Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 12-2016 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 2

Energieerzeugung aus Deponiegas mit Stirling-BHKW

In stillgelegten Deponien steckt Energie in Form von Methan. Die Lambda Gesellschaft für Gastechnik mbH aus Herten verwertet das Gas mit einem Stirling-Blockheizkraftwerk (BHKW). Das Verfahren spart mehrere Tonnen CO2-Äquivalent durch die Methannutzung und die alternative Strom- und Wärmegewinnung ein. Das Umweltbundesamt schätzt, dass heute – und damit rund zehn Jahre nach dem Verbot der Ablagerung von organischem Material – noch immer 500 000 t Methan jährlich in deutschen Deponien entstehen, die erfasst und behandelt werden müssen. Dabei wirkt eine Tonne Methan in der Luft wie 28 t CO2.


KlimaExpo_a.tif

Die Lambda Gesellschaft für Gastechnik mbH verbindet für die Klimaschutzprojekte ein Stirling-BHKW zur Energieerzeugung und Flox-Brenner zur Schwachgasbehandlung.

Dass sich die Gasproduktion zunehmend verlangsamt, stellt die Deponiebetreiber vor große Herausforderungen. Denn je geringer die Konzentration des Methans ist, desto schwieriger lässt es sich aus der Deponie mittels Gasbrunnen absaugen. Bei konventioneller Technik droht zunehmend die Gefahr, dass das Methan unkontrolliert in die Atmosphäre entweicht.
Mit dem Stirling-BHKW zur energetischen Verwertung von Abfallgasen bietet die Lambda Gesellschaft für Gastechnik mit einem Produkt mehrere Verfahren, um den Gasausstoß zu verringern. Erstens behandelt die Anlage bereits Deponie-Schwachgas mit einem Methangehalt von 18 %, zweitens verbrennt das Gas im Stirling-BHKW bei niedrigen Abgasemissionen, und drittens wird das Methan energetisch verwertet. Mit konventionellen Gas-Otto-Motoren ist das erst ab einem Methangehalt von 35 % möglich. Ein Stirling-BHKW produziert im Jahr Strom für 16 Vier-Personen-Haushalte und deckt damit zuerst den Stromverbrauch der Gasförderung. Der Überschuss wird ins öffentliche Netz eingespeist. Zudem besteht die Möglichkeit, thermische Energie in ein Nahwärmenetz abzugeben. Neben diesen Vorteilen soll die Technik es den Deponiebetreibern einfacher machen, zukünftig die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen und das Klima zu schonen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit würdigte den Einsatz des Stirling-Motors mit der Übernahme der Schirmherrschaft des von dem Unternehmen im Februar 2015 organisierten Fach-Seminars „Deponienachsorge und Klimaschutz“, bei der das Motor-Konzept vorgestellt wurde.

Emissionen aus Deponien

Jahrzehntelang landete ein Teil des Siedlungsabfalls auf Deponien. In der Tiefe, wo der Sauerstoff nicht mehr hingelangt, verfaulen bis heute tonnenweise Obst- und Gemüseschalen, schimmeliges Brot und verdorbenes Fleisch neben Papier, Holz, Laub, Gras und weiteren organischen Bestandteilen. Die für die Faulung verantwortlichen Mikroorganismen produzieren dabei Methan. Wenn es an die Oberfläche gelangt, wirkt das Gas bis zu 28 mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Seit dem Jahr 2005 dürfen deshalb in Deutschland keine organischen Bestandteile mehr deponiert werden. Weil die davor abgelagerten Stoffe aber noch viele Jahre ausdünsten, sind die Deponiebetreiber gesetzlich dazu verpflichtet, die Methanemissionen möglichst weitreichend zu minimieren. In stillgelegten Deponien steckt aufgrund der Methanproduktion auch Energie. Eine Verwertung des dort gespeicherten Deponiegases verhindert somit nicht nur dessen Austreten in die Umwelt, sondern dient gleichzeitig der Stromerzeugung.

Funktionsweise des Stirling-Motors

Ein Stirling-Motor läuft mit Wärme als Antriebsenergie.

Seite des Artikels
Autoren

 Benedikt Preker

Lambda Gesellschaft für Gastechnik mbH, Herten,
Unternehmenskontakt: linda.paetz@lambda.de

Verwandte Artikel

Schutz vor Rissen in Biogasanlagen mittels Epoxidharz

Energieersparnis durch Abgaswärmenutzung

Die Umweltwirtschaft in NRW wächst überdurchschnittlich

Fahrsilos von Biogasanlagen sicher abdichten

Strom- und Wärmegewinnung aus industriellen Abfallstoffen