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Ausgewählte Ausgabe: 12-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Fahrsilos von Biogasanlagen sicher abdichten

Neben nachwachsenden Rohstoffen wie Mais- und Grassilage oder Raps werden Biogasanlagen mit Bioabfällen und Gülle betrieben. Sind die Fahrsilos, in denen die Rohstoffe gelagert werden, nicht richtig abgedichtet, können Flüssigkeiten in Gewässer gelangen und die Umwelt verschmutzen. Mit dem Tuga-Seal-System der Thannhauser & Ulbricht Gussasphalt und Estrich GmbH aus Fremdingen sollen die Lager im Sinne der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) sicher sein.


Im Gegensatz zur Abdichtung mit Walzasphalt besitzt polymermodifiziertes Spezialbitumen eine abdichtende Wirkung und bleibt auch mit nur einer Lage Gussasphalt undurchlässig.

Im Gegensatz zur Abdichtung mit Walzasphalt besitzt polymermodifiziertes Spezialbitumen eine abdichtende Wirkung und bleibt auch mit nur einer Lage Gussasphalt undurchlässig.

Der VAwS-Sachverständige Hermann Müller der IFTA GmbH, Essen, trifft oft auf Biogasanlagenbetreiber, die nach einer sicheren Lösung für ihre Fahrsilos suchen. Bei seiner Arbeit führt er regelmäßig Abnahmeprüfungen durch. „Dabei weisen mehr als 80 % der Anlagen Mängel im Bereich der Fahrsilos auf, die sich leicht hätten vermeiden lassen, wenn die Bauherren vorher einen Sachverständigen hinzugezogen hätten“, so Müller. Viele würden die bestehenden Verordnungen nicht kennen und bauten die Anlage stattdessen nach eigenem Ermessen. Der Grund dafür: Ziehen sie einen Sachverständigen für die Planung zu Rate, darf dieser später die Abnahmeprüfung nicht durchführen – und ein weiterer Sachverständiger kostet die Landwirte zusätzlich Geld. Dass die Behebung möglicher Mängel Kosten nach sich zieht, würden viele nicht einkalkulieren.
Für den Bau gilt der Besorgnisgrundsatz des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) § 62, Satz 1, Absatz 1. Danach müssen „Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln wassergefährdender Stoffe sowie Anlagen zum Verwenden wassergefährdender Stoffe im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und im Bereich öffentlicher Einrichtungen so beschaffen, errichtet, unterhalten, betrieben und stillgelegt werden, dass eine nachteilige Veränderung der Eigenschaften von Gewässern nicht zu besorgen ist“. Für Jauche-Gülle-Silage (JGS)-Anlagen in der Landwirtschaft, unter die auch Fahrsilos fallen, wird bisher nur der bestmögliche Schutz der Gewässer verlangt. Das bedeutet: WHG-Anlagen müssen dicht sein, JGS-Anlagen sollen dicht sein. Außerdem unterliegen diese Anlagen derzeit nicht der wiederkehrenden Überprüfung durch einen VAwS-Sachverständigen. „Mit der AwSV wird sich die Gesetzeslage jedoch bald ändern. Dann müssen wir auch darauf achten, dass die Fahrsilos dicht sind und keine wassergefährdenden Stoffe in die Umwelt gelangen können“, sagt Müller.

Fugen führen bei Abdichtung zu Problemen

Die Problematik bei heutigen Fahrsilos liegt in den Fugen zu den aufgehenden Bauteilen.

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Gussasphalt ist günstig und senkt die Folgekosten.

Es gibt derzeit mehrere Ausführungsvarianten. Die reine Betonlösung etwa sieht eine Bodenplatte ohne weiteren Schutz vor. Die aufgehenden Wände werden entweder als Fertigteil gestellt oder mit Ortbeton errichtet. Diese Bauweise ist jedoch nicht dicht. Fugen oder Risse durch Zwangsspannungen lassen den sauren Gärsickersaft in den Untergrund eindringen. Dabei wird der Beton von der Flüssigkeit aufgefressen. Zur Sanierung schütten manche Landwirte 20 cm neuen Beton auf die betroffenen Stellen, doch die Fugen und Risse bleiben weiterhin undicht. Eine zweite Variante besteht aus einem klassischen Straßenaufbau. Begrenzt durch die Fundamente für die betonierten Wände wird beispielsweise Kalksteinschotter als Mineralbeton bis zu deren Oberkante eingebaut.

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Autoren

 Konrad Ulbricht

Thannhauser & Ulbricht Gussasphalt und Estrich GmbH, Fremdingen  
k.ulbricht@thannhauser-ulbricht.de

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