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Ausgewählte Ausgabe: 12-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Verbesserte Flockung von Klärschlamm entlastet Umwelt und Betriebskosten

Das Entwässern von Klärschlamm sorgt für weniger Reststoffe, da die Masse komprimiert und das Wasser wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Mit Hilfe der Kegelmischer der aquen aqua-engineering GmbH, Clausthal-Zellerfeld, kann die Flockung der Masse optimiert werden, um ein besseres Entwässerungsergebnis zu erreichen.


Die Entsorgung kommunaler oder industrieller Abwässer steht kontinuierlich im Fokus der Umweltverantwortlichen. Die Auflagen werden verschärft, eine einfache Entsorgung ist dadurch nicht mehr möglich. Mit moderner Technik ist heute eine Trennung der Abwässer in Wasser und Feststoffe möglich. Das Wasser lässt sich nach einer Güteüberprüfung kostensparend in den natürlichen Kreislauf oder den Produktionsprozess zurückführen. Der verbleibende und entwässerte Feststoff wird anderweitig, etwa in der Landwirtschaft oder als Brennstoff, verwertet. Dieser Prozess ist ein hoher Kostenfaktor für die Kommune oder das Unternehmen. Je geringer die abzufahrende Schlammrestmenge dabei ist, desto niedriger sind die Kosten.

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Kegelmischer verbessern die Flockungsparameter von Klärschlamm.

Vielfach wird das Entwässerungsaggregat als verantwortlich für die Qualität der Entwässerung gesehen. Die Flockenbildung davor entscheidet aber über die Erreichbarkeit eines höchstmöglichen Entwässerungsgrades. Je kompakter die Flocke, umso besser soll die Entwässerungsgüte sein und damit die Schlammrestmenge verringern.

Investitionsprojekt zur Schlammentwässerung

Der Umbau der Schlammentwässerung im Klärwerk Rüsselsheim verbesserte die Trennung von Feststoff und Wasser, optimierte den Ablauf und senkte die Menge des zu entsorgenden Klärschlamms von 5 000 t um 729 kg pro Jahr. Bei anfallenden Entsorgungskosten von 70 € brutto pro Kilo ergibt das einen Kostenvorteil von rund 51 000 € pro Jahr – ohne die Polymerverbrauchs- und Prozesskostenoptimierung.
Die Entwässerung erfolgte bis zum Umbau mit einer Kammerfilterpresse, die Leistung war mit rund 23 bis 24 % Trockensubstanz (TS) unbefriedigend für den Betreiber, auch der Polymerverbrauch und die Prozesskosten standen in der Kritik der Verantwortlichen. Es erfolgte eine Neuplanung, bei der die verfahrenstechnische Auslegung, die Werkplanung, die Lieferung sowie die Montage und Inbetriebnahme als Projekt vergeben wurden.

Eine erste Teststellung

Vor dem Umbau wurden Optimierungsversuche mit dem Flockungssystem FlocFormer, einem Polymerturbomischer mit Kegelrührer, in einer Testanlage des Herstellers gestartet. Die Entwässerungsergebnisse vor der Kammerfilterpresse fielen positiv aus. Es kam zu einer Erhöhung der Entwässerungsleistung von 23,3 auf 26,4 % TS bei gleichem Polymerverbrauch und der Option auf weiteres Optimierungspotenzial. Der Vorteil dabei ist, dass sich das Flockungssystem gut auf die Schlammbedingungen anpassen lässt. Vier einstellbare Freiheitsgrade ermöglichen die Behandlung von variierenden Volumen- und Massenströmen für eine kompakte Flockenbildung.

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Bild 1: Vergleich von nicht behandeltem (links) und pelletiertem Klärschlamm (rechts).

Im direkten Vergleich (Bild 1) lassen sich die Vorteile des pelletierten Klärschlamms erkennen: Der Schlamm erhält eine Form, die an Kaviar erinnert, die Flockenbildung ist kompakt und das Wasser in den Zwischenräumen klar. Dadurch werden dem nachgeschalteten Dekanter schon im Einlauf vorgetrennte Soffe zugeführt; dies beschleunigt den Trennvorgang und erhöht die Trennschärfe.

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Autoren

Dr.  Christian Schröder

aquen aqua-engineering GmbH, Clausthal-Zellerfeld,
christian.schroeder@aquen.de

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