15.12.2015, 11:47 Uhr | 0 |

Brand- und Sturzgefahr E-Boards sind ein gefährliches Weihnachtsgeschenk

Sogenannte E-Boards sind das wohl gefährlichste Weihnachtsgeschenk des Jahres: Sie zünden Wohnungen an und führen zu lebensbedrohlichen Stürzen. Lesen Sie hier, warum Behörden Alarm schlagen. 

E-Boards
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E-Boards gibt es schon für rund 300 €. Die Elektronik allerdings ist oft so mangelhaft, dass es zu Stürzen und Bränden kommen kann. 

Foto: smart-balancewheel

Der 21. Oktober 2015 war für Fans des Filmklassikers „Zurück in die Zukunft 2“ ein Feiertag: Denn im Film landete Protagonist Marty McFly an diesem Tag in der Zukunft, nachdem er am 26. Oktober 1985 in eine Zeitmaschine gestiegen war. In dieser Zukunft – unserer Gegenwart ­– fand er ein besonderes technisches Gadget: das Hoverboard ­– ein schwebendes Skateboard. Gibt´s natürlich nicht wirklich. Trotzdem haben zahlreiche Hersteller den Hype genutzt, um etwas Ähnliches auf den Markt zu bringen: sogenannte E-Boards, auch Mini-Segway, Waveboard, Swagway oder eben etwas irreführend Hoverboard genannt.

Fahrer steuert E-Board mit Verlagerung des Körpergewichts

Die Skateboard-ähnlichen E-Boards funktionieren folgendermaßen: Ein Gyroskop in den Trittflächen erkennt, wenn der Fahrer das Körpergewicht nach vorn, hinten oder zu den Seiten hin verlagert, und veranlasst entsprechende Steuerungsbefehle an die Nabenmotoren. Mit Energie aus Lithium-Ionen-Akkus bewegen sie das E-Board dann in die gewünschte Richtung. In der Werbung versprechen Hersteller dank dieser Technologie entspanntes Cruisen im Alltag. Doch die Realität sieht ganz anders aus.

Technikredakteur bricht sich den Arm, 15-Jähriger stirbt 

Während Marken-E-Boards um die 1500 € kosten, sind zahlreiche Billigvarianten schon ab 300 € erhältlich. Ein solches Gerät nahm die Redaktion der Fachzeitschrift c´t unter die Lupe. Nach ersten vielversprechenden Testfahrten folgte prompt der Schock: Die Räder blockierten abrupt, um das Gerät vor Überhitzung zu schützen. Ausrollen Fehlanzeige. Entsprechend flogen die Redakteure auf die Nase – einer musste mit einem komplizierten Ellenbogenbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden.

In London kam es sogar zu einem Todesfall: Ein 15-Jähriger stürzte mit seinem Board, wurde vom Bus überrollt und starb, berichtet die BBC. Bislang ist allerdings unklar, ob die blockierenden Räder schuld am Unglück sind.

E-Boards lösen Wohnungsbrände aus

Und was passiert, wenn der Überhitzungsschutz nicht anspringt und Leute reihenweise stürzen lässt? Dann fangen die Geräte kurzerhand Feuer. In den USA beispielsweise staunte ein Mann nicht schlecht, nachdem er seinem Enkel ein 300 Pfund teures Hoverboard geschenkt hatte.

Beim Laden explodierte das Gerät, berichtet die Daily Mail. In London kam es durch ähnliche Vorfälle bereits zu drei Wohnungsbränden, im US-Bundesstaat Louisiana brannte gleich ein ganzes Haus ab. Die US-Verbraucherschutzorganisation CPSC ist alarmiert und untersucht bereits zehn Unfälle, bei denen die E-Boards Feuer fingen.

Zum Glück reagieren Behörden und Händler: In Großbritannien beispielsweise haben die Behörden von 17.000 eingeführten Hoverboards 15.000 einkassiert. Onlinehändler Amazon hat ebenfalls die Notbremse gezogen und die Boards aus dem Programm genommen. Und auch Fluggesellschaften wie die Lufthansa und Air Berlin erteilen den gefährlichen Geräten Reiseverbot. 

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Von Patrick Schroeder
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