20.11.2015, 12:31 Uhr | 0 |

iFixit gibt volle Punktzahl So leicht lässt sich das Fairphone 2 reparieren

Das Fairphone 2 hat vom Analysten iFixit als erstes Smartphone überhaupt die volle Punktzahl für Reparaturfreundlichkeit erhalten. Zehn von zehn möglichen Punkten gab es für die Niederländer. Was hat die Tester derart überzeugt? 

Fairphone 2: transparent, fair und einfach zu reparieren.
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Fairphone 2: transparent, fair und einfach zu reparieren.

Foto: Fairphone/CC BY-NC-SA

Klarer Sieg für das Fairphone 2: Die Analystenfirma iFixit hat das neue fair hergestellte Smartphone auseinandergenommen und vergibt zehn von zehn möglichen Punkten. Damit ist das Fairphone 2 das erste Smartphone überhaupt, welches diese Bestnote einheimst.

iFixit hat sich darauf spezialisiert, technische Geräte auf ihre Reparaturfähigkeit zu untersuchen. Jetzt musste das neue Smartphone des niederländischen Herstellers Fairphone mit Sitz in Amsterdam daran glauben. Gnadenlos haben die Analysten das Fairphone 2 in seine Einzelteile zerlegt.

Ein Schraubenzieher reicht

Überraschendes Ergebnis: Es reicht ein einziger Schraubenzieher, um dieses Fairphone der zweiten Generation komplett auseinanderzunehmen. Und alle Schrauben sind gleich lang, so dass es selbst dann schadlos bleibt, wenn beim erneuten Zusammensetzen Schrauben vertauscht werden.

Display und Batterie lassen sich beim Fairphone 2 sogar ohne Werkzeug austauschen. So kann die hintere Verkleidung des Handys ohne Hilfsmittel entfernt und die Batterie entnommen werden. Das Display wird einfach mittels kleiner Clips abgenommen.

Lebensdauer von fünf Jahren angestrebt

Für die weiteren Module, das sind Mikrofon, Kamera und Lautsprecher, ist ein einfacher Kreuz-Schraubenzieher erforderlich, ebenso wie für das gesamte Innenleben dieses Telefons. Das Unternehmen liefert sein faires Smartphone gleich mit einer eigenen Reparaturanleitung aus.

Es ist das erklärte Ziel des Herstellers, dass das mobile Gerät auf eine Lebensdauer von fünf Jahren kommt. Das ist anspruchsvoll und in der heutigen Zeit eine gefühlte Ewigkeit.

Konfliktfreie Produktion der Materialien

Den Niederländern geht es jedoch nicht nur um die Lebensdauer des Telefons. Viele der im Smartphone verbauten Materialien können zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden. Zinn und Tantal stammen laut Angaben des Herstellers aus konfliktfreier Produktion in der Demokratischen Republik Kongo.

Wer jetzt bei Fairphone vorbestellt, wird das Telefon mit der iFixit-Bestnote im Januar 2016 erhalten.

Modular aufgebaut

Das Telefon ist in Module eingeteilt, was die Reparatur enorm erleichtert. Wer nicht gerade über zwei linke Hände verfügt, kann im Falle eines Defekts das schadhafte Modul einfach austauschen, anstatt das ganze Gerät zum Hersteller zurückschicken zu müssen. Ersatzmodule sollen um die 20 bis 30 € kosten, ein neues Display 85 €. Das Fairphone 2 wird allerdings mit 525 € auch deutlich teurer als die Vorgängerversion vom Mai 2013 mit 325 €.

Erstes Fairphone war wesentlich schlechter

Das erste Fairphone schnitt im iFixit-Test auch deutlich schlechter ab. Es erhielt nur sieben von zehn möglichen Punkten. Damit lag es gleichauf mit dem aktuellen iPhone 6s von Apple.

Und soviel zur Technik im Fairphone 2: Es hat einen fünf Zoll großen Display, läuft mit dem Betriebssystem Android 5.1 Lollipop, hat zwei SIM-Karten-Slots und 32 Gigabyte internen Speicher, der sich mit einer Micro-SD-Karte erweitern lässt.

Nur Mikrofon und USB-Anschluss gelötet

Die Analysten von iFixit haben auch die einzelnen Module auseinandergenommen. Es zeigt sich, dass einige Sub-Module in diesen Modulen ebenfalls recht leicht auszutauschen sind. So verbinden Federkontakte den Vibrationsmotor und den Lautsprecher mit einem der Module.

Nur das Mikrofon und der USB-Anschluss sind aufgelötet. „Der USB-Anschluss benötigt die zusätzliche Stabilität und hat deutlich mehr Kontakte als ein Lautsprecher“, erklärt iFixit.

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Von Detlef Stoller
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