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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Berechnung des CO2-Fußabdrucks im Güterverkehr

Mit der Norm DIN EN 16258 hat das Europäische Komitee für Normung im März 2013 den ersten einheitlichen und dadurch vergleichbaren Standard für die CO2-Bilanzierung in der Transportlogistik verabschiedet. Zeitlich parallel zur Ausarbeitung der Norm und in enger Anlehnung an aktuelle Normierungsbestrebungen entstand im Geschäftsbereich Supply Chain Solutions (SCS) der Hermes Transport Logistics GmbH, Hamburg, ein Berechnungs- Tool zur CO2-Erfassung, das seit Juni 2014 eingesetzt wird.


Hermes Haupt-Umschlagbasis Nord.

Hermes Haupt-Umschlagbasis Nord.

Wichtiger Treiber der Entwicklung des Angebots durch Hermes Transport Logistics (HTL) war die im Jahr 1986 formulierte Klimaschutzstrategie der Otto Group, zu der die Hermes Gruppe gehört. Sie sieht eine Halbierung der transport-, mobilitäts- und standortbedingten CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 vor. Die Basis hierfür bilden der CO2-Ausstoß in Deutschland im Geschäftsjahr 2006/07 sowie die internationalen Emissionen in 2008/09. „Diese zeitlichen Eckpunkte verdeutlichen, wieso die Hermes Gruppe und HTL schon vor der Verabschiedung der DIN EN 16258 aktiv werden mussten“, sagt Stephan Schiller, Geschäftsführer des Logistik-Unternehmens. Hieraus soll einer der Vorteile der eigenen CO2-Kalkulation gegenüber den Berechnungskonzepten anderer Transportdienstleister resultieren. Sie konzentriert sich nicht alleine auf einen Standard, sondern stellt die Berechnung im übertragenen Sinn auf mehrere Beine. Zwar orientiert sich das Unternehmen für die Bereiche Sea und Air einzig an der DIN EN 16258, zusätzlich wurden HTL-spezifische Faktoren zur CO2-Berechnung entwickelt. Sie ermöglichen es, Einflüsse wie beispielsweise die Auswahl emissionsarmer Transportmittel oder den technischen Fortschritt abbilden zu können und die daraus resultierenden Einsparpotenziale bei den Emissionsberechnungen zu realisieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass die CO2-Emissionen bis auf die Artikelebene bestimmt werden können und somit sehr detailliert sind.

Gründe für die CO

Die Tatsache, dass es das Thema CO2-Bilanzierung zu einer international gültigen Norm und damit verbunden zu einem branchenweit einheitlichen Berechnungsstandard gebracht hat, zeigt, wie wichtig nachhaltige Transportlogistik geworden ist. „Viele Unternehmen und damit viele unserer Kunden verankern Nachhaltigkeit in ihrem Leitbild und ihren strategischen und operativen Geschäftsaktivitäten“, so Schiller. „Das Ziel ist es, die ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung miteinander in Einklang zu bringen. Immer mehr Kunden fordern daher Emissionswerte, am besten heruntergebrochen bis auf das Paket oder die Artikelebene. Sie wollen transparente und vergleichbare Daten und Kennzahlen, die ihnen den Weg zu einem CO2-minimierten Transport weisen können.“
Für die Branche selbst eröffnen die CO2-Bilanzen Vergleichsmöglichkeiten. Allerdings ist bei einem unternehmensübergreifenden Vergleich der CO2-Emissionen zu berücksichtigen, dass es selbst innerhalb der Norm eine Vielzahl verschiedener Umrechnungsfaktoren gibt, die allesamt einen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Darüber hinaus nimmt das Verfahren der Datenerhebung – eigene Messwerte, kalkulatorische Werte oder ein Mittelweg daraus – einen entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisse. Konkreter ist der Nutzen für den Logistikanbieter selbst. Denn er kann im eigenen Fuhrpark mehr Effizienz bei der Reduzierung von CO2-Emissionen nur erreichen, wenn der tatsächliche Ausstoß der Treibhausgase bezogen auf verschiedene Fahrzeugeinsatz-Systeme – also Anzahl und Typen der eingesetzten Fahrzeuge – bekannt ist. „All dies bedeutet, dass ein Bilanzierungsstandard eine hohe Transparenz gewährleisten muss, um eine sukzessive Optimierung zu ermöglichen“, sagt Schiller zusammenfassend. „Bislang marktübliche Pauschalbetrachtungen über alle Verkehrsträger reichen hierfür nicht aus.“

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Autoren

 Ole Björn Wichert

Hermes Transport Logistics GmbH, Hamburg
olebjoern.wichert@hermesworld.com

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