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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Belüftung und Homogenisierung von Molkereiabwässern

In vielen Fällen müssen industrielle Molkereiabwässer spezielle Kriterien hinsichtlich des chemischen Sauerstoffbedarfs sowie des Phosphor- und Stickstoffgehalts erfüllen und daher im Betrieb vor der Einleitung in die Kanalisation behandelt werden. Die frischli Milchwerk Weißenfels GmbH nutzt dazu AirJet-Systeme der Landia GmbH aus Zetel. Sie sollen für eine Sauerstoffanreicherung des Abwassers sorgen, die Belebung fördern und Ablagerungen verhindern.


Am Standort Weißenfels stellt das Molkereiunternehmen frischli Milchwerke im 3-Schicht-Betrieb neben H-Milch vor allem Speisequark her. Das dort produzierte Abwasser setzt sich entsprechend aus Eiweißen, Milchzucker, Milchfett sowie Reinigungs- und Desinfektionsmitteln zusammen. „Wir sammeln dieses Abwasser in einem Tank mit einem Fassungsvermögen von 1 200 m³, in dem immer ein Füllstand von 50 % eingehalten wird“, sagt Henner Schumann, Werkleiter des Milchwerks. „Dort wird auch die Vorbehandlung durchgeführt.“

Um eine anaerobe Vergärung zu verhindern, muss im Abwassertank ein Sauerstoffüberschuss vorhanden sein.

Um eine anaerobe Vergärung zu verhindern, muss im Abwassertank ein Sauerstoffüberschuss vorhanden sein.


Dabei wird das Medium permanent belüftet, durchmischt und homogenisiert, um die notwendigen Einleitparameter zu erreichen: Bei der Direkteinleitung muss ein Phosphor-Gehalt von 25 mg/l, ein Stickstoff-Gehalt von 150 mg/l sowie ein chemischer Sauerstoffbedarfswert von 1 800 mg/l eingehalten werden. „Der Sauerstoffüberschuss muss gegeben sein, um eine anaerobe Vergärung der Biomasse auszuschließen, durch die sonst Faulgase und damit eine Geruchsbelästigung entstehen würden“, so Cord Cassens, Experte für Abwasserbelüftung und Vertriebsleiter bei Landia. „Der Sauerstoff muss überall im Behälter vorhanden sein, daher ist eine homogene Durchmischung entscheidend.“

Durchmischung mit Luftsauerstoff

Seit dem ersten Quartal 2014 übernehmen diese Aufgabe drei speziell konzipierte AirJet-Systeme. Diese setzen sich aus einer MPTK-I 105-Chopperpumpe mit Edelstahlflügelrad und einer Leistung von 18,5 kW sowie aus drei Venturi-Ejektoren mit Diffuser, Stoffschieber und Verrohrung zusammen. Dabei wird das Abwasser mittels der Pumpen in den Ejektoren mit Luftsauerstoff gemischt und zurück in den Behälter injiziert: „Die Flüssigkeit wird durch die Düse des Ejektors in die Mischkammer gepumpt“, sagt Cassens. „In der Düse erhöht sich die Geschwindigkeit, und es wird ein stabiler Unterdruck erzeugt. Dadurch wird Luft durch das Saugrohr eingesaugt.“
Anschließend werden Luft und Flüssigkeit in der Mischkammer gründlich vermengt. Dieser Prozess erreicht in der turbulenten Zone des Ejektors seinen Höhepunkt.

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Autoren

 Cord Cassens

Landia GmbH, Zetel, coc@landia.de

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