27.07.2015, 13:10 Uhr | 0 |

Nachfolger von Windows 8 Windows 10 kommt Mittwoch: Gesichtserkennung statt Passwort

Nach dem ärgerlichen Betriebssystem Windows 8 werden Nutzer den Nachfolger Windows 10 lieben, glaubt Microsoft-Chef Satya Nadella. Aber das glaubte Microsoft auch schon bei seinem Betriebssystem mit Kacheloptik, das zum Flop wurde. Ab Mittwoch ist Windows 10 zu haben.

Microsoft-Chef Satya Nadella
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Große Hoffnungen setzt Microsoft-Chef Satya Nadella in das neue Betriebssystem Windows 10: „Die Nutzer sollen es lieben.“  Das hoffte Microsoft auch bei Windows 8, das zum großen Ärgernis und Flop wurde.

Foto: Microsoft

Sie warten schon sehnsüchtig auf Windows 10, die Nutzer des verunglückten Betriebssystems 8.0 und des nur wenig verbesserten 8.1. Sie konnten sich schon vor Wochen zum Herunterladen des neuen Betriebssystems anmelden, das so gut sein soll, dass Microsoft die Bezeichnung Windows 9 gleich überspringt.

Um für bessere Stimmung bei den frustrierten Windows-8-Usern zu sorgen, bekommen sie die neue Software gratis, ebenso wie die Windows-7-Nutzer. Ein Jahr bleibt ihnen, auf die neue Version umzusteigen. Alle anderen müssen zahlen, mindestens 110 Euro für die Home-Version und das Doppelte für die Profi-Software. Windows 10 soll nicht nur das beste Betriebssystem aller Zeiten sein. „Die Nutzer sollen es lieben“, so Microsoft-Chef Satya Nadella.

„Hello“ lässt sich nicht überlisten

Eine der wichtigsten Neuerungen: Ein Passwort zum Schutz von Laptop, PC, Tablet, Smartphone, Datenbrille oder Spielekonsole XBox ist nicht mehr nötig. Microsoft hat dem neuen Betriebssystem eine Gesichtserkennung namens „Hello“ spendiert. Voraussetzung für ihre Nutzung ist eine RealSense-Tiefenkamera, die der Prozessorhersteller Intel entwickelt hat.

Sie vergleicht nicht nur die aufgenommenen Bildpunkte mit denen, die hinterlegt sind, sondern berücksichtigt auch die Entfernung. Diese Kamera lässt sich nicht überlisten, haben Redakteure der Fachzeitschrift „c't“ herausgefunden. Hält man ein Foto oder ein 3D-Bild des rechtmäßigen Besitzers vor die Kamera, verweigert „Hello“ den Zugang.

ARCHIV - Handout image released by Microsoft showing Windows 10 devices including PCs, tablets, 2-in-1s, phones, Xbox and two newly-introduced items, the Surface Hub (top L) and the Microsoft HoloLens (top R) during a press conference in Redmond, Washington, USA, 21 January 2015. Photo: EPA/MICROSOFT / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES (zu dpa "Windows 10 startet am 29. Juli" vom 01.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Die Auslieferung von Windows 10 beginnt am Mittwoch. Das System soll auf den verschiedensten Geräten laufen und sich selbstständig anpassen. 

Foto: Microsoft

Einziger Haken: Es gibt kaum Geräte, die mir einer solchen Kamera ausgestattet sind. Im Herbst will Intel allerdings eine Kamera präsentieren, die per USB-Anschluss mit dem jeweiligen Gerät verbunden werden kann. Sie soll weniger als 100 Euro kosten.

Die ungeliebten Kacheln bleiben

Windows 10 soll das können, was bereits die Vorgängerversionen leisten sollten. Das neue Betriebssystem läuft auf allen Geräten. Es passt sich selbstständig an deren Eigenarten an. Auf die ungeliebten Kacheln, die statt des klassischen Desktop-Designs die Version 8.0 zierten, wollte Microsoft allerdings nicht verzichten. Anders als in der Version 8.1, die eine Entscheidung für Kacheln und Klassik ermöglichte, sind jetzt beide Designs miteinander verschmolzen.

Einzug hält mit der neuen Version die digitale Assistentin Cortana. Mit ihr kann sich der Nutzer in normaler Sprache unterhalten. Sie verliest beispielsweise auf eine entsprechende Frage hin den Wetterbericht und trägt Termine ein. Der Web-Browser Explorer, der zunehmend an Bedeutung verlor, weil andere besser sind, wird komplett gestrichen. Abgelöst wird er von „Edge“, der sich, so die Redakteure von c't“, in der Bedienerführung am Google-Web-Browser Chrome orientiert.

Während neue Funktionen nur in jeweils neueren Windows-Versionen zu finden sind, ist es jetzt anders. Per Update werden sie laufend eingebaut, sodass das System nicht mehr veraltet und schließlich nicht mehr unterstützt wird.

Verbessert wird auch die Speicherung aller Daten in einer Cloud, auf die der Nutzer überall Zugriff hat. Wenn er daheim auf der X-Box ein Spiel begonnen hat, soll er es auf dem Weg zu Arbeit im Zug per Tablet fortsetzen können. Kostenlos ist die Cloud aber nur für eine bestimmte Datenmenge.

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Von Wolfgang Kempkens
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