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Ausgewählte Ausgabe: 07-08-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Auf Kurs in Richtung Klimaschutz

Welche Auswirkungen hat das eigene Handeln auf das Klima und die Umwelt? Diese Frage ist gerade für Logistikunternehmen und ihre Kunden zunehmend relevant. Die Hermes Germany GmbH, Hamburg, setzt sich dafür ein, die CO2-Emissionen entlang der Lieferketten zu reduzieren – und zwar auf allen Wegen. Als Mitglied der Brancheninitiative Clean Cargo Working Group (CCWG) hilft der Transportdienstleister zum Beispiel mit, die Containerschifffahrt nachhaltiger zu gestalten.


Ein nachvollziehbarer CO2-Ausstoß bei Seefracht vereinfacht das Erstellen von Umwelt-Bilanzen.

Ein nachvollziehbarer CO2-Ausstoß bei Seefracht vereinfacht das Erstellen von Umwelt-Bilanzen.

Rund 90 % des Welthandels werden heute über den Seeweg abgewickelt – und die Zahl der Frachttransporte steigt stetig an. Bis zum Jahr 2020 rechnet das Umweltbundesamt mit einem jährlichen Zuwachs von 2 bis 3 % bei den weltweiten Schiffsbewegungen. Dieses Wachstum ist ein Treiber der globalen wirtschaftlichen Entwicklung, hat jedoch auch gravierende Auswirkungen auf das Klima und die Ökosysteme der Meere. 7 % der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Containerschifffahrt. Führende Akteure des Seecontainerverkehrs, darunter Reedereien, Verlader und Logistikdienstleister, haben sich deshalb in der CCWG zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel ist es, standardisierte Methoden auszuarbeiten, mit denen sich die Umweltbelastung messen lässt. Eine transparente und verursachergerechte CO2-Bilanzierung gibt den Dienstleistern und ihren Kunden die Möglichkeit, die Emissionen je Transportweg zu minimieren, und den Seefrachtverkehr insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Die Daten der Initiative aus dem Jahr 2016 belegen insgesamt eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes um 8 % pro Kilometer und Standard-Container gegenüber dem Vorjahr.

Transparenz durch verlässliche Daten

Zu den 45 Mitglieder der CCWG-Initiative gehören führende Unternehmen des Seefrachtverkehrs. Neben DB Schenker, DHL oder Hapag Lloyd engagiert sich auch Hermes Germany seit 2015 in der Initiative für klimaschonende Logistik. „Für uns stellt es wie für viele andere Unternehmen der Branche eine Herausforderung dar, verlässliche Daten für die CO2-Bilanzierung entlang der Lieferketten zu erhalten“, sagt Ole Björn Kulinski, Process Development Manager – Supply Chain Solutions bei Hermes Germany. „Die Clean Cargo Working Group schafft für uns und unsere Kunden ein hohes Maß an Transparenz.“ Unter anderem bietet sie eine Datenbank mit sämtlichen CO2-Emissionsfaktoren je Carrier und Tradelane. Außerdem werden die durchschnittlichen CO2-Emissionsfaktoren pro Seefrachtroute ermittelt. Dazu erfasst die Arbeitsgruppe von allen Carriern für jedes Schiff über das ganze Jahr hinweg die zurückgelegte Strecke, die maximale Kapazität sowie die Verbräuche.

Geprüfte Datenqualität

Die ermittelten CO2-Faktoren werden jährlich in das unternehmenseigene Data Warehouse von Hermes eingespielt. Dort ist die gesamte Bilanzierungslogik hinterlegt und ermöglicht eine weitgehend automatisierte und standardisierte Ermittlung der Kohlendioxid-Emissionen. „Unsere eigene CO2-Bilanzierung lassen wir zudem regelmäßig von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC überprüfen – mit Erfolg“, so Kulinski. Dies ermögliche eine Dokumentation und Berichterstattung auf hohem Qualitätsniveau und schaffe die Basis für weitere Verbesserungen: „Hermes profitiert auch vom Austausch mit den anderen CCWG-Mitgliedern. Aufgrund von Erfahrungen und Best Practices können wir die eigene Bilanzierungslogik immer weiter optimieren.“ Zweimal jährlich nimmt das Unternehmen derzeit an den Member Meetings teil, berichtet über die eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten und gestaltet die weitere Entwicklung der Initiative in unterschiedlichen Arbeitsgruppen mit.

Carrier nach Klimaschutz-Kriterien auswählen

Für die Kunden des Logistik-Unternehmens ist es künftig leichter, den Faktor Klimaschutz in ihre Planungen und in die Auswahl bestimmter Carrier mit einzubeziehen. „Auf der Basis der gesammelten Daten möchten wir unseren Kunden eine individuelle Auswahlmatrix für den Seefrachtbereich zur Verfügung stellen, das heißt: Der Kunde kann aufgrund von Kosten, Laufzeit und Emissionen seinen favorisierten Carrier auswählen“, sagt Kulinski. Für diejenigen, die eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen möchten, ergeben sich dadurch Vorteile, denn sie müssen keine eigene Lösung für die Bilanzierung von CO2-Emissionen aufbauen. Sind die Ziele und Anforderungen einmal klar festgelegt, kann Hermes die relevanten Daten zur Umweltperformance seiner Kunden monatlich automatisiert zur Verfügung stellen.

Autoren

 Ole Björn Kulinski

Hermes Germany GmbH, Hamburg, olebjoern.kulinski@hermesworld.com

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