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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Umweltmärkte: Indonesien – Absatzmarkt mit Überraschungsfaktor

Der Umweltgedanke hat in den Köpfen der indonesischen Bevölkerung sowie der meisten Politiker bisher kaum eine Rolle gespielt. In vielen Städten gibt es noch keine flächendeckende Müllentsorgung, und auch das Recycling steckt noch in den Kinderschuhen. Jedoch existieren auch einige – vor allem von ausländischen Organisationen geförderte – Vorzeigeprojekte. Gerade für deutsche Unternehmen bestehen im Bereich der Umwelt- und Energietechnik Geschäftschancen.


Indonesien muss sich in vielerlei Hinsicht nicht verstecken. Schon die Bevölkerungszahl überrascht oftmals: Mit 260 Millionen Einwohnern ist es der viert-bevölkerungsreichste Staat der Erde. Einen Magneten bildet die Insel Java, auf der 60 % der Bevölkerung leben und den Großteil des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Auch das Wirtschaftswachstum des Inselstaates von über 5 % ist bemerkenswert. Die stark wachsende und konsumhungrige Mittelschicht der großen Bevölkerung wirkt hier als treibende Kraft. Dabei bleibt der Blick in die Zukunft positiv: Die Weltbank geht auch in den kommenden Jahren von einem stabilen Wachstum von 5,5 % aus. Diese Prognose gründet auf der Tatsache, dass in den letzten Jahren Vertrauen und politische Glaubwürdigkeit gefestigt und damit die Zurückhaltung internationaler Investoren überwunden werden konnten. Im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelten sich die Direktinvestitionen aus Deutschland im Jahr 2016 – bleiben aber mit einem Wert von rund 121 Mio. € überraschend gering.

„Made in Germany“ zählt

Warum gerade der Verband Südostasiatischer Nationen und Indonesien für deutsche Investoren interessant ist, verdeutlicht Roland Rohde, Indonesienexperte bei Germany Trade & Invest in Jakarta, mit dem Blick auf verschiedene Absatzmärkte. Gegenüber vielen anderen Ländern bietet Indonesien eine stabile Konjunktur sowie geringe inländische Konkurrenz und somit vielfach hohe Gewinnmargen. Deutsche Zulieferer profitieren in diesem Land, das seinen Bedarf an hoch entwickelten Gütern überwiegend aus Importen stillt, von dem Ruf „Made in Germany“, der Exporteuren auch in Indonesien vorauseilt. Protektionistische Züge und eine Volatilität des rechtpolitischen Rahmens existieren weiterhin, doch lässt sich seit 2010 eine deutliche Verbesserung der Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen und eine zunehmende Privatisierung staatlicher Unternehmen feststellen. Unter Präsident Joko Widodo wurden seit 2014 zudem zahlreiche Konjunkturprogramme und Reformen angeschoben, die nun in einer steigenden Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen spürbar werden.

Geschäftschancen im Bereich Umwelt- und Energietechnik

Die wirtschaftliche Entwicklung Indonesiens geht einher mit einem rasant wachsenden Stromverbrauch und der Notwendigkeit einer entsprechenden Netzwerkinfrastruktur. Um der wachsenden Energienachfrage gerecht zu werden, setzt die Regierung neben Kohle und Gas auf erneuerbare Energien, etwa durch den Ausbau von Biomasse- und Biodieselanlagen sowie Geothermikraftwerke. Ein bereits funktionierendes Joint Venture, in dem malaysische Investoren deutsche Technik nutzen, um indonesische Palmölabfälle zur Energiegewinnung zu nutzen, dient als Vorbild für weitere Projekte, beispielsweise für eine geplante Biogasanlage im Norden Sumatras. Die besondere geografische Situation eines Staates, der aus 6 000 Inseln besteht, erfordert aber auch dezentrale Lösungen, um die wachsende Energienachfrage zu bedienen. Hier spielen Alternativen wie Solar- und Windenergie eine Rolle. Mit dem wachsendem Ressourcenverbrauch steht der Staat auch in Fragen wie der Abfallentsorgung vor geografischen Herausforderungen. Hier ist innovative Umwelttechnik gefragt. Daraus ergeben sich in Indonesien langfristig interessante Geschäftschancen.

Kontakte vor Ort knüpfen

Wichtiger noch als die Lektüre zu vielversprechenden Märkten ist es, die Geschäftsbedingungen selbst zu erkunden. Aus diesem Grund bietet die IHK Bonn/Rhein-Sieg in Kooperation mit der IHK Aachen vom 15. bis zum 20. Oktober 2017 eine Unternehmerreise nach Indonesien in die Städte Jakarta und Bandung an. Teilnehmer haben vor Ort die Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen aufzubauen, um den Einstieg in einen Markt zu schaffen, der in den kommenden Jahren großes Wachstum verspricht. Neben direkten B2B-Meetings und Unternehmensbesuchen gibt es die Möglichkeit an Netzwerkveranstaltungen und Fachsymposien teilzunehmen oder eine Fachmesse zu besuchen. Briefings und der Kontakt zu wirtschaftlichen und politischen Institutionen klären zudem über die unternehmerischen Rahmenbedingungen in Indonesien auf.

Autoren

 Armin Heider

IHK Bonn/Rhein-Sieg und IHK Aachen, www.IHK-Bonn.de

 Anna Tönneßen

IHK Bonn/Rhein-Sieg und IHK Aachen, www.IHK-Bonn.de

 Johannes Richter

IHK Bonn/Rhein-Sieg und IHK Aachen, www.IHK-Bonn.de

Germany Trade & Invest

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland und informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte. 

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