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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Sicherer Oberflächenschutz zur Trinkwasseraufbereitung

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel und steht daher unter hohem Schutz und strengen Kontrollen. In manchen Gebieten Deutschlands ist das Grundwasser jedoch nicht ertragreich genug. In solchen Fällen ist eine ausgereifte Aufbereitung nötig. Um Spuren des langjährigen Betriebs am Betonbauwerk zu beseitigen, ließ die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) einen Flocker mit Beschichtungstechnik der Sika Deutschland GmbH aus Stuttgart sanieren.


Bestandteil des „Mülheimer Verfahrens“ zur Trinkwasseraufbereitung ist ein Flocker vom Typ Accelator.

Bestandteil des „Mülheimer Verfahrens“ zur Trinkwasseraufbereitung ist ein Flocker vom Typ Accelator.

Im Ruhrgebiet dient das Oberflächenwasser der Ruhr als Rohwasserquelle. Die Aufbereitung erfolgt in einem mehrstufigen Multi-Barrieren-Verfahren – dem „Mülheimer Verfahren“. Dabei wird weitestgehend auf den Einsatz von Chlor verzichtet und das Wasser durch Ozonierung, Mehrschichtfilter, Aktivkohlefiltration, Untergrundpassage und eine UV-Technologie aufbereitet. Insgesamt versorgt die RWW etwa 825 000 Menschen über ein rund 3 000 km langes Verteilnetz und gehört damit zu den größten Wasserdienstleistern Deutschlands.
Im RWW-Ruhrwasserwerk Styrum/West durchläuft das Rohwasser zu Beginn des Prozesses der Flusswasseraufbereitung einen Flocker vom Typ Accelator. Durch die Zugabe eines Flockungsmittels und -hilfsmitteln werden Kolloidale und suspendierende Stoffe in eine abtrennbare Form überführt, um diese mit Hilfe der Sedimentation zu entfernen. Bei den abzuscheidenden Substanzen handelt es sich zum Beispiel um natürlich vorkommende Mineralien und Algen sowie um Schmutzpartikel aus Abwasserleitungen. Das Becken mit einem Durchmesser von 33 m im Lichten und einer Tiefe von 6 m ist durch Einbauten in Reaktions-, Klär- und Schlammräume unterteilt. Eine im Beckeninneren angeordnete Stahlbetonglocke enthält die Misch- und Reaktionszone. Sowohl die Außenwände als auch die Wand der Glocke verlaufen konisch unter einem Winkel von 45 °. Über eine Stahlbrücke ist ein mittig angeordnetes Rührwerk erreichbar.

Sanierung unter besonderen Bedingungen

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Die Rinnenkonstruktion wurde instandgesetzt und erhielt eine blaue Neubeschichtung.

Da der langjährige Betrieb der Reinigungsstufe an dem Betonbauwerk mit den Ablaufrinnen Spuren hinterlassen hatte, entschloss sich die RWW zu umfangreichen Sanierungsarbeiten an den Betonoberflächen des Accelators. Voruntersuchungen am Korrosionsschutz der Brücke ergaben darüber hinaus, dass der Anstrich asbest- und bleihaltig ist. Aus diesem Grund mussten die Arbeiten unter besonderen Bedingungen ausgeführt werden. Im ersten Schritt baute das Team der GFB Gesellschaft für Bauwerkssanierung und Instandsetzung mbH, Essen, eine Folien-Einhausung als Staubschutz rund um das Becken. Wie bei Sanierungsfällen mit Asbest üblich, errichteten die Arbeiter anschließend einen Schwarzbereich mit Personen- und Materialschleuse. Im nächsten Schritt konnte dann die Altbeschichtung der Brücke abgebeizt werden. Farbreste und Walzhaut wurden mittels Druckluft mit festem Strahlmittel entfernt. Damit waren die Flächen für die Neubeschichtung vorbereitet.

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Autoren

 Thomas Dünne

Sika Deutschland GmbH, Stuttgart,  
duenne.thomas@de.sika.com

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