07.01.2016, 08:09 Uhr | 0 |

Software gesucht Wie Ford aus Drohnen Retter in höchster Not machen will

Eingeklemmt nach einem Erdbeben – und dann kommt eine Drohne, sendet die Positionsdaten an die Retter, die dann wenig später zur Stelle sind. Das ist eine tolle Vision, die der Autohersteller Ford in die Tat umsetzen will. Er hat einen Wettbewerb gestartet, um die Software zu entwickeln.

Logo Wettbewerb DJI Developer Challenge
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Ford ruft zum Wettbewerb DJI Developer Challenge auf: Erfinder sollen eine Software entwickeln, die eine Kommunikation zwischen Rettungsfahrzeugen und Aufklärungsdrohne ermöglicht. 

Foto: developer.dji.com

Natürlich geht es auch bei Ford nicht ohne Autos: Denn Pick-ups sind wohl am besten geeignet, um Retter, Material und Drohnen nach einem Erdbeben ans Ziel zu bringen. Dabei schwebt den Ford-Ingenieuren als Rettungssystem der Zukunft ein fahrzeugbasiertes Drohnensystem vor, um die Arbeit der Ersthelfer in schwer zugänglichen Katastrophengebieten zu unterstützen. Die Aufklärungsdrohne, soll Daten liefern, um einen schnellen und möglichst umfassenden Überblick der Lage vor Ort zu erhalten.

Optimales Rettungsszenario

Für Ford sieht das optimale Rettungsszenario der Zukunft so aus: Ein Ford F-150 Pick-up erreicht nach einer Naturkatastrophe in kürzester Zeit die Krisenregion. Über den Touchscreen des Kommunikations- und Entertainmentsystems Ford SYNC 3 setzt der Fahrer dort die Drohne mithilfe einer Ford SYNC AppLink-Anwendung in Bewegung – für die die Wettbewerbsteilnehmer sorgen sollen.

Die Drohne folgt einer vorgegebenen Flugroute und filmt das Notstandsgebiet aus der Luft. Dabei identifiziert sie Überlebende, markiert deren Position auf einer Karte und teilt diese Daten über die Vernetzung mit dem Smartphone seines Operators in Echtzeit mit der Einsatzzentrale, die mit den Informationen weitere Rettungsmaßnahmen starten kann. Während der Fahrer bereits auf dem Weg zur nächsten Lageanalyse ist, kehrt die Drohne selbständig zum Pick-up zurück und steuert den Landeplatz auf der Ladefläche an.

Entwicklung auf Basis der Ford SYNC AppLink oder Open XC

Doch so einfach das klingt: Es fehlt die Software. Deshalb hat Ford jetzt gemeinsam mit dem Drohnen-Hard- und -Softwarehersteller DJI einen Wettbewerb, die DJI Developer Challenge, gestartet. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von umgerechnet 93.000 €.

Bei Null anfangen müssen die Teilnehmer nicht: Die intelligente Echtzeitsteuerung für die Drohnen soll auf der sprachgesteuerten Kommunikationstechnologie Ford SYNC AppLink basieren – oder dem Fahrzeugvernetzungssystem Open XC.

Videoquelle: Ford

Die Ausschreibung ist Teil des bereits 2013 auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas vorgestellten Ford Developer Program. „Bei Ford denken wir in jede Richtung, um das Leben unserer Kunden zu verbessern", betont Ken Washington, als Vizepräsident von Ford zuständig für Forschung und Entwicklung. „Zusammen mit DJI und den Vereinten Nationen arbeiten wir an einem integrierten Drohnen-Fahrzeug-Konzept für das Gemeinwohl.“ 

DJI Developer Challenge startet am 10. Januar

Offizieller Start für den Wettbewerb ist der 10. Januar. Zunächst sollen aus den Bewerbern 25 herausgesucht werden. Diese werden Mitte März mit jeweils einem Entwicklerpaket ausgerüstet, das unter anderem einen Quadrocopter enthält.

Im Mai wird sich entscheiden, welche 15 Teilnehmer es in die nächste Runde schaffen und Mitte Juli wird noch einmal ausgesiebt: Die verbleibenden zehn Bewerber sollen Ende August in der Bay Area in San Francisco ihre Ergebnisse präsentieren.

Weitere Einsatzmöglichkeiten

Dabei sieht Autohersteller Ford für die neue Software weitere Anwendungsmöglichkeiten: Sie könne auch in der Land- und Forstwirtschaft oder bei Brücken-Inspektionen, in der Gebäudetechnik und anderen zivilen Bereichen sinnvoll eingesetzt werden.

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Von Martina Kefer
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