26.08.2014, 16:56 Uhr | 0 |

App für Wohngemeinschaften Digitale WG-Kasse statt lästiger Zettelwirtschaft

Stunk in der WG: Die gemeinsame Kasse ist leer. Dennis hat daraus die letzten zehn Euro genommen, um Kaffee zu kaufen. Jana trinkt aber keinen Kaffee und will das ein für alle Mal berücksichtigt wissen, wenn sie ihren Beitrag zum Wiederauffüllen des gemeinsamen Topfes leisten soll. Die Situation entspannen könnte künftig eine App namens FlatMate. Als digitale Kasse gedacht vereinfache sie das Thema Finanzen in WGs radikal, versprechen die Entwickler. 

WG-Leben gestern
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WG-Leben gestern: Zu einer modernen Studenten-WG wird künftig wohl auch die kostenlose FlatMate-App gehören. Damit lässt sich das Einkaufen und Verwalten der gemeinsamen WG-Haushaltskasse einfach stemmen. 

Foto: Stadt Köln

Und das funktioniert so: Ein auserwählter Administrator richtet eine neue WG-Gruppe ein und lädt seine Mitbewohner zur Teilnahme. Wer kein Smartphone besitzt und die FlatMate somit nicht nutzen kann, wird per E-Mail zur Teilnahme eingeladen und über alle Vorgänge informiert. Jedes Gruppenmitglied kann ab sofort jede Ausgabe eintragen, die es getätigt hat. Erfasst wird der Posten grundsätzlich über die Angaben, was gekauft wurde, was es gekostet hat und wer davon profitiert.

Der Zahltag kann jederzeit auf Abruf stattfinden

Bei der Eingabe muss der Posten vorgegebenen Kategorien zugeordnet werden, wie „Essen & Trinken“, „Fixkosten“ oder „Instandhaltungen“. „Alkohol“ ist hier übrigens eine eigene Kategorie ... Die Anteile der Ausgaben in einer Kategorie an den Gesamtausgaben lassen sich in einem Kreisdiagramm aufrufen. Zum Abrechnen ermittelt die App alle Differenzen zwischen den Mitgliedern und errechnet, wer wem wieviel zahlen muss: Der Zahltag kann jederzeit auf Abruf stattfinden. Tatsächlich getätigte Zahlungen sind in der Anwendung abzuhaken. Nach Begleichung aller Schulden und Bestätigung werden die Salden aller Mitglieder wieder auf 0 Euro gesetzt, die digitale Kassenzettelwirtschaft beginnt von vorne.

Übersichtlich im Design und intuitiv zu bedienen zeigt die App hier und da jedoch noch Lücken. So müssen auch konstante Fixkosten und die Miete nach Begleichung jedes Mal wieder neu eingetragen werden. Außerdem lassen sich die Datensätze zu den einzelnen eingetragenen Ausgaben nur komplett löschen und nicht im Nachhinein noch bearbeiten. Das Entwicklerteam arbeite jedoch bereits an einem Update, in dem die Bearbeitung von Datensätzen möglich sein soll, informiert Niklas Priddat von “MateApps” auf Rückfrage von ingenieur.de. Auch die Idee, die Angaben zu Fixkosten und Miete als sich wiederholende Ausgaben zu programmieren, werde er im Team besprechen.

Seit dem 24. August lässt sich die App FlatMate kostenlos herunterladen. Es gibt sie in einer Version fürs iPhone und in einer für Smartphones und Computer mit dem Betriebssystem Android. Die Inhalte lassen sich per Cloud synchronisieren – auch zwischen iOS- und Android-Geräten. Erdacht und programmiert wurde die App von vier Studenten der Wirtschaftswissenschaften und der Informatik. Sie studieren an der Technischen Universität Dortmund und der Universität Witten/Herdecke.

TravelMate und BestMate erscheinen in zwei Monaten

Und haben bereits ihr eigenes StartUp „MateApps“ gegründet. Derzeit arbeiten sie an der Entwicklung weiterer Applikationen: Am 31. Oktober sollen TravelMate und BestMate erscheinen. BestMate wird das Gründen mehrerer Gruppen nebeneinander ermöglichen, informieren die Entwickler. So könnten beispielsweise die Kosten bei großen Festen unkompliziert und fair untereinander aufgeteilt werden. TravelMate wird speziell für gemeinsame Reisen konzipiert. Ein integrierter Währungsrechner soll helfen, an Ort und Stelle den Überblick über die Urlaubsausgaben zu wahren.

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Von Susanne Neumann
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