Die vierte industrielle Revolution erreicht auch die Entsorgungswirtschaft


Wer sich regelmäßig mit den aktuellen Wirtschaftsthemen beschäftigt, wird in den vergangenen Monaten häufig die Begriffe „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ gelesen beziehungsweise gehört haben. Die vierte industrielle Revolution, die die Arbeits- und Lebenswelt unserer Gesellschaft ebenso grundlegend verändern wird wie einst die Mechanisierung, Elektrifizierung und Computerisierung, hat längst begonnen. Was bedeutet das konkret für die Entsorgungswirtschaft?
Im privaten Bereich kennen wir es alle: Da werden die Bankgeschäfte per App getätigt, die E-Mails mit dem Smartphone versendet, und wo früher mal der Fernseher war, nutzen wir heute Tablet und PC, um uns ganz nach eigenem Bedarf und Geschmack unterhalten zu lassen. Was im Privatleben ohne nachzudenken funktioniert, ist im Arbeitsalltag von Entsorgern allerdings noch nicht flächendeckend angekommen. Hier wird häufig noch auf bewährte Klassiker wie Excel, Telefon und Papier gesetzt. Doch diese Medienbrüche bedeuten Aufwand, ein hohes Fehlerrisiko und dadurch in letzter Konsequenz vermeidbare Kosten. Dabei glauben laut einer Umfrage 1) 55 % der teilnehmenden Entsorgungsunternehmen daran, dass Digitalisierung ihr Unternehmen bereits stark beeinflusst. Sogar 60 % sind sich sicher, dass eine papierlose Arbeitsdurchführung machbar und sinnvoll ist. Wenn aber der Großteil der deutschen Entsorger den Nutzen der Digitalisierung erkennt – woher kommt der Zweifel, sie auch umzusetzen? Zeitmangel und die Angst vor fehlender digitaler Kompetenz sind laut der genannten Umfrage die Hauptgründe für das Zögern. Oft fehlen auch Ideen, wie Digitalisierung in der Entsorgungsbranche umgesetzt werden kann. Dabei ist das Thema längst nicht das Schreckgespenst, zu dem es oft stilisiert wird.
Aktuell profitieren Unternehmen davon, beim Thema Digitalisierung schnell zu sein. Wer als erstes auf die sich ändernden Anforderungen des Marktes und der Kunden reagiert, gewinnt. Die Digitalisierung ist ein absoluter Mehrwert für die Kommunikation – intern und extern. Entsorgungs- und Recyclingunternehmen bekommen dadurch die Chance, jederzeit und überall mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Als Dienstleister sind sie so nah am Kunden und seinen Bedürfnissen.
Blickt man auf die altbewährte Arbeitsweise, lassen sich daraus resultierende Fehler mit einer guten Softwarelösung weitestgehend vermeiden. Einmalige Datenerfassung an einer zentralen Stelle, die für alle Mitarbeiter jederzeit und überall verfügbar ist, steigert die Produktivität und den Komfort. Gerade Unternehmen mit dezentral arbeitenden Mitarbeitern profitieren von einer Anwendung, die mobil und stationär bedienbar ist und dabei jederzeit auf dieselbe Datenbasis zurückgreift.
Eine besondere Notwendigkeit liegt in der elektronischen Rechnung. Hier fallen nicht nur die erheblichen Portokosten weg – auch an dieser Stelle werden Fehlerquellen minimiert und die Mitarbeiter im Backoffice spürbar entlastet.
Ein harmonisierter und dadurch effizienter Workflow innerhalb des Unternehmens ist der eine wichtige Aspekt der Digitalisierung. Ein weiterer ist die direkte Zusammenarbeit mit den Kunden. Die Digitalisierung des Customer Service, zum Beispiel mit Hilfe eines Kundenportales, optimiert die Zusammenarbeit und schafft eine hohe Servicequalität durch permanenten Austausch. Hier bieten Entsorger ihren Kunden einen Ort, an dem relevante Informationen und Dokumente zentral verfügbar und für zugewiesene Anwender nutzbar gemacht werden.
Wie bei den vorangegangenen industriellen Revolutionen der letzten Jahrhunderte gibt es natürlich auch bei der aktuellsten zahlreiche Unkenrufe. Es wird zur Vorsicht ermahnt, das Tempo gedrosselt und abgewunken. Sicher ist: Der Umbruch lässt sich nicht aufhalten, er ist vielmehr bereits in vollem Gange. Wer es jetzt versäumt, auf den digitalen Zug aufzuspringen, wird in nicht allzu ferner Zukunft Probleme kriegen, denn den Wettbewerb und auch die eigenen Kunden zieht es in digitale Arbeitsumgebungen. Jetzt gilt es für Entsorgungsunternehmen, den Anschluss nicht zu verpassen.