Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 3

Green Building: Energetische Anforderungen und Selbstverpflichtung durch Zertifizierungen

Als Green Building wird ein Gebäude bezeichnet, das unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt auf dem ökologischen Aspekt entwickelt wird. Aufgrund eines schlecht gedämmten und mit ineffizienten Anlagen ausgestatteten Gebäudebestands entfällt auf diesen Bereich in der EU und in Deutschland nach wie vor ein hoher Anteil am Gesamtenergieverbrauch. Daher ist es sinnvoll, ambitionierte energetische Mindestanforderungen an die Neuerrichtung von Gebäuden und den Gebäudebestand verbindlich festzuschreiben.


Bei dem umgebauten Reichstagsgebäude in Berlin werden Techniken für grüne Gebäude angewendet: Dieses Bauwerk produziert seine eigene Energie.

Bei dem umgebauten Reichstagsgebäude in Berlin werden Techniken für grüne Gebäude angewendet: Dieses Bauwerk produziert seine eigene Energie.

Der Ansatz des Green Buildings erstreckt sich dabei auf alle Phasen des Gebäude-Lebenszyklus: Projektentwicklung, Planung, Konstruktion, Betrieb, Wartung und Demontage.
Nachhaltige, ökologisch effiziente Gebäude sind folglich ein wichtiges Instrument zur Erreichung der politischen Klimaschutzziele (3 x 20 bis 2020 auf EU-Ebene). Da der Gebäudesektor ein erhebliches Energieeinsparpotenzial aufweist, hat die Bundesregierung die energetische Sanierung des Gebäudebestandes in ihrem Energiekonzept 2010 als den zentralen Schlüssel zur Modernisierung der Energieversorgung und zum Erreichen der Klimaschutzziele bezeichnet. Der Gebäudebestand soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein und einen sehr geringen Energiebedarf aufweisen, der wiederum überwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Die zentralen Anforderungen für die Einsparung von Wärmeenergie und die Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmebereitung in Gebäuden ergeben sich in Deutschland aus dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG), der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG). Die ordnungsrechtlichen Instrumente werden durch die Förderpolitik und die Informationsstrategie der Bundesregierung flankiert.

Energetische Anforderungen an Neubauten und den Bestand

Die EnEV konkretisiert die Vorgaben des EnEG. Sie wird regelmäßig aktualisiert. Damit gehen auch Änderungen der konkreten Anforderungen an die Errichtung und Modernisierung von Gebäuden oder an die Inhalte von Energieausweisen einher. Folglich hat etwa der Bauunternehmer die jeweils geltende Fassung der EnEV auch dann einzuhalten, wenn deren Vorgaben weder in den Vertrag aufgenommen wurden noch Eingang in die anerkannten Regeln der Technik, wie etwa DIN-Normen, gefunden haben. Ein Verstoß gegen diese Pflicht begründet einen Baumangel.
Zuletzt wurden die energetischen Mindestanforderungen an Neubauten durch die EnEV 2014 zum 1. Januar 2016 verschärft. Das Erfordernis der Wärmedämmung der Gebäudehülle wurde um 20 % erhöht. Zudem wurde der zulässige Jahres-Primärenergiebedarf um 25 % reduziert. Der Primärenergiebedarf beschreibt die Energiemenge, die neben dem Energiegehalt des notwendigen Brennstoffs und der Hilfsenergie für die Anlagentechnik auch jene Energie einbezieht, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb des Gebäudes bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der eingesetzten Brennstoffe entsteht.

Seite des Artikels
Autoren

RA Christian Thomas

Hoffmann Liebs Fritsch & Partner Rechtsanwälte mbB, Düsseldorf

christian.thomas@hlfp.de

Verwandte Artikel

Schutz vor Legionellenausbrüchen

Veröffentlichung von Umweltdaten

Erfolgreiche Altlastenbearbeitung mit öffentlich-rechtlichen Verträgen

Novelle der TA Luft

Neuordnungen im Abfallrecht