Aufbereitung von Altholz

Vor dem Hintergrund des nicht einfachen Altholzmarktes spielt eine zielgerichtete, effektive Aufbereitung eine immer größere Rolle. Die Komptech GmbH aus Frohnleiten hat sich in den vergangenen Jahren mit der dahinter stehenden Technik auseinandergesetzt und kann auf dieser Basis auch wirtschaftlich vertretbare Lösungen anbieten. Der Altholzmarkt in Deutschland leidet schon seit mehr als einem Jahr an einem Überangebot an Material, das von den Verwertern nicht in vollem Umfang abgebaut werden kann.


Mit dem Sternsieb „Multistar One“ lässt sich Altholz aufbereiten. Überlängen werden bei gleichzeitiger Abtrennung der Nutzfraktion wieder in den Zerkleinerer zurückgeführt.

Mit dem Sternsieb „Multistar One“ lässt sich Altholz aufbereiten. Überlängen werden bei gleichzeitiger Abtrennung der Nutzfraktion wieder in den Zerkleinerer zurückgeführt.

Milde Winter, längere Ausfallzeiten bei Kraftwerken oder stark zunehmende Mengen aus der Sammlung und der Bauwirtschaft sind nur einige der Gründe, die zu dieser Situation beigetragen haben.
Gerade daher wird eine effektive und zielgerichtete Aufbereitung immer wichtiger, um – unabhängig von einer stofflichen oder thermischen Verwertung – die geforderten Produktqualitäten in einem noch vertretbaren Rahmen erreichen zu können. Auch vor diesem Hintergrund hat sich Komptech seit längerem intensiv mit verschiedenen Techniken der Altholzaufbereitung beschäftigt.

Qualität steht im Vordergrund

Bei der Aufbereitung ist Einiges zu beachten. Das beginnt bei der Belastung mit Schadstoffen, was die Einstufung in die unterschiedlichen Altholzkategorien AI bis AIV und die Sonderkategorie PCB-Altholz zum Ausdruck bringt.
Mindestens genauso wichtig – auch für die verschiedenen Verarbeitungsschritte – ist die Herkunft des Holzes: Ob aus der Sperrmüllsammlung, als Verpackungs- oder als Abrissmaterial – es wird kaum sortenrein angeliefert, sondern ist mehr oder weniger stark mit Fremd- und Störstoffen belastet. Dazu zählen insbesondere metallische Störstoffe, aber auch Plastik und viele andere Materialien.
In der Verwertungsschiene hat die stoffliche Nutzung Vorrang vor der thermischen Verwertung. Die Spanplattenherstellung kann bei der stofflichen Verwertung als typischer Einsatzbereich genannt werden, wo Frischholz zunehmend durch aufbereitetes Recyclingholz ersetzt wird. Doch unabhängig von der Art der Verwertung steht die Qualität der Endprodukte im Vordergrund. Möglichst ohne Fremdstoffe, ohne oder nur mit geringem Feinanteil sowie ein möglichst homogenes, definiertes Endprodukt – so lauten die generellen Anforderungen an die Aufbereitungstechnik.

Langsamläufer mit Vorteilen

Komptech hat unterschiedliche Aufbereitungsverfahren mit Blick auf die Produktausbeute und die Betriebskosten untersucht. In Versuchen mit schnell und langsam laufenden Zerkleinerern wurden der Durchsatz, der Energieverbrauch der Maschinen und die Korngrößenverteilung durch eine nachfolgende Siebung ermittelt. Zur Abschätzung der Betriebskosten stellte das Unternehmen eine einstufige Aufbereitung mit Schnell- und Langsamläufer einer zweistufigen Variante mit Langsamläufer und Siebanlage zur Überkornrückführung gegenüber.

Dabei betrachteten die Verantwortlichen drei verschiedene Anlagengrößen: Bei Anlagen mit 15 000 t/a Durchsatzleistung zeigen die ein- oder zweistufigen Verfahren die gleichen Betriebskosten, während bei einer Durchsatzleistung von 30 000 und 50 000 t/a die zweistufige Variante mit einem Sieb zur Rückführung der Überlängen in die Zerkleinerung die wirtschaftlichere Lösung darstellt. In dem Zusammenhang ist die Widerstandsfähigkeit der Langsamläufer, wie „Crambo“ und „Terminator“, gegenüber den metallischen Störstoffen, die je nach Größe und Mengenanteil bei Schnellläufern wie dem „Axtor“ trotz der freischwingenden Werkzeuge auf Dauer zu erhöhtem Verschleiß und zu Beschädigungen führen können, von Bedeutung.

Wirtschaftlichste Variante

Mit dem neuen Sternsieb „Multistar One“ lässt sich die Altholzaufbereitung am effektivsten lösen. Die Zerkleinerungsarbeit erledigt ein vorgeschalteter Crambo oder ein Terminator. Das Abtrennen einer definierten Nutzfraktion bei gleichzeitiger Rückführung der Überlängen in den Zerkleinerer ist dann die Aufgabe der neuen Siebes: Ausgerüstet mit einem Aufgabebunker zur exakten Materialübergabe auf das großdimensionierte Siebdeck, einem Abwurfband mit 4 m Abgabehöhe und einem Rückführband mit 220 ° Schwenkradius, schafft die neue Maschine eine Durchsatzleistung von bis zu 200 m3/h.
Der Strom für die elektrischen Antriebe kommt entweder direkt vom Netz oder über die Kombination aus einer zusätzlichen Hydraulikpumpe am Zerkleinerer und einem Hydraulikgenerator am Sternsieb. Der kompakte Hakenliftrahmen und die flexible Aufstellung durch die variablen Förderbänder ermöglichen in Kombination mit dem elektrischen Antrieb hohe Wirtschaftlichkeit.