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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Prognose für den Waste-to-Energy-Markt

Der Restabfallmarkt in Deutschland hat sich in den vergangenen beiden Jahren gewandelt. Seit 2015 ist ein Trend mit hoher Anlagenauslastung und deutlich gestiegenen Preisen erkennbar. Die derzeitigen Rahmenbedingungen deuten darauf hin, dass diese Situation in den kommenden Jahren bestehen bleibt. Dabei stehen Neubau- oder Erweiterungsprojekten hohe Importzahlen aus Großbritannien gegenüber. Dies zeigt die Marktprognose in der neuen Studie „Waste-to-energy 2030 (4. Auflage)“ der trend:research GmbH aus Bremen.


Der Markt für Abfälle ist im Umbruch.

Der Markt für Abfälle ist im Umbruch.

Für die Drehung des Marktes in den Jahren 2015 und 2016 waren das steigende Abfallaufkommen im Inland, die größeren Importmengen und die Schließung von Verwertungskapazitäten die ausschlaggebenden Ursachen. Die deutlichen Preissteigerungen resultieren aus dem Kippen des Marktes mit Überkapazitäten hin zu Kapazitätsengpässen.
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Abfallverwertungsanlagen in Deutschland nach Größenklassen.

In Deutschland findet die Verwertung der Restabfälle in unterschiedlichen Einrichtungen statt. Neben den Müllverbrennungsanlagen konkurrieren auch Ersatzbrennstoffkraftwerke, mechanisch-biologische Aufbereitungsanlagen (MBA) und solche zur Mitverbrennung von aufbereiteten Siedlungs- und Gewerbeabfällen um die Inputstoffe. Sie sind dabei über ganz Deutschland verteilt, dabei dominieren im Osten vorwiegend MBA und Ersatzbrennstoffkraftwerke, während im Süden, insbesondere in Bayern, mehrheitlich Müllverbrennungsanlagen für die Verwertung genutzt werden.
Die Betreiber von Waste-to-energy-Anlagen erwarten in den kommenden beiden Jahren zusätzliche Preissteigerungen bei der thermischen Verwertung. Speziell bei Gewerbeabfällen werden die Kosten weiter steigen, da die aktuell bestehenden Engpässe nach Ansicht der Marktteilnehmer bestehen bleiben.

Steigende Auslastung

Die Marktprognose von trend:research, bei der die Entwicklung von Abfallaufkommen und Verwertungskapazitäten als Grundlage für die zukünftige Preisentwicklung genutzt wurde, bestätigt diesen Trend. Während davon auszugehen ist, dass das Abfallaufkommen in den kommenden Jahren leicht weiter steigt, ist trotz neuer Projekte nicht mit einer deutlichen Vergrößerung der Netto-Verwertungskapazität zu rechnen. Damit sich die Investitionen in neue Anlagen rechnen, muss die Auslastung langfristig gesichert sein. Diese wird von vielen Marktteilnehmern aber nicht als gesichert gesehen, da sie mit sinkenden Restabfallmengen und einem steigenden Recyclinganteil rechnen.
Somit wird die Auslastung, die heute schon als hoch einzustufen ist, in den kommenden Jahren weiter steigen, und es wird – zumindest regional – zu Entsorgungsengpässen kommen. Um die Situation zu entschärfen, wäre somit mittelfristig der Neubau oder die Erweiterung von Anlagen erforderlich, bisher sind bereits einige Projekte bekannt.

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Autoren

 Dirk Briese

 Jens Gatena

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