10.01.2017, 11:44 Uhr | 0 |

Smartphone statt Glimmstängel Diese Spiele-App könnte Sie zum Nichtraucher machen

Na, wie sieht es aus mit Ihren guten Vorsätzen für 2017? Gehört das Nichtrauchen auch dazu? Alle Jahre wieder – und bislang erfolglos? Jetzt gibt es eine App nach dem Motto „Spielen statt rauchen“. Ob das funktioniert? 

App Cigbreak Free
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Zum Smartphone statt zur Zigarette greifen: Britische Forscher haben eine Spiele-App entwickelt, die Rauchern helfen soll, sich von dem Laster zu befreien.

Foto: Kingston University London

Sie haben schon Nikotinpflaster oder Kaugummis ausprobiert – und für untauglich befunden. Gummibärchen und Schokolade als Ersatzdrogen können Sie sich wegen der sichtbaren Nebenwirkungen auf der Hüfte nicht leisten. Dann greifen Sie doch statt zum Glimmstängel künftig zum Smartphone. Zugegeben, das klingt zunächst einmal nicht so verlockend. Aber warum nicht zumindest versuchsweise die neue App herunterladen. Kostet ja nix.

Ablenkung für Hände und Kopf

Dafür vereint das kleine Programm Spiel und Spaß mit hintergründigen Gesundheitsbotschaften. Auch sind Hände und Kopf zunächst einmal beschäftigt, wenn der Drang zu rauchen übermächtig zu werden scheint. Aber ob die Spiele-App gegen die Sucht wirklich anstinken kann? Potenzial ist offenbar vorhanden: In London kommt    die App namens Cigbreak Free bereits in fünf Gemeinden bei offiziellen Entwöhnungsprogrammen zum Einsatz.

Warum gerade in London? Weil die Idee „Spielen statt rauchen“ von den beiden Londoner Wissenschaftlern Hope Caton von der Kingston Universität und Robert Walton von der Queen Mary Universität stammt. Sie ist Spieleexpertin, er Mediziner. Aufgebaut ist das Spiel nach gängigem Muster. Die User müssen Aufgaben wie das Durchbrechen von Zigaretten erfüllen, um Punkte zu gewinnen und höhere Level zu erreichen.

Erfolgserlebnisse beim Spiel wichtig

Ganz wichtig bei dieser Art der Rauchentwöhnung soll das Erleben von Erfolgen beim Spiel sein. So gibt es halt auf dem Smartphone eine Belohnung, wenn sich der Raucher auf Entzug im Spiel gesund verhält. Caton: „Wer versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, hat gerade am Anfang kaum Erfolgserlebnisse, sondern spürt nur Verlangen. Man lebt zwar gesünder, aber das ist nicht so befriedigend, wie die Nachricht zu gewinnen oder einen Goldstern verliehen zu bekommen.“

Mit welcher Wucht eine App Verhalten verändern kann, dass konnte man im Sommer 2016 staunend erleben, als Horden von Menschen jeden Alters plötzlich Pixelmonstern hinterherjagten, die per Smartphone-Kamera in die reale Umgebung projiziert werden: Pokémon Go brachte ansonsten auf dem Sofa festgetackerte Spieler wieder an die frische Luft. Wenn auch mit leicht gesenktem Kopf und aufs Handy fixierten Augen...

Dreimonatige Studie gestartet

Im Spiel enthalten sind insgesamt 37 Techniken, mit denen sich das eigene Verhalten ändern lassen soll. Und man kann sich auch ausrechnen lassen, wie viel Geld man durch den Verzicht aufs Rauchen sparen kann.

Ob es dank Cigbreak Free demnächst weltweit kaum noch Raucher gibt, ist eher unwahrscheinlich. Zumal  die App bislang nur in Großbritannien zur Verfügung steht. Doch erste Erfahrungen haben gezeigt, dass das Spiel tatsächlich helfen kann. Laut Caton gab es Raucher, die ihren Konsum von 25 Zigaretten am Tag ganz eingestellt haben, andere schafften es immerhin, ihren Zigarettenbedarf drastisch bis auf zu vier Stück pro Tag zu reduzieren.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann zündet sich am 30.11.2011 mit einem Feuerzeug eine Zigarette an. Foto: Robert Schlesinger/dpa (zu dpa «Studie: Schon wenige Zigaretten pro Tag können das Leben verkürzen" vom 06.12.2016) Foto: Robert Schlesinger/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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In einer dreimonatigen Studie soll jetzt kontrolliert werden, wie hoch die Erfolgsquote ist, wenn Raucher versuchen, zu spielen statt zu qualmen.

Foto: Robert Schlesinger/dpa

Wie hoch die Erfolgsquote genau ist, wollen Caton und Walton jetzt in einer dreimonatigen Pilotstudie untersuchen. Und vielleicht gibt es die App danach auch hierzulande. Und dann können Sie sich Ihr eigenes von blauem Dunst befreites Bild machen...

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Von Martina Kefer
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