Die Umweltwirtschaft in NRW wächst überdurchschnittlich

Nordrhein-Westfalen (NRW) ist mit rund 320 000 Beschäftigten und 70 Milliarden Euro Umsatz bundesweit der größte Anbieter umweltwirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen. Schon heute arbeitet jeder zwanzigste Erwerbstätige in diesem Bereich. Die Landesregierung erwartet, dass hier bis zum Jahr 2025 über 400 000 Arbeitsplätze in der Umweltwirtschaft für Wertschöpfung und Beschäftigung sorgen. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft legt die Branche überdurchschnittlich zu.


Die Unternehmen der Trilux Gruppe haben sich erfolgreich im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung positioniert. Sie setzen auf maßgeschneiderte, energieeffiziente Lichtlösungen.

Die Unternehmen der Trilux Gruppe haben sich erfolgreich im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung positioniert. Sie setzen auf maßgeschneiderte, energieeffiziente Lichtlösungen.

Alle Unternehmen, die umwelt- und klimaschützende Produkte und Dienstleistungen anbieten, gehören zur Umweltwirtschaft. Hierzu zählen auch die klassischen Industriezweige, die als Hersteller und Anbieter von umweltwirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen auftreten. Die Unternehmen dieser Querschnittsbranche konnten zwischen den Jahren 2009 und 2012 ihre Umsätze im Durchschnitt um 15,6 % steigern – im Durchschnitt der NRW-Wirtschaft insgesamt legten die Umsätze um 11,4 % zu. Die Zahl der Erwerbstätigen ist im selben Zeitraum um 5,4 % gestiegen und damit stärker als die Gesamtwirtschaft des Bundeslandes (4,7 %). Untersucht wurde die nordrhein-westfälische Umweltwirtschaft im Auftrag des NRW-Umweltministeriums von der Düsseldorfer Prognos AG. Erstmalig wurde 2015 dafür die Umweltwirtschaft in NRW auf einer empirischen Datenbasis umfassend wissenschaftlich betrachtet und im Umweltwirtschaftsbericht NRW zusammengefasst.
„Wir wollen die Stärken der Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen sichtbar machen und unseren Vorsprung als Umweltwirtschaftsland Nr. 1 in Deutschland ausbauen“, erklärt NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Daher will die Landesregierung die heimischen Unternehmen mit einem Masterplan bei der Erschließung neuer Märkte unterstützen. Der Masterplan „Land der Umweltwirtschaft“ für Nordrhein-Westfalen wurde unter Federführung des Landesumweltministeriums in einem Dialogprozess mit über 800 Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft entwickelt (siehe Infokasten). Vorhandene Instrumente als auch neue Maßnahmenvorschläge und Handlungsansätze wurden mit allen Beteiligten landesweit diskutiert, konkretisiert und im Masterplan Umweltwirtschaft verdichtet.

Die Teilmärkte der Umweltwirtschaft in NRW

Die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen umfasst acht Teilmärkte, darunter fällt unter anderem der Bereich Energieeffizienz und Energieeinsparung, der Teilmarkt Umweltfreundliche Mobilität sowie Umweltfreundliche Energiewandlung, -transport und -speicherung. Hier legt die EnergieAgentur.NRW einen Fokus ihrer Arbeit. Als operative Plattform mit breiter Kompetenz im Energiebereich agiert sie für die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen – unter anderem von der Markteinführung über die Energieberatung bis hin zur beruflichen Weiterbildung.
Rund ein Drittel der Teilmärkte der Umweltwirtschaft weist einen Bezug zur Energiewende auf. Mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in der Umweltwirtschaft sind durch Klimaschutz induziert. Daher sind die energie- und klimaschutzrelevanten Bereiche der Umweltwirtschaft für die EnergieAgentur.NRW von großer Bedeutung. Denn sie leistet einen Beitrag dazu, Klimaschutzmaßnahmen in den Unternehmen der Umweltwirtschaft umzusetzen und die Strategien der Landesregierung operativ zu begleiten.

Energieeffiziente, zukunftsfähige Lichtlösungen

Die Unternehmen der Trilux Gruppe haben sich erfolgreich im Teilmarkt Energieeffizienz und Energieeinsparung positioniert. Das Unternehmen Trilux aus Arnsberg betreibt sieben Produktionsstandorte in Europa und Asien und betreut internationale Kunden mittels 25 Tochtergesellschaften und zahlreichen Vertriebspartnern. Zum Geschäftsbereich Licht gehören die Marken Trilux und Oktalite, zum Geschäftsbereich OEM-Systems BAG und Zalux. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 5 200 Mitarbeiter weltweit. Es setzt auf maßgeschneiderte, energieeffiziente und zukunftsfähige Lichtlösungen.

Um dem Kunden die beste Beratung, eine optimale Orientierung und das perfekte Licht gewährleisten zu können, greift die Gruppe auf ein breites Portfolio an Technologien sowie leistungsfähigen Partnern zurück und kombiniert Einzelkomponenten zu maßgeschneiderten Komplettlösungen, die auf die Kundenbedürfnisse und das Einsatzgebiet abgestimmt sind. Im Sinne von „Simplify Your Light“ stehen dabei neben der Qualität und Kosteneffizienz stets die Planungs-, Installations- und Anwenderfreundlichkeit der Lösungen im Vordergrund. „19 % des weltweiten Stromverbrauchs lassen sich auf elektrisches Licht zurückführen. In Deutschland sind es immerhin 16 %. Würde hier die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt werden, könnte man von heute auf morgen fünf Kernkraftwerke abschalten. Wesentliche Ziele der Energiewende lassen sich allein durch das Thema Beleuchtungssanierung erreichen. Als Marktführer ist Trilux daher einer der wesentlichen Treiber der Energiewende und zählt zur Querschnittsbranche der Umweltwirtschaft“, schildert Klaus Röwekamp, Geschäftsführer der Trilux Licht GmbH. Durch den Einsatz moderner und intelligenter Lichtmanagementsysteme schafft das Unternehmen Lösungen, die optimale Effizienz mit nutzerfreundlichem Komfort gewährleisten sollen. So ist es beispielsweise möglich, durch sensorgesteuerte Präsenzerfassung und tageslichtabhängige Regelungen bis zu weiteren 50 % der Energie einzusparen. Auf Seiten der Umweltverträglichkeit setzt man hier auf Transparenz. Durch die Bilanzierung der Produkte mit CO₂-Footprints sorgt Trilux für den Einsatz ressourcenschonender Verfahren entlang der Lieferkette.

Umweltfreundliche Mobilität

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Lastenfahrrad des Unternehmens Bagage Bikes – ein Start-up-Unternehmen, das mit umweltfreundlicher Mobilität punktet.

Im Bereich Umweltfreundliche Mobilität punktet das Start-up-Unternehmen Bagage Bikes aus Köln mit einem innovativen Konzept. Noch vor etwa einem Jahrhundert gehörten Lastenfahrräder in den Städten zum allgegenwärtigen Bild: Handwerksbetriebe wie Bäcker oder Schreiner nutzten sie täglich. „Warum also nicht auch heute wieder auf diese ökonomisch und ökologisch sinnvolle Mobilitätsalternative setzen? Die Vorteile von Lastenfahrrädern liegen auf der Hand und wurden in den vergangenen Jahren durch Studien belegt. Lastenfahrräder tragen vom Kleinkind über den Einkauf privater Haushalte bis hin zur Waschmaschine viele Güter des täglichen Lebens. Sie sind dabei emissionsfrei, klimaneutral und sparen Kosten. Darüber hinaus wirkt sich Radfahren bekanntermaßen positiv auf die Gesundheit aus“, erklärt der Unternehmensgründer Ralf Zinkel. Mit Bagage Bikes Lastenfahrräder gründete er im Jahr 2013 das Unternehmen, um diese alternative Mobilitätsform in Städten aus dem Rheinland anzubieten. Das Leistungsspektrum von Bagage Bikes umfasst den Verkauf, das Leasing und die Vermietung qualitativ hochwertiger und langlebiger sowie flexibel einsetzbarer Lastenfahrräder, welche hauptsächlich von Herstellern aus Dänemark stammen. Die Grundidee entstand während einer Reise durch Mexiko im Jahr 2007, wo viele Lastenfahrräder in Mexiko-Stadt unterwegs sind. Doch erst als 2013 die ersten Lastenfahrräder im Straßenbild Kölns sichtbarer wurden, war dies für Ralf Zinkel der Zeitpunkt zu handeln. Getreu dem Motto „Ein Lastenrad mehr – ein Auto weniger“ möchte er zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen und gleichzeitig den ökonomischen und gesundheitlichen Vorteil des Einzelnen herausstellen. Private Kunden von Bagage Bikes nutzen die Lastenfahrräder zum Beispiel für den Kindertransport oder für ihre täglichen Bedarfe. Aber auch für gewerbliche Kunden, wie etwa Handwerksbetriebe, sind die vielfältigen und flexiblen Einsatzmöglichkeiten eine attraktive Mobilitätsalternative. So finden sich unter den gewerblichen Kunden von Bagage Bikes Schornsteinfeger, Elektroinstallateure und weitere aus handwerklich-technischen Berufen. Auch das Dienstfahrrad wird für viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer attraktiver: Bei diesem Modell least ein Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer ein Lastenfahrrad und überlässt es ihm zur privaten Nutzung. Denn steuerlich ist das Dienstfahrrad dem Dienstwagen seit Anfang 2012 gleichgestellt: Die Abrechnung des geldwerten Vorteils erfolgt über die bekannte Ein-Prozent-Regelung – genau wie bei einem Dienstwagen.

Dienstleistung für die Energiewirtschaft und erneuerbare Energien

Ein Unternehmen, das sich den Themen Energiewirtschaft, erneuerbare Energien und Klimaschutz verschrieben hat, ist die Arcanum Energy Gruppe. Das Unternehmen aus Unna ist unabhängig, inhabergeführt und besteht aus der Arcanum Energy Management GmbH sowie der Arcanum Energy Systems GmbH & Co. KG. Es ist bundesweit mit insgesamt 40 Mitarbeitern tätig und besitzt Beratungs- und Dienstleistungsmandate bei mehr als 200 Kunden. Als Spezialist für Biomethan erbringt Arcanum Energy unter dem Geschäftsbereich „Green Energy Services“ Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Energieagentur NRW Biogassanlage der ARCANUM

Biogassanlage der Arcanum Energy – ein Unternehmen, das sich den Themen Energiewirtschaft, Erneuerbare Enerigen und Klimaschutz verschrieben hat.

Untergliedert wird dabei in Consulting, Anlagenmanagement, Energiedienstleistungen und Handel. Das Unternehmen betreibt Deutschlands größte unabhängige Bilanzkreiskooperation mit mehr als 2,3 TWh pro Jahr und steht für eine langjährige Vermarktung und Beschaffung von Biomethan mit über 5 TWh. Darüber hinaus betreibt Arcanum Energy die Onlinehandelsplattform biomethanmarkt.de. Als weiteren Geschäftsbereich bietet das Unternehmen Stadtwerken, Industrie und Kommunen Green Business Solutions an. Das Leistungsspektrum umfasst dabei unter anderem Energieeffizienz-Netzwerke, Carbon Footprinting sowie Klimaschutzkonzepte. „Mit dieser umfassenden Erweiterung unseres Angebots wollen wir für unsere Kunden ein starker Partner sein, um die Herausforderungen der Energiewende mit neuen Ideen und Leistungen erfolgreich zu meistern“, sagt Vera Schürmann, geschäftsführende Gesellschafterin. Ein Leuchtturmprojekt von Arcanum ist das gr-EEN Konzept für Energieeffizienz-Netzwerke. Es dient als passende Unterstützung für eine erfolgreiche Netzwerkarbeit. Der Aufbau, die Gründung, der Betrieb und das Management werden über die White-Label gr-EEN-Plattform abgebildet. Bei der Suche nach geeigneten Netzwerkteilnehmern ist Arcanum Energy ebenfalls behilflich, ebenso wie bei der Organisation, Moderation und dem Monitoring der Netzwerke. Und das gr-EEN Konzept hat bereits überzeugt: Das erste Energieeffizienz-Netzwerk im westfälischen Ruhrgebiet „gr-EEN | Westfalen-Ruhr“ nutzt es und profitiert von der Digitalisierung und der Stärkung des Praxisaustausches. Erfahrungen zeigen, dass Betriebe, die ein gut organisiertes Netzwerk nutzen, zwei- bis dreimal höhere Effizienzsteigerungen und Einsparungen gegenüber Unternehmen erzielen, die ohne Austausch mit Anderen und ohne energietechnische Beratung Maßnahmen umsetzen.