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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Brennstoffe aus Abfall

Das polnische Zementwerk Cemex benötigt für seine Produktion große Mengen Brennstoff. Der extra zu diesem Zweck gegründete Abfallaufbereiter EkoPaliwa Chelm versorgt das Werk auf direktem Wege mit Ersatzbrennstoffen aus Müll. Zur Aufbereitung der Abfälle für die Brennstoffproduktion setzt das Unternehmen zwei Einwellen-Shredder mit Hydraulikantrieb der Weima Maschinenbau GmbH aus Ilsfeld ein.


Die zwei Einwellen-Shredder zerkleinern die Abfälle für die Ersatzbrennstoffproduktion.

Die zwei Einwellen-Shredder zerkleinern die Abfälle für die Ersatzbrennstoffproduktion.

Die Gründung von EkoPaliwa Chelm geht einher mit den Unabhängigkeitsbestrebungen von Cemex Polska. Ziel des globalen Baustoffunternehmens ist es, zu jeder Zeit eine Selbstversorgung mit Brennstoff zu gewährleisten. Auch die Umwelt soll von dem Ersatzbrennstoff profitieren, da durch dessen Einsatz ein geringerer Anteil fossiler Kohle für die Energieerzeugung benötigt wird. CO2-Emissionen werden so verringert. Zudem gelangt weniger Müll auf kommunale Abladeplätze, dadurch werden die aktuellen Bestimmungen der Europäischen Union in Bezug auf die Reduzierung deponierter Abfälle erfüllt.

Steigende Ersatzbrennstoffnachfrage

Um dem Vorhaben gerecht zu werden, nahm das Unternehmen zunächst einen Weima-PowerLine-3000-Einwellen-Shredder samt Sortierungs- und Separierungsanlagen in Betrieb. Schnell überstieg jedoch die Nachfrage an Ersatzbrennstoff das produzierte Angebot. Innerhalb eines Jahres verdoppelte EkoPaliwa seine Kapazitäten und schaffte einen weiteren Zerkleinerer mit 350 kW Antriebsleistung an. Heute sind in Chelm insgesamt 16 Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb angestellt. Die Abfallaufbereitungsanlage kann somit rund um die Uhr von vier Teams überwacht werden.
Das Inputmaterial stammt aus Polen. Etwa 18 000 t erreichen das Betriebsgelände monatlich. Hauptlieferanten sind lokale Müllentsorger und Privatunternehmen. Nachdem Fremdstoffe wie Glas, Hartmetalle und Steine vom vorzerkleinerten Abfallstrom separiert worden sind, gelangen hochkalorische Siedlungsabfälle in die Nachzerkleinerer, wo sie auf eine Größe von 40 mm reduziert werden. Mit je 3 000 mm Arbeitsbreite und dem universell einsetzbaren PowerLine-Rotor mit einer Drehzahl von 190 U/min, der mit 144 Schneidmessern besetzt und mit einem Vautid-Verschleißschutz ausgestattet ist, erzielt EkoPaliwa pro Stunde insgesamt 30 t Materialdurchsatz.

Hydraulik für effizientes Zerkleinern

Entscheidend für den Zerkleinerungsprozess ist dabei der Hydraulikantrieb. Stoppen, Starten und Reversieren ist auch bei Volllast möglich. Der Aufbau und die schnelle Reaktionszeit sollen die Maschine unempfindlich gegen Störstoffe machen. Durch ein Druckbegrenzungsventil und eine Umkehr der Drehrichtung kann darüber hinaus ein Überlastungsschutz erreicht werden. Drehzahl und Drehmoment lassen sich mittels Regelpumpe gleichförmig und stufenlos anpassen, ohne dass Stromspitzen entstehen oder ein Frequenzumrichter eingesetzt werden muss. Der Antrieb liefert unabhängig von zeitlicher Begrenzung durchgehend hohe Drehmomente, bei einer geringen Kilowatt-Leistung.

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Autoren

 Thorsten Blumenau

Weima Maschinenbau GmbH, Ilsfeld, thorsten.blumenau@weima.com

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