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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Schutz vor Rissen in Biogasanlagen mittels Epoxidharz

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Über 80 % der Anlagen weisen Mängel auf und müssen vor der Zulassung nachgebessert werden.

Für den Betreiber ergeben sich noch andere Vorteile: Trägt er die Epoxidharzmischung in Eigenleistung auf, besteht keine Verwechslungsgefahr mehr zwischen Beschichtung und Grundierung. Erforderlich ist eine Nassschicht von bis zu 3 mm; für gewöhnlich liegt die durchschnittliche Schichtstärke bei 1 bis 2 mm. „Je dicker die Schicht aufgetragen wird, umso besser funktioniert nachher die Rissüberbrückung“, erläutert Reith. Diese ist notwendig, da Betontragwerke aufgrund der geringen Haftzugfestigkeit des Baustoffs zur Rissbildung neigen.

Weichmacher für elastisches Beschichtungssystem

Damit die Beschichtung eine dauerhafte Rissüberbrückung von 0,25 bis 0,4 mm gewährleisten kann, werden der Masse Weichmacher hinzugefügt. „Die Epoxidharzmischung auf Basis silanmodifizierter Polymere bleibt so auch nach dem Aushärten elastisch und fängt damit eventuell auftretende Bewegungen des Betons ab“, so Reith. Wichtig war bei der Entwicklung auch, dass die Beschichtung ebenfalls zu anderen Zwecken eingesetzt werden kann. So ist sie aufgrund ihrer selbstverlaufenden Eigenschaften außerdem für die Fugensanierung oder als Fugenverguss geeignet und kann als Hohlraumfüller sowie als Dichtstoff für chemisch belastete Fugen und Risse eingesetzt werden. Dabei können wasserführende Risse bis zu einer Breite von 4 mm in Verbindung mit wasserquellfähiger Interfüllschnur abgedichtet werden, dabei beträgt die aktive Bewegungsaufnahme etwa 25 % der Rissbreite. Aufgrund der guten rissüberbrückenden Eigenschaften und der gleichzeitigen chemischen Beständigkeit gegenüber wassergefährdenden Stoffen wie Jauche, Gülle und Silagesickersäften geht der Hersteller von einer Haltbarkeit von mindestens zehn Jahren aus.

Bauaufsicht bei Eigenleistung

Die Haltbarkeit kann jedoch nur gewährleistet werden, solange der Einbau fachmännisch erfolgt. Ansonsten darf der Sachverständige bei der Abnahmeprüfung im schlimmsten Fall teure Sanierungsmaßnahmen anordnen und damit die Inbetriebnahme verzögern. Deshalb bietet das Unternehmen alle Produkte nur mit ausführlicher Beratung an. „Im Idealfall ist der Bauherr in der Lage, die Beschichtung selbst einzubauen. Dann übernehmen wir auch die Bauaufsicht“, sagt Reith. „Ist das nicht der Fall, führen wir die notwendigen Arbeiten durch.“ Der Fachbetrieb unterhält eine eigene Handwerksabteilung, die regelmäßig auf Baustellen unterwegs ist und sowohl Altbausanierungen als auch die Beschichtung von neuen Anlagen übernimmt. Damit kennt Reith die Probleme der Anlagenbetreiber aus der Praxis. „Übersteigen die Sanierungskosten 50 % der Neubaukosten, raten wir den Landwirten auch, dass sie den kompletten Gärbehälter abreißen – etwa wenn die Betonbauteile zu viele Risse aufweisen. Eine zentimeterdicke Beschichtung mit unserem System wäre im Vergleich zu einem Neubau dann unwirtschaftlich“, so der Geschäftsführer.

***

1 ) Lenz, V. et al.: Erneuerbare Energien. BWK 68 (2016), Nr.5, S. 60-80.

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Autoren

 Joachim Reith

Polysafe GmbH, Rehling,
info@polysafe.de

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