27.11.2014, 11:54 Uhr | 0 |

Smartwatches Sony will bewegliches E-Ink-Display übers ganze Armband legen

Wegen ihrer klobigen Erscheinung, kurzer Akkulaufzeit und recht hohen Preisen ist der Absatz von Smartwatches, die Daten und Services vom eigenen Handy empfangen, noch eher gering. Sony setzt nun mehr auf Design als auf Funktion, um den Markt anzukurbeln.

Samsung "Gear S" Smartwatches wurden im September auf der Elektronikmesse IFA in Berlin getestet.
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Bislang führen Smartwatches eher ein Schattendasein, Bestseller gibt es noch keine. 

Foto: Rainer Jensen/dpa

Die aktuellen Smartwatches erinnern an Armbanduhren aus den frühen 80er Jahren. Eckige, große Zahlenanzeigen statt Zeigern. Uhren, wie sie der Informatik-Student zum karierten Hemd trug. Heute heißen die Nerds, und fast nur die kaufen offenbar bislang Smartwatches, die die Daten und Services vom Smartphone empfangen können. Dieses aus der Zeit gefallene Design hat Sony nun offenbar als Hauptgrund für den bislang schwachen Absatz der Geräte erkannt.

Nach einem Bericht des Wirtschaftsdienstes Bloomberg jedenfalls wollen die Japaner wahrscheinlich nächstes Jahr eine Smartwatch auf den Markt bringen, die über ein bewegliches E-Ink-Display verfügt, das über das komplette Armband reichen soll. Das eigentliche Gerät könnte damit kleiner werden, die Gestaltung schlanker und hipper. Und das Display ist besonders gut lesbar.

Akku soll länger halten

Weiterer Vorteil der E-Ink-Technik, die bisher vor allem auf E-Book-Readern genutzt wird: Sie ist energiesparend, weil sie im Ruhemodus fast keinen Strom verbraucht. Bislang müssen Smartwatches meist schon nach einem, maximal nach zwei Tagen wieder aufgeladen werden.

Laut Bloomberg hat Sony eine eigene Abteilung aufgebaut, die sich mit der Weiterentwicklung der Smartwatch befassen soll. Das Unternehmen selbst wollte den Bericht nicht kommentieren. Allein ein Gerät mit E-Ink-Display inklusive Armband wäre jedenfalls noch nicht die große Revolution: Ein solches hat auch das japanische Start-up Fashion Entertainments schon in Arbeit.

Aktuelles Modell mit GPS und Spracherkennung

Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ wurden in diesem Jahr bislang 22 Millionen Smartwatches verkauft – für den globalen Markt ist das eine recht kleine Zahl. Sony selbst hat mit seinem aktuellen, dieses Jahr auf der IFA in Berlin vorgestellten Gerät auch noch nicht für allzu großes Aufsehen sorgen können.

Das Modell „SmartWatch 3 SWR50“ etwa hat ein 4,1 Zentimeter großes Display und verfügt über eine Spracherkennung, beispielsweise zur Beantwortung von E-Mails. Es ist mit GPS ausgestattet, das auch ohne ein Smartphone in der Nähe funktionieren soll, und hat einen vier Gigabyte großen Speicher beispielsweise für Musik, die über Kopfhörer oder Bluetooth gehört werden kann.

Das klotzige Erscheinungsbild hat der Hersteller allerdings noch nicht überwinden können. Einziges Design-Plus des neuen Modells: Man kann auswechselbare Metall- oder Silikonarmbänder dazukaufen.

Konkurrent Apple kommt im nächsten Jahr mit seiner „Watch“ auf den Markt, die optisch ganz bewusst an eine klassische Uhr mitsamt Krone an der Seite angelehnt ist. Das kleine Rädchen ist nicht nur Schmuck, sondern ein Bedienelement. 

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Von Werner Grosch
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