Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 3

Automatisierung mobiler Abwasserstationen

Müssen Abwasserkanäle saniert oder für Wartungsarbeiten trocken gelegt werden, kommen mobile Abwasserpumpwerke zum Einsatz. Die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH hat eine wirtschaftliche und die Umwelt schonende Lösung auf Basis der Steuerungstechnik der Phoenix Contact Deutschland GmbH, Blomberg, entwickelt.


Bei der Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS) handelt es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Braunschweiger Energieversorgers BS|Energy Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG. Rund 200 Mitarbeiter führen den Betrieb der Kläranlage, sorgen für den Transport des Regen- und Schmutzwassers eines fast 1 400 km langen Kanalnetzes mit beinahe 100 Pumpwerken, erstellen Laboranalysen, pflegen die Fließgewässer der Stadt und vieles mehr. Das Abwasser wird im Klärwerk Steinhof durch mechanische und biologische Verfahren gereinigt.

Oberflächenbelüftete Belebungsbecken im Klärwerk Steinhof.

Oberflächenbelüftete Belebungsbecken im Klärwerk Steinhof.


Im laufenden Betrieb des verzweigten Kanalnetzes kommt es immer wieder vor, dass Abwasserleitungen kurzfristig saniert oder einzelne Teilstücke aufgrund von Arbeiten trocken gehalten werden müssen. In diesen Fällen verwenden die Mitarbeiter mobile Pumpwerke. Sie leiten das Abwasser, das normalerweise durch die unterirdischen Rohre strömt, mittels provisorischer Leitungen oberirdisch um.

Nachteile der bisherigen Lösung

In der Vergangenheit setzten sich die mobilen Pumpwerke der Stadtentwässerung aus einem Dieselaggregat zur Stromerzeugung, einem Leistungsteil für den Betrieb der elektrisch angetriebenen Pumpe sowie einer Mobilfunk-Meldeeinheit zusammen. In der Praxis hat sich die Lösung als unflexibel erwiesen, denn jedes Meldegerät war einem bestimmten Leistungsteil fest zugeordnet. Außerdem musste bei jedem Einsatz zeitintensiv geprüft werden, ob alle Meldungen korrekt im Leitsystem ankommen. Da das System aus den 1980er Jahren stammte, war zudem eine Ersatzteilversorgung nicht mehr sichergestellt. Überdies kommunizierte die Meldeeinheit nur Störungen in Form von Meldelinien und keine Betriebsmeldungen oder Höhenstände. An das zentrale Leitsystem ließ es sich nur mit erheblichem Aufwand anbinden. Vor diesem Hintergrund konnte es in der Vergangenheit passieren, dass der Ausfall eines Pumpwerks nicht an die Leitzentrale gemeldet wurde. Es erfolgte bislang auch keine Überwachung der Live-Daten. Ein weiterer Nachteil resultierte aus der Emissionsbelästigung der Anwohner durch das Dieselaggregat. Dieses mussten ständig laufen, selbst wenn die Pumpe nicht benötigt wurde, da zur Erfassung der Messwerte Energie erforderlich war. Der permanente Betrieb erzeugte nicht nur Lärm, sondern belastete ebenfalls die Umwelt mit Abgasen. Zudem war der Aufwand für die tägliche Betankung des Notstromaggregats für die SE|BS personell aufwendig.

Selbstständige Erkennung der angebundenen Module

Deshalb suchte Fabian Arlt, Elektroniker bei SE|BS, nach einer besseren Lösung zum Betrieb der mobilen Abwasserpumpwerke. Im Rahmen einer Schulung hatte er die Steuerungen und die zugehörige Programmierumgebung PC Worx sowie das Visualisierungs-Tool WebVisit von Phoenix Contact kennengelernt. Aus den Möglichkeiten der Hard- und Software erarbeitete Arlt eine modular aufgebaute mobile Abwasserstation.

Seite des Artikels
Autoren

 Wigbert Glorius

Industriemanagement Infrastruktur, Phoenix Contact Deutschland GmbH, Blomberg,  
wigbert.glorius@phoenixcontact.de

Verwandte Artikel

Schraubengebläse sparen Kosten

Regenwasserbehandlung bei großen Liegenschaften

Moderne Tauchmotorpumpen für effiziente Abwasserentsorgung

Weniger und effizienter Dosieren

Regenwasserbehandlung ohne zusätzlichen Flächenbedarf

Schlauchpumpen zur Dosierung von Fällungsmitteln