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Ausgewählte Ausgabe: 07-08-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Kombinierte Verfahren zur Geruchsbeseitigung

Nicht nur luftgetragene Schadstoffe wie Feinstaub stellen eine Belastung für Mensch und Umwelt dar. Gerüche, die bei der industriellen Verarbeitung von Lebens- und Futtermitteln entstehen, können Anwohner belästigen und im Beschwerdefall zu einer Produktionsstilllegung führen. Die betroffenen Unternehmen setzen vermehrt auf eine Kombination verschiedener Reinigungsverfahren, um die Betriebskosten niedrig zu halten. Rolf Raffenbeul, Sachverständiger für Abluftreinigung bei der Raffenbeul Anlagenbau GmbH aus Langen, gibt einen Überblick zum aktuellen Stand der Technik.


In einem Container installierte Plasmaanlage zur Geruchsbeseitigung.

In einem Container installierte Plasmaanlage zur Geruchsbeseitigung.

Die Verfahrenstechnik zur Geruchsbeseitigung wurde in den vergangenen zehn Jahren deutlich weiterentwickelt. Doch nicht nur neue Verfahren, sondern auch deren Kombination und innovative Prozessgestaltungen ermöglichen heute eine kostenverträgliche und ausreichende Beseitigung der unerwünschten Belästigungen.

Stand der Technik

Die Emissionen in der Food-, Petfood- und Mastfutterindustrie sind durch große Luftmassenströme mit geringer Dichte an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und hoher Geruchskonzentration gekennzeichnet. Geruchsverursachend sind Trocknungsabläufe, die Aromaproduktion, Frittierprozesse und Verarbeitungsprozesse wie die Kaffeeröstung oder die Teearomatisierung. Die nach dem Stand der Technik eingesetzten Abluftreinigungsverfahren, Wäscher, biologische Abluftreinigung und regenerative Nachverbrennungsanlagen (RNV) haben nur bedingt die Anforderungen der Betreiber oder die Ansprüche der Nachbarn erfüllt. Viele Geruchsstoffe sind oxidationsstabil, manche wasserunlöslich und deshalb biologisch oder mittels Waschverfahren nur eingeschränkt zu beseitigen. Geruchsauslösende Staub- oder Aerosolablagerungen im Ab- und Fortluftsystem von RNV setzen die am Tag der Inbetriebnahme gute geruchsreduzierende Wirkung über wenige Wochen beständig herab.
Anlagen mit langzeitlich 100%-iger Wirksamkeit sind thermische oder katalytische Verfahren. Diese verursachen bei konventioneller, dem Prozess nachgeschalteter Anwendung allerdings hohe Betriebskosten und stellen die Nachhaltigkeit des Abluftreinigungssystems in Frage. Übrig bleiben Wäscher, UV-, Plasma-, und Aktivkohleanlagen. Doch auch da gibt es gute und schlechte Beispiele. Plasmaanlagen mit nicht ausreichender Funktion werden teilweise nach Jahren des Verbesserns stillgelegt. Große Aktivkohleanlagen mit einem Volumen von > 20 m³ müssen für stetig steigende Kosten im dreimonatigen Rhythmus gewechselt werden, obwohl nur wenige spezielle Aromastoffe mit < 20 ppm im Rohgas für Geruchsbelästigung verantwortlich sind. Mit der Kombination von Verfahren lassen sich hingegen nachhaltig Kosten reduzieren und wirkungsvolle Erfolge mit kleinen Anlagen erreichen.

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Autoren

Dipl.-Ing. Rolf Rafflenbeul

Rafflenbeul Anlagenbau GmbH, Langen,
rafflenbeul@envisolve.com

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