30.10.2013, 16:15 Uhr | 0 |

Rekord in greifbarer Nähe Smartphone-Absatz könnte 2013 die Milliardenmarke knacken

258,4 Millionen Smartphones wurden im dritten Quartal 2013 verkauft. Hält der Trend an, rückt Ende des Jahres die Milliardengrenze in greifbare Nähe. Platzhirsch am Markt ist Samsung.

Smartphoneabsatz könnte 2013 Milliardenmarke erreichen
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Hält der Boom an, könnte der weltweite Smartphone-Absatz dieses Jahr erstmals die Milliardenmarke erreichen. Erfolgreichstes Unternehmen am Markt ist Samsung, gefolgt von Apple. Nokia hingegen verliert an Boden. 

Foto: dpa/Angelika Warmuth

Zwischen Juni und September dieses Jahres stieg der weltweite Absatz der Smartphones auf 258,4 Millionen. Ein sattes Plus von 38,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist der Spitzenwert aus dem zweiten Quartal 2013 noch einmal um neun Prozent übertroffen worden, meldet das US-amerikanische Marktforschungsinstitut International Data Corporation (IDC). 

„Das dritte Quartal war deutlich besser als das Vorquartal, das in Bezug auf die Verkaufszahlen auch schon ein Rekordquartal war, was den tatsächlichen Schwung des Smartphonemarkts zeigt“, erklärt Ryan Reith, Program Director bei IDC. China habe sich vor allem durch günstige Android-Smartphones zu einem der am schnellsten wachsenden Smartphonemärkte weltweit entwickelt und einen Anteil von mehr als 33 Prozent erreicht. „Wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt.”

IDC zufolge wird sich der Smartphonemarkt auch im vierten Quartal positiv entwickeln. „Wir sagen ein weiteres Rekordquartal und -jahr voraus“, ergänzte IDC-Analyst Ramon Llamas. „Nach einem bereits starken dritten Quartal und mit mehreren Anbietern, die neue Flaggschiff-Modelle herausbringen, wird der Markt dieses Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Einheiten erreichen. Angesichts von einer halben Milliarde Einheiten im Jahr 2011 ist das ein bedeutender Meilenstein.“ 

Samsung verkauft mehr Smartphones als Apple, Huawei, Lenovo und LG zusammen

Unangefochtener Platzhirsch am Markt ist Samsung. Mit 81,2 Millionen Smartphones, das entspricht einem Zuwachs um 40,5 Prozent, lieferte das koreanische Unternehmen mehr Smartphones aus, als Apple, Huawei, Lenovo und LG zusammen. 

Apples Marktanteil hingegen schrumpfte trotz des Verkaufsrekords der iPhones um 0,7 Prozent auf 13,1 Prozent. Damit erzielte der Konzern als einziges Unternehmen ein Wachstum unterhalb des Branchendurchschnitts von 38,8 Prozent. Die Smartphone-Zwerge Huawei, Lenovo und LG legten hingegen jeweils um mehr als 70 Prozent zu.

Neun Milliarden Euro für 35 Millionen neue Mobiltelefone

Auch hierzulande boomt der Mobilfunkmarkt: Die Deutschen kauften für insgesamt fast neun Milliarden Euro knapp 35 Millionen Smartphones. „Smartphones befinden sich im Dauerboom“, sagt Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Hightech-Verbandes Bitkom. Und auch in Deutschland dominiert Samsung den Markt. Im August 2013 setzten 48 Prozent der etwa 60 Millionen Mobiltelefonnutzer auf ein Gerät der Südkoreaner. Direkt danach kommt Apple. Fast jeder achte Mobiltelefonierer hat ein iPhone in der Tasche.

Das iPhone sowie die Samsung-Modelle Galaxy S3 und S4 führen bei allen Unternehmen die Liste der am meisten abgesetzten Geräte in diesem Jahr. Das zeigt das aktuelle Ranking des Diensteanbieters Mobilcom-Debitel. Dort stehen auf den Plätzen eins bis fünf das Samsung Galaxy S3 mini, der große Bruder Samsung Galaxy S3, das aktuelle Top-Telefon Samsung Galaxy S4, Apples iPhone 5 und das neue Galaxy S4 mini. 

Die Samsung-Dominanz hat auch Folgen für die Positionierung der Betriebssysteme der Mobiltelefone. Dank Samsung ist der Anteil des Google-Betriebssystem Android inzwischen auf 63 Prozent gestiegen. Apple liegt bei 19 Prozent, allerdings mit leicht fallender Tendenz.

Samsung verdoppelt Werbeausgaben

Der Erfolg von Samsung ist kein Zufall: 3,1 Milliarden Euro investierte der Konzern allein im vergangenen Jahr in Werbung – viermal mehr als Konkurrent Apple. „Samsung und Apple haben ihre Werbeausgaben in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. Aber Samsung auf einem viel höheren Niveau“, erklärt der rumänisch-amerikanische Analyst Horacde Dediu. Dazu kommen weitere 3,8 Milliarden Euro Verkaufsförderung, zum Beispiel für gute Plätze in den Verkaufsregalen der Händler.

Nokia verliert an Boden

Zwar nutzt immer noch jeder fünfte Mobiltelefonnutzer in Deutschland ein Nokia-Gerät, aber im Neugeschäft spielt die künftige Microsoft-Tochterfirma keine wesentliche Rolle mehr. „Nokia-Smartphones liegen bei uns im einstelligen Prozentbereich“, heißt es bei einem großen Netzbetreiber. 

Nokia versucht gerade mit seinen Asha-Modellen im Billigsegment die Zahlen aufzuhübschen. Eine riskante Strategie mit Nebenwirkungen: Der durchschnittliche Verkaufspreis aller weltweit verkauften Nokia-Geräte beträgt nur noch 45 Euro. Samsung dagegen streicht mit jedem verkauften Telefon 220 Euro Umsatz ein, Apple mit seinen iPhones sogar 440 Euro.

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Von Detlef Stoller
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