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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Planung und Betrieb von Kleinkläranlagen

In Deutschland werden etwa 1,3 Millionen Kleinkläranlagen betrieben. Rund die Hälfte muss, nach Schätzung von Experten, aufgrund der gültigen Gesetzgebung mit einer biologischen Reinigungsstufe nachgerüstet werden. Nach heutigem Stand ist dies eine Alternative zur zentralen Abwasserentsorgung. Der Beitrag beschreibt die Planung, Installation und Betrieb von Kleinkläranlagen, wie die der Otto Graf GmbH aus Teningen.


Zwei Kunststoffbehälter für eine Kleinkläranlage werden in ein Kiesbett gehoben.

Zwei Kunststoffbehälter für eine Kleinkläranlage werden in ein Kiesbett gehoben.

Werksseitig hergestellte Kleinkläranlagen für bis zu 50 Einwohner sind CE-kennzeichnungspflichtige Bauprodukte nach der EU-Bauproduktenverordnung Nr. 305/2011. Die Richtlinie definiert, dass alle Kleinkläranlagen, die innerhalb der EU gehandelt werden, der europäischen Norm EN 12566–3 entsprechen müssen. Darin werden grundlegende Qualitätsstandards, werkseigene Produktionskontrollen und Prüfverfahren festgelegt.
So ist für jede Baureihe eines Herstellers eine praktische 38-Wochen-Prüfung auf einem Prüffeld durchzuführen, bei der die Reinigungsleistung der Anlage bestimmt wird. Der Behältertyp wird zudem auf Standsicherheit, Wasserdichtheit und Brandverhalten geprüft. Ebenso muss die Dauerhaftigkeit des Materials nachgewiesen werden. Die CE-Kennzeichnung ist an einer gut sichtbaren Stelle anzubringen, beispielsweise auf dem Schaltschrank.
Da in der EN 12566–3 keine Grenzwerte oder Bemessungsgrundlagen vorgegeben werden, ist in Deutschland eine bauaufsichtliche Zulassung durch das Deutsche Institut für Bautechnik erforderlich. Erst mit dieser ist sichergestellt, dass die Anlage den Anforderungen aus dem Wasserrecht genügt und in der Lage ist, die geforderten Grenzwerte einzuhalten.

Ablaufklassen

Kleinkläranlagen bis 50 Einwohner

Seit 2005 wird die Leistungsfähigkeit von Kleinkläranlagen in Ablaufklassen eingeteilt. Meist wird dabei lediglich die Reinigungsklasse C, also der Kohlenstoffabbau, gefordert. Diese erfüllt die behördlichen Mindestanforderungen. Welche Klasse für das jeweilige Objekt benötigt wird, legt die zuständige Behörde fest.

Erhöhte Ablaufklassen

Wenn besondere Maßnahmen zum Schutz der Gewässer erforderlich sind, können weitergehende Anforderungen an die Reinigung des Abwassers gestellt werden. Erhöhte Ablaufklassen werden beispielsweise beim Einbau in Karst- und Trinkwasserschutzgebieten sowie bei Einleitung des geklärten Abwassers in sensibles Gewässer verlangt. Die Einteilung von Kleinkläranlagen in Ablauf- oder Reinigungsklassen schafft Transparenz. Die Behörde kann so unterschiedliche Grundwasser- und Gewässersituationen besser berücksichtigen. Auch für Planer, ausführende Betriebe sowie Bauherren hat die Klassifizierung Vorteile und schafft einen besseren Überblick über die Leistungsfähigkeit der am Markt angebotenen Systeme.
Der technische Aufwand bei der Anlagentechnik hält sich bei den Ablaufklassen Nitrifikation (N) und Denitrifikation (D) in Grenzen. Bei vielen Systemen sind lediglich Anpassungen im Verfahrensablauf nötig, die über die elektronische Steuerung realisiert werden können. Höherer Aufwand muss für die Klassen Phosphatentfernung (+P) und Hygienisierung (+H) betrieben werden.

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Autoren

 Christian Schomberg

Otto Graf GmbH, Teningen, mail@graf.info

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