16.06.2016, 14:18 Uhr | 0 |

Flugschreiber geortet Spezialschiff hat mit Sonar Wrackteile der Egyptair im Mittelmeer entdeckt

Mit modernster Sonartechnik hat ein Spezialschiff im Mittelmeer Wrackteile der vor vier Wochen abgestürzten Egyptair-Maschine geortet. Die Teile liegen in Meerestiefen von bis zu 3000 Metern.

Spezialschiff „John Lethbridge“
Á

Das Spezialschiff „John Lethbridge“ hat die Wrackteile auf dem Meeresgrund mit modernster Sonartechnik geortet. 

Foto: Egyptian Defence Ministry/dpa

Das Spezialschiff „John Lethbridge“ hat die Wrackteile auf dem Meeresgrund geortet. Die Ingenieure an Bord wollen die Fundorte nun in eine Karte eintragen, um die Absturzstelle des Flugzeuges berechnen zu können.

Sonartechnik arbeitet bis in Tiefen von 6000 m

Die John Lethbridge ist auf Suchaufträge in großen Meerestiefen spezialisiert und hat schon zahlreiche Schiffwracks und Schätze auf dem Meeresgrund gefunden. Dafür ist das Schiff der Firma Deep Ocean Search unter anderem mit Sonartechnik ausgestattet. Mit einem Sonargerät, das über ein 10 km langes Kabel mit dem Mutterschiff verbunden ist, können Suchaufträge bis in Tiefen von 6000 m durchgeführt werden. Das Sonar arbeitet in Frequenzbereichen zwischen 30 und 100 kHz.

epa05368804 An undated handout picture provided by Deep Ocean Search Ltd (DOS) on 16 June 2016 shows a diving robot of search vessel 'S.V. John Lethbridge' at an undisclosed location. According to a statement by Egyptian investigators on 15 June 2016, the wreckage of the EgyptAir Airbus 320 plane has been located by the John Lethbridge search vessel. The EgyptAir passenger jet had left Paris bound for Cairo with 66 people on board, but crashed into the Mediterranean Sea early on 19 May for unknown reasons. EPA/F. BASSEMAYOUSSE/DOS LTD/HANDOUT MANDATORY CREDIT: COURTESY F. BASSEMAYOUSSE/DOS LTD. SINGLE USE ONLY IN CONNECTION WITH CURRENT REPORTING. HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Mit einem Unterseeroboter, der über ein 10 km langes Kabel mit dem Mutterschiff verbunden ist, können die Ingenieure an Bord der "John Lethbridge" bis in Tiefen von 6000 m vordringen.

Foto: F. Bassemayousse/Deep Ocean Search/dpa

Der Tiefsee-Roboter an Bord der 1965 gebauten John Lethbridge verfügt außerdem über hoch auflösende Kameras und weitere Suchsensoren wie Echolot für den Einsatz in der Tiefsee. Bilder der georteten Wrackteile sollen inzwischen den ägyptischen Ermittlungsbehörden vorliegen.

Das Mittelmeer im Suchgebiet ist bis zu 3000 m tief

Das Suchgebiet für die Absturzstelle im Mittelmeer umfasst rund 74 km2. Das Meer ist dort bis zu 3000 m tief. Die Egyptair-Maschine Flug MS804, ein Airbus A320, war bei einem Flug von Paris nach Kairo am 19. Mai im östlichen Mittelmeer abgestürzt. An Bord waren 56 Passagiere und zehn Crew-Mitglieder.

dpatopbilder - epa05320975 A handout picture made available by the Egyptian Defence Ministry showing pieces of a debris from the EgyptAir MS804 flight missing at sea, unspecified location in Egypt, 21 May 2016. The Armed Forces of Egypt announced that the debris of an EgyptAir Airbus A320, which had disappeared early on 19 May 2016, as well as personal belongings of the passengers are floating in the Mediterranean Sea, north of the Egyptian city of Alexandria. The EgyptAir passenger jet had left Paris bound for Cairo with 66 people on board, but crashed into the Mediterranean Sea for unknown reasons. EPA/EGYPTIAN DEFENCE MINISTRY / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Trümmerstücke der Egyptair-Maschine, die schon im Mai gefunden wurden. Jetzt wurden weitere Trümmer auf dem Meeresgrund geortet.

Foto: Egyptian Defence Ministry/dpa

Bislang ist die genaue Absturzstelle noch unbekannt. Auch die Flugschreiber sind noch nicht gefunden. Allerdings hat die John Lethbridge Signale eines Flugschreibers aufgefangen. Erste Meldungen aus Kairo signalisieren, dass es den Ingenieuren an Bord des Spezialschiffs gelungen sein soll, den Flugschreiber zu orten.

Absturzursache weiter unklar

Immer noch unklar ist die Ursache für den Absturz. Es könnte sich um einen Anschlag handeln. Vor dem Absturz gab es Rauchalarm, einmal aus der Toilette direkt hinter dem Cockpit und aus der so genannten Electronics Bay direkt unter dem Cockpit. Andere Alarmmeldungen signalisierten elektrische Störungen der Fensterenteisung im Cockpit und der Öffnungsfunktion der Fenster im Cockpit.

Insgesamt gab es sieben Störungsmeldungen am 19. Mai in der Zeit von 00.26 bis 00.29 Uhr (MEZ). Diese Meldungen sind detailliert festgehalten vom ACARS-System (Aircraft Communications and Reporting System) des Flugzeugs, das diese Meldungen automatisiert an die Bodenzentrale der jeweiligen Luftfahrtgesellschaft sendet. Die erste Meldung um 00.26 Uhr betraf den Defekt der Fensterenteisung im Cockpit.

Zudem wurde die abgestürzte Maschine vor zwei Jahren von Bodenpersonal mit dem Spruch besprüht: „Wir werden dieses Flugzeug herunterholen.”

epa05368609 (FILE) A file screen grab taken from a handout video by the Egyptian Defence Ministry on 20 May 2016 shows Egyptian Navy engaged in search operations for missing EgyptAir flight MS804 at sea off the Egyptian coast, north of Alexandria, Egypt. According to a statement by Egyptian investigators on 15 June 2016, the wreckage of the EgyptAir Airbus 320 plane has been found. The EgyptAir passenger jet had left Paris bound for Cairo with 66 people on board, but crashed into the Mediterranean Sea early on 19 May for unknown reasons. EPA/EGYPTIAN DEFENCE MINISTRY/HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++
Á

Auch das ägyptische Militär sucht weiter nach Wrackteilen des abgestürzten Fluges MS804 der Egyptair.

Foto: Egyptian Defence Ministry/dpa
Anzeige
Von Axel Mörer-Funk
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden