29.09.2014, 12:53 Uhr | 0 |

iPhone verschlüsselt Daten New York Times: iPhone 6 will die NSA ausschließen

Selbst der US-Geheimdienst NSA muss draußen bleiben: Das neue iPhone 6 verschlüsselt nach einem Bericht der New York Times Dokumente wie E-Mails, Fotos, Kontakte und Notizen anhand eines komplexen Algorithmus, den selbst Apple nicht knacken kann. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes FBI habe bereits protestiert.

Apple Store in Dallas
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Apple Store in Dallas in den USA: Nach einem Bericht der New York Times verfügt das neue iPhone 6 von Apple über eine Verschlüsselungstechnik, die angeblich sogar die NSA nicht knacken kann.

Foto: dpa/Larry W. Smith

Werde Apple aufgefordert, verschlüsselte Inhalte auf einem iPhone 6 für Geheimdienste oder im Rahmen des Gesetzesvollzug zugänglich zu machen, informiere das Unternehmen nun, dass das nur mit dem Code des Handybesitzers gehe, berichtet die New York Times. „Es beunruhigt mich, dass Unternehmen etwas vermarkten, das Leuten ausdrücklich erlaubt sich über das Gesetz zu stellen“, wird FBI-Chef James B. Comey zitiert.

Neue Verschlüsselungstechnik ohne Hintertür für die NSA

Die Verschlüsselungsmethode, die auf dem iPhone 6 und im neuen Betriebssystem iOS 8 verwendet wird, lasse keine Hintertür mehr offen, durch die Geheimdienste an verschlüsselte Dokumente gelangen können. Bislang hatten Apple und auch Google solche Hintertüren von sich aus in ihren Systemen eingebaut, meldet die New York Times weiter. Allerdings ist nicht ganz klar, ob das auch für Gespräche gilt.

Man müsse sich die Verschlüsselungsmethode wie eine ganze Reihe von Schließfächern vorstellen, erklärte Sicherheitsexperte Jonathan Zdziarski gegenüber der New York Times. In älteren Versionen von iOS habe es immer ein offenes Schließfach gegeben, auf das Apple Zugriff hatte und Dateien wie Fotos, Anruferlisten oder Notizen auf richterliche Anordnung hin zugänglich machen konnte. Dieser Zugang sei selbst Apple nun versperrt. Ohne den Code des Handybesitzers lasse sich kein Dokument mehr entschlüsseln.

iPhone-Nutzer können eigenen Verschlüsselungscode eingeben

Um die Verschlüsselungsmöglichkeiten des neuen iPhones auszunutzen, muss der Benutzer in den allgemeinen Einstellungen unter „Touch ID & Code“ den „Einfachen Code“, also den üblichen Vierstelligen, deaktivieren und stattdessen einen möglichst langen Code aus Buchstaben, Zahlen und Zeichen eingeben.

Die Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hatten weltweit Misstrauen gegenüber amerikanischer Hard- und Software geschürt. Wie es aussieht, könnte Apple eine neue Unternehmenspolitik haben, die da lautet: Will man auf dem globalen Markt überleben, müssen die Kunden sicher sein, dass ihre Daten sicher sind. Überarbeitete Datenschutzrichtlinien, die Apple kurz vor Erscheinen von iOS 8 herausgegeben hat, unterstreichen, dass der Schutz persönlicher Daten Priorität habe. 

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Von Susanne Neumann
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