06.06.2017, 12:23 Uhr | 0 |

Kauf bei Snapbot und online Vorsicht! Jetzt wird auch in Deutschland mit der Sonnenbrille gefilmt und gesnapt

Es gab mal Zeiten, da waren verspiegelte Sonnenbrillen ein Aufreger – können deren Träger doch ungeniert gaffen, ohne dabei ertappt zu werden. Schnee von gestern. Heute gibt es die Kamera-Sonnenbrille Spectacle passend zur Foto- und Videoapp Snapchat. Per Knopfdruck wird gefilmt und das Ergebnis kann gleich übers Smartphone ins Netz hochgeladen werden. 

Spectacles
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Spectacles: Die Brille der Betreiberfirma Snap liegt am 2. Juni 2017 in Berlin auf einem Tisch. Auf Knopfdruck kann der Besitzer bis zu zehn Sekunden lange Videos aufnehmen, die dann bei Snapchat hochgeladen werden können. Die Kamera sitzt im linken Brillenbügel. Rechts leuchtet bei Aufnahme dann ein Licht auf. Die Kamera-Sonnenbrille wird nun in Europa in gelben Automaten – sogenannten Snapbots – angeboten und kostet 149,99 Euro. 

Foto: Paul Zinken/dpa

Privatsphäre, Datenschutz – danach fragt keiner mehr. Wer in der Öffentlichkeit unterwegs ist, muss damit rechnen, ungefragt als Filmdarsteller herhalten zu müssen. Der Hersteller jedenfalls hat keine Problem damit. Im Gegenteil animiert er seine Kunden, das Gesehene doch schnell zu teilen. „Mit den Spectacles können besondere Momente aus der eigenen Perspektive mit einem einzigen Knopfdruck festgehalten, mit dem eigenen Snapchat-Account synchronisiert und dort mit Freunden geteilt werden.“ Und genau das wird passieren.

Erster mobiler Verkaufsautomat in Berlin

Immerhin stehen die Snapchat-Bilder und Videos nur kurz im Netz. Nach dem Anschauen werden sie innerhalb von zehn Sekunden gelöscht. Sie können auch nur einmal vom Empfänger angeschaut werden. Bislang hat der Gefilmte und Fotografierte immerhin mitbekommen, wenn er per Smartphone aufgenommen wurde. Die Spectacles-Brille erlaubt es jetzt, praktisch unbemerkt zu filmen.

Zu kaufen gibt es die Kamerabrillen in sogenannten Snapbots. Das sind mobile knallgelbe Verkaufsautomaten, die für kurze Zeit an verschiedenen Orten auftauchen.  Der erste Snapbot in Deutschland war am 2. Juni in Berlin vor dem Hochseilgarten MountMitte zu finden.

Und wo steht er heute? Da müssen Sie hier nachschauen. Dort werden jeweils 24 Stunden vor der Installation an einem neuen Standort die Adressen der Snapbots gepostet. Wer lieber bequemer und unbeobachtet eine Spectacle kaufen möchte, kann sie auch online bestellen.

Film ab – und LED leuchtet

Wie die Brille funktioniert? Einfach die Taste auf dem linken Brillenbügel auf Schläfenhöhe drücken. Und schon legt die eingebaute Weitwinkelkamera los. Zehn Sekunden lang. Insgesamt kann die Laufzeit auf bis zu 30 Sekunden ausgedehnt werden.

Eine Leuchte um die Kameralinse herum zeigt der Umgebung an, dass gerade ein Video aufgenommen wird. Immerhin also eine Warnblinkanlage für kamerascheue potenzielle Filmprotagonisten...

Über WLAN und Bluetooth überspielen

Spectacles erstellt und speichert die sogenannten Snaps in einem neuen kreisförmigen Videoformat. Es soll das erfasste Sehfeld des menschlichen Auges nachahmen. Mit Spectacles aufgenommene Snaps können anschließend drahtlos in den Snapchat Bereich „Memories“ importiert werden.

Anschließend können diese mit Doodles, verfügbaren Filtern, Stickern oder Beschriftungen bearbeitet und über Snapchat geteilt beziehungsweise zur eigenen Story gepostet werden.

Das Überspielen von Snaps auf ein Android-Gerät findet via WLAN statt. Der Transfer zu iOS-Endgeräten funktioniert primär per Bluetooth. Snaps mit höherer Auflösung lassen sich auch mit WLAN übertragen. Mit Spectacles erstellte Videos lassen sich auch auf das eigene Smartphone downloaden. Und noch eine Information im Kleingedruckten: Aufgenommene Snaps werden solange in der „Memories“-Ablage gespeichert, bis der Nutzer sie löscht.

Die Spectacles-Brille kostet 149,99 Euro, zum Lieferumfang der Brille gehören eine Ladestation, ein Ladekabel, ein Reinigungstuch sowie eine Kurzanleitung. In den USA sind die filmenden Brillen seit Herbst 2016 auf dem Markt. Bis Anfang Mai dieses Jahres sind laut Hersteller fünf Millionen Videoclips gemacht worden...

Und hier finden Sie einen Bericht zur AVG-Brille,  die vor unerwünschter Identifizierungschützen soll.

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Von Martina Kefer
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