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14.04.2015, 13:29 Uhr | 0 |

Hairware steuert Smartphone Streichen über Hightech-Haarsträhne sendet Notruf

Wenn brasilianische Frauen demnächst mit der Hand durchs Haar streichen, könnte dies einen Notruf absetzen. Oder das Gespräch wird unbemerkt aufgenommen. Die brasilianische Informatikerin Katia Vega hat eine Haarsträhne entwickelt, die bei Berührung bestimmte Befehle an das Smartphone sendet. 

Hairware – Zwirbeln mit einer Haarsträhne
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Durch das Zwirbeln mit der Haarsträhne kann man eine Aufnahme des Gespräches durch das Smartphone auslösen, ohne dass dies der Gesprächspartner bemerkt.

Foto: Beauty Tech

Die Computerexpertin und Designerin Katia Vega aus Rio de Janeiro hat mit ihrem Unternehmen Beauty Tech eine smarte Haarsträhne entwickelt, die wirklich ganz ungewöhnliche Fähigkeiten hat. Ihre Idee: Das Streichen einer oder mehreren Haarsträhnen aktiviert bestimmte vorprogrammierte Aktivitäten eines Smartphones. „Hairware funktioniert mit einem Touch-Sensor, der unterschiedliche Bewegungen auf dem Haar erkennt und spezielle Algorithmen nutzt, um die Absichten des Trägers zu deuten", erklärt Vega.

Hairware kann durch Berührung des Haares Notruf absetzen

Vor allem in Notfällen kann die sensible Haarsträhne, deren Farbe an das Echthaar angepasst wird und deshalb kaum auffällt, wertvolle Hilfe leisten. So kann durch eine bestimmte Berührung der Haare ein Notruf ausgelöst werden, der auch den Aufenthaltsort durchgibt. Auch ein Gespräch kann unbemerkt mitgeschnitten werden, in dem über die Haarsträhne die Aufnahme des Smartphones gestartet wird. Und alles völlig unauffällig, ohne dass die Umwelt davon Notiz nehmen muss.

Doch auch andere Funktionen lassen sich durch Berührung der Haare steuern. So kann man eine App aufrufen, ein Selfie machen oder eine Nachricht versenden. Bei langen Haaren ist es möglich, den einzelnen Haarbereichen Funktionen zuzuweisen, die je nach Berührungsart ausgelöst werden.

Smartes Kunsthaar sendet Befehle an das Smartphone

Die Kunsthaare sind in Wahrheit feine Drähte, die von einer dem Haar ähnelnden Schicht überzogen sind. Die Drähte werden mit einer speziellen Haarklammer verbunden, in der auch das Bluetooth-Modul untergebraucht ist, das die Verbindung zum Smartphone herstellt.

Die Kunsthaare werden möglichst unauffällig in die eigene Frisur eingearbeitet. Sobald die Haarsträhnen und damit auch die Drahtsensoren berührt werden, werden die vorher programmierten Funktionen ausgelöst. Dazu nutzt Vega bei den Kunsthaaren arduino-basierte Elektronik. Berührt die Hand die Haare, ändert sich das Schwingverhalten des eingebauten Schwingkreises und ein entsprechendes Signal löst dann den Befehl im Smartphone aus.

„Jede Berührung der Extension (Haarsträhne) wird vom integrierten kapazitiven Sensor erkannt“, so Vega. „Sobald ein Finger Hairware berührt, verursacht das eine Verzögerung im Signal. Genau diese Verzögerung wird dann mithilfe des Mikrokontrollers berechnet", so die Informatikerin.

Auszeichnung „Best Demo“ für Hairware

Auf der Konferenz „Intelligent User Interfaces“ in Atlanta Ende März präsentierte Vega ihr neues Konzept und erhielt für ihren Hairware-Prototypen die Auszeichnung „Best Demo“.

Jetzt plant Vega die kommerzielle Umsetzung ihrer Erfindung. Dabei plant sie auch eine Variante für Männer. Bei ihnen sollen die Sensoren jedoch nicht im Kopfhaar, sondern in den Bart eingeflochten werden.

Die künstlichen Haarsträhnen sind übrigens nicht die ersten smarten Schönheitsprodukte der Brasilianerin. Sie hat auch schon künstliche Wimpern und Fingernägel mit eingebauten Sensoren entwickelt.

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Von Petra Funk
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