22.02.2014, 07:00 Uhr | 0 |

Kein Testbetrieb am BER Flughafenchef Mehdorn klagt über mangelnde Unterstützung

Der geplante Berliner Hauptstadtflughafen BER bleibt Baustelle – und zwar nur Baustelle. In einem Mitarbeiterbrief hat Flughafenchef Hartmut Mehdorn den vorgesehenen Testbetrieb für den Nordpier abgesagt.

Flughafen Berlin Brandenburg
Á

Ein Vollsperrungsschild mit Bauzaun am Terminal des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg). Der Plan für einen Testbetrieb in einem Seitenflügel des neuen Berliner Hauptstadtflughafens ist vom Tisch.

Foto: dpa/Patrick Pleul

Ab Juli wollte Mehdorn eigentlich den neuen Flughafen im Echtbetrieb testen. Sechs Flüge täglich sollte die Fluggesellschaft Germania von dort starten. Damit sollte ein Großteil der Systeme und Abläufe im Terminal getestet werden. Zwei Genehmigungen fehlen Mehdorn noch für diese Teileröffnung: die Baugenehmigung des Landkreises und die Genehmigung des Aufsichtsrats.

Mangelnde Unterstützung nennt der Flughafenchef denn auch in seinem Mitarbeiterbrief als Grund für die Absage. „Ich habe nach intensiven Gesprächen mit unseren drei Gesellschaftern in den zurückliegenden Tagen den von uns angestrebten Echttest im BER-Nordpier abgesagt“, heißt es in dem Brief. „Wir müssen konstatieren, dass wir für dieses Vorhaben nicht genügend Unterstützung finden konnten.“

Zu spät dran für den Testbetrieb

In seinem Brief verweist er aber auch auf den Zeitplan. Der Aufsichtsrat tage erst im April wieder. „Dann würden wir angesichts der bevorstehenden Beschaffungsprozesse mit dem Test in den Winter rutschen, und das macht operativ keinen Sinn.“ Neben dem Go des Aufsichtsrats wird aber auch die Baugenehmigung des Landkreises nicht vor dem Frühjahr erwartet. Auch die späte Genehmigung des Landkreises ist offenbar hausgemacht. Der Antrag wurde wegen fehlender Unterlagen bereits einmal an die Flughafengesellschaft zurückgegeben und musste nachgebessert werden – zu spät für die Pläne von Hartmut Mehdorn.

Bereits vor dem Brief an seine Mitarbeiter hatte Mehdorn gewarnt, ohne den Test stiegen die Risiken für die Inbetriebnahme des neuen Flughafens. Nun kündigte er an, alternative Testszenarien zu suchen, machte dazu jedoch keine konkreten Angaben. 

Engpässe sind vor der Eröffnung absehbar

Es gab auch gute Nachrichten für den künftigen Hauptstadtflughafen. So teilte die EU-Kommission mit, sie habe die beihilferechtlichen Verfahren wegen vermeintlich unrechtmäßiger staatlicher Subventionen für das BER-Projekt eingestellt. Mehdorn kündigte außerdem an, den alten Flughafen in Schönefeld nach der Eröffnung des Neubaus in Betrieb zu lassen, um dort Billigflieger abzufertigen. Damit will er Engpässe am neuen BER abfangen – die sind offenbar schon vor der Fertigstellung abzusehen. Nicht abzusehen ist dagegen immer noch der Eröffnungstermin. Nach immer wieder verschobenen Terminen war die letzte definitive Aussage Mehdorns dazu, dass er keinen Termin mehr nennen werde.

Anzeige
Von Andrea Ziech
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden