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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Umweltmärkte

Bioenergie für Brasiliens entlegene Regionen

Brasilien bietet ein großes Potenzial zur Energieerzeugung aus Biomasse. Reststoffe aus der Zuckerrohrindustrie bilden einen bedeutenden Teil davon, aber auch die Größe des Landes mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zum Anbau von Energiepflanzen trägt zum Erfolg der Bioenergieerzeugung in Brasilien bei.


Die Nachfrage nach Solarenergie boomt. Weite Teile Amazoniens werden aber nach wie vor mit teurem Dieselstrom versorgt. Mit der Entwicklung der dezentralen Stromerzeugung und der Privatisierung der Inselnetze ergeben sich Chancen für erneuerbare Energien. Eine starke Marktregulierung und fehlende Anreize stellen die Wirtschaftlichkeit von Bioenergie auf den Prüfstand. Es bedarf durchdachter Konzepte und stabiler Partnerschaften. Photovoltaik ist in Brasilien gefragt wie nie. Auslöser war mitunter die Förderung der dezentralen Stromerzeugung über das Programm ProGD seit März 2016. Auch für nicht an das Verbundnetz angeschlossene Netze und Systeme stellt Solarenergie relativ leicht umsetzbare und zunehmend kostengünstige Lösungen bereit.

Steigende Investitionen in Solarenergie und hybride Systeme

Hybride Systeme liegen im Trend. Im Jahr 2016 starteten die ersten Projekte schwimmender PV-Anlagen auf den Stauseen der Wasserkraftwerke Balbina/Amazonas, Sobradinho/Bahia und Porto Primavera/São Paulo. Für Porto Primavera ist auch die Installation einer Windkraftanlage vorgesehen. Die brasilianische Nicht-Regierungsorganisation – das Instituto Socioambiental – erweitert über Mittel des Regierungsprogrammes Luz para Todos sowie verschiedener Fördergesellschaften die Dieselgeneratoren indigener Gemeinden um kleine Windkraftanlagen und um PV-Anlagen. Nachhaltigkeit wird dabei über die Ausbildung der indigenen Bevölkerung gefördert. Ähnliche Projekte führen die internationalen Organisationen Greenpeace und WWF durch.
Unter den privaten Erzeugern ist Guascor do Brasil der Dresser-Rand-Gruppe Pionier. In Araras/Rondônia betreibt das Unternehmen eine der ersten hybriden Diesel-PV-Anlagen in Inselnetzen. 2015 gewann Guascor in Konsortium die Konzession für drei Inselnetze im Bundesstaat Acre; im letzten Jahr folgte die Konzession für 23 Inselnetze in Pará.
PV-Inselanlagen bieten netzfernen Regionen wertvolle Lösungen. In Partnerschaft mit dem öffentlichen Gesundheitssystem entwickelte Amazoniens Forschungsinstitut Inpa PV-betriebene Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Die Unternehmer Elves Becker von Becker Engenharia und Marcos Rodrigues von Redimax sehen das größte Nachfragepotenzial für PV-Off-Grid-Systeme in der Landwirtschaft. Beim Reisanbau besteht beispielsweise ein hoher Bedarf an solarbetriebenen Wasserpumpen. Der Großteil der Komponenten wird importiert. Erfahrene PV-Installationsunternehmen wie Becker und Redimax setzen auf stabile Partnerschaften mit ausländischen Herstellern. Für deutsche Hersteller bestehen Geschäftschancen bei allen PV-Systemen mit mittlerer Spannung.

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Germany Trade & Invest

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland und informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte. 

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