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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Irans Abfallwirtschaft hat Modernisierungsbedarf

Irans Abfallwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten nur geringe Fortschritte erzielt. Die kommunale Müllverwertung beschränkt sich im Wesentlichen auf ein begrenztes Recyceln organischer Stoffe. In einigen Städten sammeln die kommunalen Entsorgungsunternehmen auch andere Wertstoffe, aber die Recyclingquoten bewegen sich auf niedrigem Niveau. Zur Modernisierung des Abfallsektors sollen private Investoren gewonnen werden. Waste-to-Energy (WTE)-Projekte erhalten attraktive Einspeisevergütungen.


Die großen Städte im Iran trugen 2015/2016 zum Siedlungsmüllaufkommen mit über 5,6 Mio. t bei. Allein in der Hauptstadt Teheran waren es über 2,9 Mio. t.

Die großen Städte im Iran trugen 2015/2016 zum Siedlungsmüllaufkommen mit über 5,6 Mio. t bei. Allein in der Hauptstadt Teheran waren es über 2,9 Mio. t.

Die Datenlage zur Entwicklung der iranischen Abfallwirtschaft ist schwierig, selbst die Statistiken der zuständigen Stadtverwaltungen basieren häufig auf teilweise vagen Schätzungen. Nach Kalkulationen der Tehran Waste Management Organization (TWMO) lag 2015/2016 das landesweite Aufkommen von Siedlungsmüll wie Haushaltsabfälle und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle bei etwa 18 Mio. t, davon entfielen auf städtische Regionen fast 80 % (14 Mio. t). Die städtische Bevölkerung produzierte mit jährlich 245 kg pro Kopf über 30 % mehr Müll als die ländliche. Der Anteil der hausmüllähnlichen Gewerbeabfälle am Siedlungsabfall wird auf 25 bis 30 % geschätzt.
Die zum Innenministerium gehörende Municipal and Rural Management Organization schätzt das Siedlungsmüllaufkommen höher als die TWMO, auf etwa 20 Mio. t. Im Durchschnitt produziert jeder Iraner täglich 700 g Müll. Nur 3,2 Mio. t Wertstoffe würden recycelt.
Die großen Städte trugen 2015/2016 zum Siedlungsmüllaufkommen mit über 5,6 Mio. t bei, so die Schätzung der TWMO. Allein in der Hauptstadt Teheran waren es über 2,9 Mio. t, es folgten Mashad mit 0,7 Mio. t sowie Tabriz, Isfahan, Karaj und Shiraz mit jeweils 0,4 Mio. t, Ahvaz mit 0,3 Mio. t und Qom mit 0,2 Mio. t.

Recyclingquoten sollen deutlich steigen

Iran strebt eine deutliche Steigerung der Recyclingquoten an. Als Zielgrößen bei Siedlungsabfällen werden 60 % für organische Abfälle und 40 % für Festmüll genannt. Diese Recyclingquoten sollten schon 2015/16 erreicht sein, aber die aktuellen Werte liegen weit unter den Zielmarken. Nach TWMO-Kalkulationen wurden 2015/2016 in den städtischen Regionen etwa 25 % der organischen Abfälle recycelt und 9 % des Festmülls, für das gesamte Land werden 15 beziehungsweise 7 % geschätzt.

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Autoren

 Robert Espey

GTAI Teheran, www.gtai.de/Iran

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