10.11.2015, 13:21 Uhr | 0 |

Patentantrag von Apple Neues iPhone könnte mit Notfallmodus per Fingerabdruck kommen

Das iPhone als Retter in allen Notlagen? Ein Patentantrag von Apple sorgt für Spekulationen um einen so genannten „Panic Mode“ (Panikmodus), der im kommenden iPhone 7 beziehungsweise dem nächsten Betriebssystem iOS 10 integriert sein könnte. Welche Ideen sich das Unternehmen hat schützen lassen, lesen Sie hier. 

Randale beim Fußball
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Randale beim Fußball: Da kann beim harmlosen Zuschauer schon Panik aufkommen. Für brenzlige Situationen hat Apple über einen Panikmodus nachgedacht und dazu einen Patentantrag eingereicht. Darin werden Ideen vorgestellt, wie das Smartphone einem Nutzer im Notfall helfen und ihn schützen kann.

Foto: Friso Gentsch/dpa

In der Straßenbahn drangsalieren Rassisten einen Afrikaner. Ein Augenzeuge drückt mit seinem Daumen unbemerkt auf die Home-Taste des iPhones in seiner Manteltasche. Das Smartphone wählt sich ins Internet ein, alarmiert die Notrufzentrale, lässt sich orten und seine Positionen aufzeichnen. Der ebenfalls per Daumendruck aktivierte Rekorder nimmt derweil die grölenden Stimmen der Gewalttäter auf – zum Beweis oder zur Identifizierung.

Solche und noch ganz andere Szenarien haben sich die Entwickler von Apple wohl ausgedacht, als sie die Möglichkeiten durchspielten, mit denen ein Smartphone einem Nutzer im Notfall helfen und ihn schützen könnte. Eine ganze Reihe solcher Ideen hat das Unternehmen bereits im Mai vergangenen Jahres beim US-Patent- und Markenamt (USPTO) eingereicht. Doch erst jetzt wurde der Patentantrag öffentlich – und hat sofort Spekulationen um das nächste iPhone ausgelöst, das im Herbst kommenden Jahres als iPhone 7 auf den Markt kommen könnte – wenn Apple seine bisherige Strategie beibehält.

Ein bestimmter Finger löst eine bestimmte Aktion aus

Das nächste iPhone, beziehungsweise die nächsten Betriebssystemversion, die vermutlich als „iOS 10“ mit dem neuen iPhone kommen wird, könnte einen so genannten Panikmodus haben, den der Nutzer mit einem Fingerabdruck aktivieren kann. Die Idee: Ein bestimmter Fingerabdruck löst den Notfallmodus und/oder eine bestimmte Funktion aus. Aktuell erlaubt Apples Touch ID die Registrierung von bis zu fünf verschiedenen Fingerabdrücken. Der Nutzer könnte also einen der fünf Finger zum „Notruffinger“ erwählen. Und darauf zählen, dass er in Panik nicht vergisst, welcher Finger es war.

Notsignale und Videos vom Angreifer

Wie im Patentantrag beschrieben, könnte das iPhone daraufhin zum Beispiel auf mehreren Frequenzen ein Notsignal senden. Es könnte sich auf Mobilgeräten potentieller Helfer in der Nähe bemerkbar machen, direkt die nächste Notrufzentrale anwählen, sich orten lassen oder gar eine Trackingfunktion aktivieren, die die Daten live in die Einsatzzentrale der Rettungskräfte sendet.

Eine Hand entsperrt am 25.08.2015 in Berlin mit einer Wischgeste ein iPhone. Foto: Kay Nietfeld/dpa (zu dpa ´BGH entscheidet im Patenstreit zwischen Apple und Motorola») +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Kommt der Panikmodus oder nicht? Bislang gibt es nur Spekulationen, dass er im kommenden iPhone 7 integriert sein könnte. 

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Apple hat darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten formuliert, wie das iPhone im Panikmodus Beweise sammeln und erkennungsdienstlich tätig werden könnte: Per Knopfdruck könnten Kamera und Audiorekorder aktiviert werden, die Bilder, Videos und Töne von involvierten Personen und der Situation aufnehmen und sogar direkt in die Einsatzzentrale streamen könnten.

Wie im Patentantrag nachzulesen ist, dient der Panikmodus auch zum Schutz von Kontakten, Nachrichten, Konten und anderen Userdaten, wenn Diebstahl droht – bei einem Überfall zum Beispiel, oder auch nur im Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt. So könnte das Smartphone zum Beispiel per Daumendruck in einen Betriebsmodus wechseln, der vortäuscht auf Werkseinstellungen zurückgesetzt worden zu sein.

Notruf bei gesperrtem Bildschirm

Die wichtigste technische Voraussetzung für den beschriebenen Panikmodus gibt es schon seit zwei Jahren: Mit dem iPhone 5s, das im Herbst 2013 auf den Markt kam, wurde der Fingerabdrucksensor im Home-Button integriert. Bislang hat das Unternehmen aber noch keine der vielen Ideen für einen Panikmodus per Fingerabdruck realisiert.

Wer heute mit seinem iPhone bei gesperrtem Touchscreen einen Notruf absetzen will, kann – zumindest mit dem iPhone 6s – den Sprachassistenten Siri per Zuruf auffordern den Notruf zu wählen, ohne dass er das Handy dafür überhaupt berühren muss. Ist Siri nicht per Voreinstellung aktiviert, lässt sich der Notruf nur mit mindestens fünf Fingergesten auslösen: einem Wisch über den Sperrbildschirm und einem Tipp auf den Button „Notfall“, der daraufhin unten links erscheint. Die Notrufnummer, die dann per Tastatur gewählt werden muss, lautet bekanntlich 112.

Sehr einfallsreich hat sich die brasilianische Informatikerin Katia Vega mit dem Thema Notruf auseinander gesetzt: Sie hat eine Haarsträhne entwickelt, die bei Berührung bestimmte Befehle an das Smartphone sendet. So lässt sich wirklich unauffällig Hilfe holen oder Verbales aufzeichnen. 

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Von Susanne Neumann
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