07.01.2014, 10:19 Uhr | 0 |

Elektronikmesse CES in Las Vegas Google schmiedet Autoallianz mit Audi, GM, Honda und Hyundai

Google, Audi, General Motors, Honda, Hyundai und der Chiphersteller Nvidia haben auf der Consumer Electronics Show (CES) 2014 in Las Vegas die Gründung der Open Automotive Alliance bekannt gegeben. Bis zum Ende des Jahres will das Konsortium rund um den Suchmaschinenriesen dafür sorgen, dass das Android-Betriebssystem stärker als bisher in Fahrzeugen integriert wird.

Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang
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Nvidia-CEO Jen-Hsun Huang hat auf der CES in Las Vegas einen neuen Chip vorgestellt, der speziell für den Einsatz im Auto optimiert wurde. Nvidia ist Teil der neuen Allianz um den Google-Konzern und den Autoherstellern Audi, GM, Honda und Hyundai.

Foto: Nvidia

Mit dem Betriebssystem Android für Mobilfunkgeräte führte Google vor, wie ein ganzer Markt binnen weniger Jahre umgepflügt werden kann. Erst im November 2007 wurde die Open Handset Alliance aus Handyherstellern und Netzbetreibern gegründet, und nur drei Jahre später wurde Android zur führenden Smartphone-Plattform, die rund ein Drittel des Marktes beherrscht. Nach aktuellsten Zahlen aus dem dritten Quartal 2013 dominierte das Google-System die Verkäufe von Smartphones mit mehr als 80 Prozent.

Nach Tablets, Smartphones , Brillen und Uhren erobert das dominierende MobilbetriebssystemAndroidjetzt auch noch die Autos: Google hat zusammen mit mehreren Automobilherstellern dieOpen Automotive Allianceins Leben gerufen. Damit soll Android auf Geräte gebracht werden, die schon lange mobil sind: Autos. Die ersten Automodelle mit Android sind schon für dieses Jahr geplant.

Vier große Autohersteller dabei

Zu den Gründungsmitgliedern der Allianz gehören neben Google die Automobilhersteller Audi, Honda, Hyundai und General Motors (GM), zu der auch der deutsche Autobauer Opel zählt. Zusätzlich wurde der Chip-Hersteller Nvidia ins Boot geholt. Die neue Autoallianz hat sich zum Ziel gesetzt, Android an die Bedürfnisse von Autofahrern anzupassen. Vor allem die Bedienung soll intuitiver werden. Zudem hat die Allianz das Ziel, die gemeinsame Vision für Connected Cars zu realisieren. Offene Standards sollen dabei helfen, die mobile Nutzerwelt direkt in eine andere Plattform zu implementieren.

Bis zum Jahresende sollen die ersten Autos mit integriertem Android zu sehen sein. Wann die einzelnen Hersteller ihre ersten Fahrzeuge damit auf den Markt bringen, ist noch nicht bekannt. Offen ist auch, in welche Automodelle das Android-System integriert wird.

Audi verspricht schnellere Innovationen

„Die Welten der Verbraucher und der Automobiltechnik waren nie enger verbunden. Und dieser Zusammenschluss wird der Wegbereiter für schnellere Innovationen sein“, sagte Ricky Hudi, der Leiter der Abteilung Electrics/Electronics Development bei Audi und fügte hinzu: „Die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Ökosystem bringt Verbesserungen und Vorteile vor allem für die Sicherheit des Fahrers.“

Google sieht im eigenen Betriebssystem den Vorteil, dass es bereits weit verbreitet ist. „Millionen Menschen sind bereits mit Android vertraut und nutzen es jeden Tag", sagte Sundar Pichai, Senior Vice President für Android, Chrome und Apps bei Google. Mit der Erweiterung der Android-Plattform auf die Automobilindustrie solle es den Google-Partnern leichter gemacht werden, „mobile Technik so in Autos einzubinden und dem Fahrer eine vertraute Umgebung zu liefern, dass der sich auf den Straßenverkehr konzentrieren kann".

Honda verspricht Sicherheit, bequeme Nutzung und futuristische Autos

Honda wolle dabei helfen, „die Sicherheit zu verbessern und die bequeme Nutzung der Onboard-Systeme zu gewährleisten", sagte Yoshiharu Yamamoto, CEO und Direktor von Hondas Entwicklungsabteilung.

„Das Auto ist der ultimative mobile Computer. Mit Onboard-Supercomputing-Chips werden unsere Träume von futuristischen Autos bald keine Science-Fiction mehr sein", sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Die OAA werde die Automobilindustrie in die Lage versetzen, „solche Autos schneller auf den Markt zu bringen".

Nvidia zeigt seine erste Chip-Lösung fürs Auto

Nvidias auf der CES vorgestellter Prozessor "Tegra K1" könnte zu einem Schlüsselelement in vernetzten und selbstfahrenden Autos werden. Er ist speziell für die Bildverarbeitung in Fahrzeugen gedacht und soll mit Kameras ausgerüstete Assistenz-Systeme steuern. Solche Anlagen bemerken zum Beispiel Fußgänger, überwachen den toten Winkel oder erkennen Straßenschilder. In Zukunft sollen sie das Stop and Go in einem Stau sogar ohne Eingriff des Fahrers automatisch beherrschen.

Apple setzt mit BMW, Mercedes und Audi auf „iOS in the car“

Auch Android-Wettbewerber Apple will mit seiner in iOS 7 integrierten Lösung „iOS in the car“ in künftigen Fahrzeugen präsent sein. Apple hat seine automobile Lösung im vergangenen Sommer auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt. Bei der Apple-Allianz sind Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz, Ferrari, aber auch der neue Google-Partner Audi an Bord.

Die Google-Allianz versteht sich als offene Organisation. Neben den genannten Gründungsmitgliedern sind auch andere Hersteller und Entwickler aufgerufen, sich an der Open Automotive Alliance zu beteiligen.

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Von Klaus Ahrens
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