22.01.2015, 10:15 Uhr | 0 |

Smartphone schlägt Alarm Rheinland-Pfalz schützt Bürger mit Katastrophen-App

Als erstes deutsches Flächenland führt Rheinland-Pfalz KatWarn ein: Die kostenlose App des Fraunhofer-Instituts meldet Stürme, Brände und andere Katastrophen in Sekundenschnelle dem Smartphone. Sie gibt auch Verhaltenstipps, damit sich Nutzer in Sicherheit bringen können. 

Bei Großbränden alarmiert die Smartphone-App KatWarn den Besitzer
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Bei Großbränden alarmiert die Smartphone-App KatWarn den Besitzer: Sie informiert ihn, wie weit er vom Unfall entfernt ist und was er tun sollte. 

Foto: dpa/Ritchie B. Tongo

Die Landkarte auf dem Display leuchtet rot auf. „Großbrand“ meldet das Smartphone und zeigt auch an, wie weit der Besitzer vom Ort des Unglücks entfernt ist. Außerdem enthält die Warnung auch Hinweise zum Verhalten, etwa: Fenster schließen, in der Wohnung bleiben, auf aktuelle Hinweise im Radio achten.

Die App „KatWarn“ gibt es schon seit fünf Jahren, entwickelt hat sie das Berliner Fraunhofer-Institut Fokus im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft. Bislang aber ist sie wenig verbreitet: Nur die Stadtstaaten Berlin und Hamburg haben sie per Senatsbeschluss flächendeckend eingeführt. Hinzu kommen einige Städte und Landkreise in verschiedenen Bundesländern, deren lokale Behörden bei Unglücksfällen die Smartphone-Meldungen verbreiten. Darunter sind in Nordrhein-Westfalen beispielsweise die Kreise Herford und Paderborn, in Schleswig-Holstein die Stadt Emden und der Landkreis Leer.

Deutscher Wetterdienst nutzt App für Unwetterwarnungen

Jetzt führt Rheinland-Pfalz auf Beschluss des Innenministeriums als erstes Flächenland den kostenlosen Service ein. Zuständig für die Warnungen sind unterschiedliche Behörden. Auch der Deutsche Wetterdienst nutzt die App für Unwetterwarnungen. So sollen Nutzer schnellstmöglich etwa vor Stürmen oder Hagel gewarnt werden, damit sie noch schnell Gartenmöbel sichern oder das Auto in die Garage fahren können.

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Ob Chemieunfall oder Waldbrand: Über die kostenlose App KatWarn gelangen Informationen zu Katastrophen blitzschnell aufs Smartphone. Rheinland-Pfalz bietet nun als erstes Flächenland die Warnungen an.

Foto: dpa/Fredrik von Erichsen

KatWarn kann die Warnung nicht nur für den jeweils aktuellen Standort aussenden, sondern auch für bis zu sieben vorher bestimmte Orte wie etwa Arbeitsplatz oder Kita. Die Meldungen können per E-Mail weitergeleitet oder zum Beispiel über Twitter und Facebook geteilt werden.

Information auch für Neugierige

Die App ermittelt nicht den ganz exakten Standort des Smartphone-Besitzers, weil sie kein GPS-Signal abruft. Es wird lediglich die Funkzelle registriert, in der sich das Handy gerade befindet, so dass ein Umkreis von etwa einem Kilometer abgedeckt ist.

KatWarn dient im Übrigen auch als Informationsservice für Neugierige: Wer etwa eine Rauchsäule in der Ferne aufsteigen sieht und sich fragt, was da los ist, kann über den Dienst auch Warnungen aus der weiteren Umgebung abfragen. Die App kann in den Betriebssystemen iOS, Android und Windows genutzt werden.

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Von Werner Gosch
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