05.01.2016, 14:59 Uhr | 0 |

CES 2016 Toyota hält die Autotüren für Google und Apple fest verschlossen

Toyota als weltgrößter Autohersteller will weiterhin nicht mit Google und Apple bei Car-IT zusammenarbeiten. Während fast alle anderen Hersteller ihre Infotainment-Systeme geöffnet haben, lehnt das Toyota ab, wie der Konzern anlässlich der CES in Las Vegas mitteilte. Dagegen hat Ford seinen Widerstand aufgegeben.

Toyota-Hybridmodelle auf dem Times Square in New York
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Toyota-Hybridmodelle auf dem Times Square in New York: Der japanische Autohersteller öffnet seine Car-IT auch künftig nicht für die Auto-Software von Apple und Google.

Foto: Toyota

Toyota setzt weiterhin auf Ford-Technik, um Smartphones mit den Infotainment-Systemen in seinen Modellen zu verknüpfen. Klingt jetzt ein bisschen verrückt. Ist aber genau so. Ford hat ein eigenes System aufgebaut, das auch für andere Hersteller offen ist und von Toyota favorisiert wird. „Toyota übernimmt Ford Software SmartDeviceLink“, haben die beiden Autohersteller zur Elektronikmesse CES 2016 in Las Vegas gerade mitgeteilt.

Die von Ford entwickelte Open-Source-Software stellt Fahrzeugherstellern eine Schnittstelle zwischen dem Kommunikations- und Entertainmentsystem des Autos und einem Smartphone zur Verfügung. Damit können Autofahrer ihre Smartphones in das Elektroniksystem ihres Wagens einklinken. Die Hände bleiben dort, wo sie beim Fahren hingehören: am Steuer.

Apple will Marktführer im Auto werden

Das Prinzip: Inhalte werden vom Smartphone auf den Bildschirm im Cockpit des Fahrzeugs übertragen. Die Bedienung erfolgt per Sprachsteuerung oder über Lenkradtasten, Dreh- und Druckknöpfe oder Touchscreens. Ferrari war 2014 der erste Autohersteller, der CarPlay serienmäßig in seine neuen Modelle einbindet. 

Apple-Manager Greg Joswiak hatte im gleichen Jahr angekündigt, dass Apple Marktführer für Car-IT werden will. Deshalb lasse sich die Software auch in älteren Automodellen nachrüsten.

Toyota kooperiert nicht mit Google und Apple

Toyota hat Google und Apple den Zugang zu seiner Autoelektronik bislang verweigert und setzt allein auf die Ford-Lösung. Nach Ford-Angaben befassen sich derzeit auch der französische PSA-Konzern mit seinen Automarken Peugeot und Citroën sowie Honda, Mazda und Subaru mit der Möglichkeit, ihre Fahrzeuge mit der Softwarelösung SmartDeviceLink auszurüsten.

„Der größte Vorteil einer gemeinsamen Schnittstelle für die Einbindung und Bedienung von Smartphone-Apps ist, dass wir auf diese Weise einen branchenweiten Standard schaffen“, lehnt sich Don Butler, Ford-Vorstand für Vernetzte Fahrzeuge und Services, aus dem Fenster. Ford habe die Software ganz bewusst als Open Source angelegt, damit sie für jeden Entwickler zugänglich sei.

Ford fährt mehrgleisig

Ford selbst fährt allerdings mehrgleisig. Auf SmartDeviceLink basiert auch die von Ford selbst entwickelte Plattform AppLink, die die Einbindung und Bedienung von Smartphone-Apps per Sprachsteuerung im Fahrzeug ermöglicht. AppLink ist Teil des Kommunikations- und Entertainmentsystems Ford Sync. Anlässlich der CES hat Ford eine neue Version von Ford Sync angekündigt, die Apples CarPlay sowie Googles Android Auto in ausgewählten Fahrzeugen bereits ab der Modellgeneration 2016 unterstützt.

Ford Sync. ist bereits in mehr als fünf Millionen Ford-Fahrzeugen im Einsatz. Bis 2020 sollen rund 28 Millionen Fahrzeuge mit dieser Technologie ausgestattet sein.

Bedienung per Sprachsteuerung

Mit CarPlay und Android Auto haben Apple und Google als Entwickler der mobilen Betriebssysteme iOS (für iPhone/iPad) und Android eigene Schnittstellen entwickelt, die sie den Fahrzeugherstellern zur Anpassung und Integration in deren Modelle anbieten. Mit CarPlay lassen sich zum Beispiel Wegbeschreibungen über die Karten-App abrufen, Nachrichten senden und empfangen sowie Musik hören – alles per Sprachsteuerung Siri oder auch über die Bedienelemente im jeweiligen Fahrzeugmodell.

Brauchen Sie Insider-Tipps zur Bedienung Ihres Android-Handys? Die haben wir hier für Sie zusammengestellt. Und wenn Sie das iPhone nutzen, dann finden Sie hier Tipps und Tricks, die Sie noch nicht kannten.

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Von Susanne Neumann
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