18.08.2014, 14:28 Uhr | 0 |

Schutz vor Geisterfahrern Verkehrsminister Dobrindt will Autobahnen elektronisch überwachen lassen

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will Autobahnauffahrten elektronisch überwachen lassen, um Autofahrer vor Geisterfahrern zu schützen. Zum Einsatz kommen könnten Kameras, Sensoren, Warnleuchten und Sirenen. Bislang verursachen Falschfahrer in Deutschland jedes Jahr 20 Verkehrstote.

Unfallort auf der Autobahn A2 bei Wunstorf (Niedersachsen)
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Unfallort auf der Autobahn A2 bei Wunstorf (Niedersachsen): Ein Falschfahrer verursachte am 31.07.2014 einen Unfall mit mehreren Autos, er selbst kam dabei ums Leben.

Foto: dpa

xBundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) startet das Pilotprojekt Digitales Testfeld Autobahn, wie die Passauer Neue Presse berichtet. Geisterfahrer, die an Autobahnanschlussstellen, Raststätten oder an zweispurigen Bundesstraßen unterwegs sind, sollen künftig mit neuer Technik automatisch erkannt werden.

Zwar wurden Einzelheiten zum Projekt noch nicht bekannt gegeben. Denkbar wären jedoch computergestützte Systeme mit Kameras und Sensoren, Warnleuchten und Sirenen, die Falschfahrer und Verkehrsteilnehmer warnen und die Polizei alarmieren. Noch in diesem Jahr will die Politik das Projekt präsentieren.

Länder sollen Auffahrten mit Checklisten bewerten

Als ersten Schritt hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) Checklisten erarbeitet und den Bundesländern zukommen lassen. Mit diesen Kriterien können die Länder Sicherheitslücken identifizieren, die Falschfahrten begünstigen – etwa Mängel bei Ein- und Auffahrten, Markierungen und Beschilderungen der Straßen. Den Anstoß für ein Warnsystem gab schon Dobrindts Vorgänger, Peter Ramsauer. Er hatte die Idee, gelbe Warntafeln an den Autobahnauffahrten aufzustellen.

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Warnhinweise für Falschfahrer an einer Autobahnausfahrt an der Autobahn A3 bei Passau (Bayern).

Foto: dpa

„Die Tafeln sollen gezielt und zusätzlich an Autobahnzufahrten stehen, die schlecht markiert sind und deshalb ein besonders hohes Risiko darstellen“, erklärte Ramsauer.

Falschfahrten führen jährlich zu 20 Verkehrstoten

„Vorsicht Autofahrer! Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen!“ – Bis zu 2700 Meldungen dieser Art gibt es laut ADAC jährlich im Verkehrsfunk. Erst vor einigen Tagen kamen drei Menschen bei Passau ums Leben, als ein Falschfahrer mit einem vollbesetzten Auto zusammen stieß. Am vergangenen Wochenende verursachte ein Falschfahrer im Rhein-Neckar-Kreis einen Unfall und flüchtete danach. Etwa 20 Verkehrstote aufgrund von Falschfahrern ist das Resultat pro Jahr. Gründe für Geisterfahrten gibt es viele: Für manche Autofahrer ist die falsche Autobahnauffahrt ein Suizidversuch, andere verlieren die Orientierung wegen schlechter Sichtverhältnisse oder einer komplizierten Verkehrsführung, wiederum andere stehen unter Drogeneinfluss.

Autofahrer, auf die ein Falschfahrer zukommt, sollten sofort ihre Geschwindigkeit verringern, aber nicht stehen bleiben. Außerdem sollten sie nicht überholen und die Seitenstreifen im Auge behalten. Wer selbst zum Falschfahrer geworden ist, sollte auf keinen Fall das Fahrzeug wenden – vielmehr an die Seite fahren und Hilfe alarmieren, um sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

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Von Petra Funk
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