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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Regenrückhaltung aus GFK

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GFK-Entlastungsbauwerk mit Überlaufschwelle.

„Im Rahmen der Erschließung der Ferienhausanlage wurde zur Abwasserentsorgung eine neue Kanalisation gebaut, die das Schmutzwasser über das bestehende und ausreichend dimensionierte Kanalnetz der Kläranlage in Züschen zuführt“, so Andreas Veldhuis. „Das Niederschlagswasser wird – falls getrennt erfasst – über die Regenrückhaltung direkt in den Vorfluter geführt oder über die Mischwasserkanalisation aufgenommen und im weiteren Verlauf dem neuen Stauraumkanal zugeleitet. Von dort gelangt der Abfluss gedrosselt in eine Nachblasestation und wird über einen rund 8 km langen Taldüker zur Kläranlage in Züschen abgeleitet oder, wenn sich der Stauraumkanal bei starken Regenfällen zunehmend füllt, über die Regenrückhaltung ebenfalls in den Vorfluter abgeführt.

Rohrgewicht limitiert

Bei der Wahl des geeigneten Materials für den Bau von Stauraumkanal und Regenüberlaufbauwerk waren neben den Werkstoffeigenschaften insbesondere bautechnische Belange von Bedeutung. „Rohre aus GFK sind korrosionsbeständig und verfügen über gute hydraulische Eigenschaften“, sagt Dietmar Clever, Bauleitung von Ferdinand Altbrod. Allerdings haben auch die Verhältnisse auf dem Baufeld zu der Entscheidung für den auch in größeren Rohrdimensionen noch vergleichsweise leichten Werkstoff beigetragen. „Mit einem Mobilkran hätten wir auf dem Untergrund bei dieser Hanglage nicht arbeiten können“, so Clever. „Mit dem vor Ort eingesetzten 40-t-Bagger war somit das mögliche Gewicht der Rohre mit Nennweiten von bis DN 2900 auf maximal 10 t limitiert.“

Mit Grobstoff-Rückhaltesystem ausgerüstet

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Das Kernelement der Amiscreen-Technologie sind die im Speicherrohr installierten Grobstoff-Rückhalteelemente, deren Nennweite von der hydraulischen Bemessung der jeweiligen Anlage abhängt.

Der rund 20 m lange Stauraumkanal ist dem Regenüberlaufbauwerk vorgelagert. Er ist mit einem GFK-Drosselschacht DN 2600 und einem GFK-Entlastungsschacht DN 2400 ausgestattet und besteht aus GFK-Rohren in der Nennweite DN 2000. Zwei Rohrstränge sind mit der Amiscreen-Technologie ausgerüstet, die als Alternative zu herkömmlichen Rechensystemen entwickelt wurde und der Rückhaltung von Grobstoffen dient. „Herkömmlichen Rechen an oder auf Schwellen in einem Entlastungsbauwerk gelangen schnell an ihre Grenzen“, so Uwe Napierski, Vertriebsleiter Sonderanwendungen bei Amiantit. „So kann ein Rechen zwar die Grobstoffe gut zurückhalten, andererseits aber auch sehr schnell verstopfen. Daher sind für eine kontinuierliche Arbeitsweise integrierte Reinigungseinrichtungen bisher unverzichtbar. Diese basieren wiederum auf mechanischen Systemen. Setzt jedoch solch eine meist konstant mitlaufende Reinigung einmal aus, können die Grobstoffe den Rechen verstopfen. Am Ende wird das Rückhaltesystem überspült, und das abschlagende Wasser gelangt ungereinigt wieder in die Vorflut.“

Wartungsarm und verschleißfrei

Beim dem System erfolgt die Rückhaltung der Grobstoffe durch perforierte Rohre, die direkt im Stauraumkanal angeordnet sind. Es wird damit eine große Rückhaltefläche geschaffen, die in etwa dem 25-fachen eines klassischen Rechens auf oder an einer Entlastungsschwelle entspricht.

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Autoren

 Jürgen Staratzke

Amiantit Germany GmbH, Mochau, StaratzkeJ@amiantit.eu

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