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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Lösungen für das Wassermanagement 4.0


Die Daten einer aktuellen Befragung von Mitgliedern des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) belegen deren ungebrochenes Engagement, die Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung des Abwassers auch unter energetischen Gesichtspunkten zu gewährleisten.
Das ist auch für die Hersteller von Pumpen, Rührwerken und zugeordneten Systemen eine Herausforderung: Stand lange Zeit das robuste Design mit der primären Zielsetzung einer hohen Verfügbarkeit im Mittelpunkt, sind heute verstärkt intelligent vernetzte und energieeffiziente Anlagen gefragt.
Im Abwasserbereich sind beide Aspekte – Verfügbarkeit und Betriebskosten – in erheblichem Maße abhängig von der Qualität der Planung. Zu keinem Zeitpunkt sind die Gestaltungsmöglichkeiten so groß wie in der Entwurfsphase einer neuen Anlage zur Abwasserförderung – dies betont auch die Deutsche Energie Agentur. Wer an dieser Stelle den Aufwand nicht scheut, verschiedene Alternativen anhand ihrer Lebenszykluskosten – also Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten – zu vergleichen, kann sich in den Folgejahren nicht nur erhebliche Ausgaben, sondern auch eine Menge Ärger ersparen.
Mit dieser Thematik beschäftigt sich Grundfos im Geschäftsfeld Water Utility. Neben der energieeffizienten Wassergewinnung (beispielsweise mit Unterwasserpumpen), der Wasseraufbereitung (wie mit Dosierpumpen und Desinfektionslösungen) und der Wasserverteilung (unter anderem mit Druckerhöhungsanlagen und Netzpumpen, inklusive der sicheren Steuerung und Überwachung der Infrastruktur) beschäftigen sich die Mitarbeiter mit dem Abwassertransport und der Abwasseraufbereitung in Klärwerken mit Hilfe robuster Pumpen, Rührwerken und Strömungsbeschleunigern. Kurz: Water Utility befasst sich mit allen Facetten rund um Wasser und Abwasser – einige Beteiligte nennen dies schon „Wassermanagement 4.0“.
Das ist nicht nur Wunschdenken, sondern hat eine konkrete Basis. Denn so unterschiedlich die Lösungen im Detail auch sind, als roter Faden verbindet das von uns entwickelte iSolutions-Konzept die Produkte zu Systemen. Dies sind integrierte Lösungen und flexible modulare Anlagen, bestehend aus Pumpen und deren Antriebstechnik, Steuerungs- und Sicherungsmodulen sowie Mess- und Datenübertragungseinheiten. 
 Zusammen mit in Mikroprozessoren des Antriebs hinterlegten spezifischen Algorithmen bieten sie dem Anwender die gewünschte Funktionalität. Wichtig ist, dass der Fokus nicht allein auf der einzelnen Pumpe und deren Antrieb liegt, sondern auf dem kompletten System unter Einbeziehung der gesamten Peripherie. Nur so ist eine hohe Verfügbarkeit zu optimierten Kosten erreichbar.
Die interessante Thematik dabei ist, dass sich der Anbieter von Hardware – hier die Pumpe nebst Antrieb – auch um die Algorithmen zur Erfüllung bestimmter Funktionalitäten kümmert. Aber daran geht kein Weg vorbei: Es fällt immer schwerer, Produkte allein über die Eigenschaften der Hardware unterscheidbar zu machen. Die Innovationen verlagern sich zunehmend in den Bereich der Programmierung von spezifischer Software, in die Vernetzung und deren Schnittstellen: Hardware und Software wachsen zusammen.
Teil des Systems sind auch Dienstleistungen wie das Pump Audit. Dies ist ein wichtiges Optimierungs-Werkzeug der Wasserwirtschaft: Über ein Drittel der befragten VKU-Mitglieder hat bereits ein Energieaudit durchlaufen, so das Ergebnis der aktuellen Befragung. Nahezu die Hälfte der Unternehmen und Betriebe verfügt über ein Energiemanagementsystem.
Als Fazit lässt sich sagen, dass die zuverlässige Versorgung mit hygienischem Trinkwasser und die sichere Entsorgung sowie Aufbereitung des Abwassers nur mit Hilfe einer automatisierten Infrastruktur und hoher Transparenz der Daten gelingen kann. Dabei bilden Pumpen und Systeme einen wichtigen Teil.

Autoren

 Martin Palsa

Geschäftsführer Grundfos GmbH, Erkrath.

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