende Ingenieure GmbH, München
E-Mail: mits@gfm.com

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