Absauganlage sorgt für sichere Prozesse

Die bei vielen Produktionsvorgängen entstehenden Stäube stellen eine Gefahr für die Gesundheit der Mitarbeiter sowie auch für die Betriebssicherheit dar. Es gilt, die gesetzlichen Arbeitsschutz-Grenzwerte gemäß den Technischen Regeln für Gefahrstoffe sowie die EU-Richtlinie 2008/50/EG bezüglich der Abgabe an die Außenluft einzuhalten. Die Suet Saat- und Erntetechnik GmbH, Eschwege, hat daher insgesamt neun Absaugeinrichtungen der Kaweha Anlagentechnik GmbH, Lohfelden, in Betrieb. Diese saugen und filtern die Partikel direkt an der Quelle der Entstehung ab.


Das durchgängig antistatisch leitfähige System transportiert den Staub mit einem Luftstrom von 4 000 bis 20 000 m³/h über längsgeschweißte Stahlrohre mit einem Durchmesser von 80 bis 630 mm zu den Filteranlagen.

Das durchgängig antistatisch leitfähige System transportiert den Staub mit einem Luftstrom von 4 000 bis 20 000 m³/h über längsgeschweißte Stahlrohre mit einem Durchmesser von 80 bis 630 mm zu den Filteranlagen.

Zu einer hohen Saatgutqualität gehört, dass die Körner möglichst staubfrei und abriebfest sind. Um die Keimfähigkeit zu steigern, und den Ernteertrag zu optimieren, wird das bei Suet angelieferte Saatgut gereinigt, pilliert und inkrustiert. Anschließend wird es mit Insektiziden imprägniert, so dass auf den Feldern später weniger Pflanzenschutzmittel versprüht werden müssen. Bei vielen dieser Schritte entstehen jedoch Stäube, die direkt an der Quelle ihrer Entstehung abgesaugt und gefiltert werden müssen. Zu diesem Zweck sind vor Ort neun durchgängig antistatisch leitfähige Anlagen von Kaweha verbaut, die mit einem Luftstrom von 4 000 bis 20 000 m³/h die feinen Partikel des organischen Materials über längsgeschweißte Stahlrohre mit einem Durchmesser von 80 bis 630 mm zu den Filteranlagen transportieren. Dort wird das organische und anorganische Material von der Luft separiert und aufgefangen.
Die Luftreinhaltung gewährleistet somit nicht nur die Sortenreinheit der Produkte. Sie verhindert auch, dass das Personal die teilweise gesundheitsschädlichen Stoffe einatmet. „Durch die Installation einer entsprechenden Anlage sind wir in der Lage, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten, die sowohl für den Arbeitsschutz als auch für die Abgabe der gereinigten Luft nach außen gelten“, erläutert Björn Ruelberg, der bei Suet für die technischen Dienste zuständig ist. „Gleichzeitig sorgen wir so für sichere Prozesse und verhindern, dass die Produktion ungeplant zum Stillstand kommt.“ Denn da elektronische Komponenten und optische Sensoren eine wichtige Rolle für die Qualität der Abläufe spielen, sollten diese möglichst nicht verstauben. Neben den Vorteilen der Luftreinhaltung profitiert das Unternehmen auch davon, dass die Anlagen das bei der Pillierung übrig bleibende, teure Hüllmaterial herausfiltern, so dass dieses wiederverwendet werden kann.

Auslegung und Sicherheitsvorkehrungen

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Neben der Luftreinhaltung profitiert der Saatgutveredler auch davon, dass die Anlagen das bei der Pillierung übrig bleibende, teure Hüllmaterial herausfiltern. Anschließend lässt sich dieses wiederverwenden.

Im Vorfeld analysierte das Expertenteam von Kaweha die Produktionsprozesse und Abläufe vor Ort und erstellte aus den gewonnen Daten und Informationen gemeinsam mit dem Saatgutspezialisten ein bedarfsgerechtes Absaugkonzept, das in ein maßgeschneidertes Anlagenlayout übertragen wurde. Besonderes Augenmerk legte Kaweha dabei auf Maßnahmen zum Brand- und Explosionsschutz: „Es gibt zahlreiche warnende Beispiele von Betrieben, in denen Staubexplosionen erhebliche Schäden angerichtet haben“, so der Projektleiter Klaus Schlingmann.

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Die installierten Absauganlagen sind mit diversen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet. Sie sorgen für einen reibungslosen Betrieb bei Suet und verhindern, dass die Produktion ungeplant zum Stillstand kommt.

Deshalb arbeitet das Unternehmen in diesem Bereich mit Thomas Enge zusammen, der als befähigte Person mit besonderen Kenntnissen auf dem Gebiet Brand- und Explosionsschutz die gesamte Anlage nach §15 Betriebssicherheitsverordnung überprüft.
„Schon die exakte Auslegung der Anlagen verhindert die Ablagerung von Stäuben im Rohrsystem und senkt damit das Verpuffungsrisiko“, sagt Schlingmann. So gewährleistet die sich bis zur letzten Ansaugstelle verjüngende Leitung eine gleichbleibende Luftgeschwindigkeit von mehr als 20 m/s, die das gesamte System freihält. Alle Filteranlagen und Verrohrungen, bei denen eine staubexplosive Atmosphäre entstehen kann, sind darüber hinaus mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. „Dazu gehören neben einer druckstoßfesten Ausführung auch Explosionsrückschlagklappen, Berstscheiben, explosionsdurchschlagsichere Zellenradschleusen sowie die ständige Überwachung der Temperatur“, so der Projektleiter.

Einhaltung der Grenzwerte

Die Anlage in ihrer heutigen Form ist mit den Anforderungen stetig gewachsen: Als am Standort in Eschwege kurzfristig die Produktion hochgefahren werden musste, war das vorhandene Absaug- und Filtersystem mit den zusätzlichen Staubmengen überfordert. Kaweha installierte daraufhin eine neue Anlage sowie weitere Absaugstellen. „Von der Planung bis zur Umsetzung vergingen nur wenige Wochen“, berichtet Ruelberg. Grundsätzlich verläuft die Wartung des Systems sowie der darin verbauten Komponenten seit Jahren reibungslos. „Die Filteranlagen werden mindestens einmal jährlich von unseren Monteuren überprüft. Das gewährleistet eine zuverlässige Einsatzbereitschaft der gesamten Vorrichtung“, berichtet Schlingmann. Mit den verwendeten Filtern ist Suet sehr zufrieden: „Wir kommen zwei bis drei Jahre ohne einen Wechsel aus“, bestätigt Ruelberg. In der Vergangenheit gab es keine Probleme mit der Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte bei der Außenluft und die saubere Luft in den Produktionsstätten schlägt sich zudem positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter nieder.