Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 3 von 3

Industriebrachen erfolgreich revitalisieren

In dieser Weise erfolgte die Analyse des stillgelegten Geländes hinsichtlich Rückbau und Sanierung, darauf aufbauend die Erstellung eines Rückbau- und Sanierungskonzeptes, die Koordination des Rückbaus des Geländes und unter Berücksichtigung wiederverwertbarer Materialien die Erarbeitung des Konzepts der Neubebauung. Auch eine bei den früheren Voruntersuchungen nicht identifizierte Belastung durch asbesthaltige Kittfugen und durch Produktionsrückstände konnten das Rückbauprojekt nicht bremsen. Durch die Strukturierung des Vorgangs in Entkernung und Sanierung mit Separation belasteter Bauteile, sowie einem selektiven Rückbau der entkernten und sanierten Gebäude und einer effektiven Arbeitsschutzkoordination konnte außerdem während des gesamten Projektes eine sehr hohe Arbeitssicherheit gewährleistet werden, so dass keine Arbeitsunfälle zu beklagen waren. Momentan werden bereits die Ersatzteile eingelagert. Etwa zwei bis drei Monate soll es dauern, bis die rund 13 Fußballfelder große Halle und das rund 126 000 m³ große Lagervolumen gefüllt sind. Dem wird sich ein Probebetrieb anschließen. Die offizielle Eröffnung und der volle Betrieb sind noch für dieses Jahres geplant.
Die aufgeführten Projekte zeigen beispielhaft, welche aussichtsreichen Chancen für einen Neuanfang sich aus den Folgen des Strukturwandels ergeben können. Mit der erfolgreichen Revitalisierung stillgelegter Produktionsstandorte eröffnen sich für Kommunen wertvolle städtebauliche Entwicklungsoptionen. Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen und nachhaltigen Erfolg von Liegenschaftskonversionen sind ein zeitnaher, sorgfältig geplanter Rückbau, eine auf die zukünftige Flächennutzung abgestimmte Altlastensanierung und die synchron dazu verlaufende Liegenschaftsentwicklung. Werden diese Prozesse professionell und flexibel gesteuert, lassen sich Erlöse generieren, mit denen die Stilllegungs-, Rückbau-, Sanierungs- und Baufreimachungskosten komplett oder zum großen Teil kompensiert werden können. Am Ende wird damit Nachhaltigkeit ganzheitlich erfüllt – ökonomisch, ökologisch, sozial – und macht somit alle Projektbeteiligten zu Gewinnern.

Seite des Artikels
Autoren

Dr. Karl Noé

Arcadis Germany GmbH, Darmstadt,
Karl.Noe@arcadis.com

 Stephan Dolata

Arcadis Germany GmbH, Darmstadt, 
Stephan.Dolata@arcadis.com

Verwandte Artikel

Phosphorrückgewinnung mittels Kristallisationsverfahren

Wiederverwertung von Abfällen

Recycling von Leistungselektronik aus Elektrofahrzeugen

Textilfilter für Wertmetalle

Aufbereitung von Altholz