04.08.2016, 11:26 Uhr | 0 |

Stories nur 24 Stunden sichtbar Neue Funktion: Facebook-Tochter Instagram kopiert Snapchat

Wenn die Konkurrenz sich nicht kaufen lässt, wird sie halt kopiert: Die Facebook-Tochter Instagram hat sich unverblümt bei Snapchat bedient und bietet nun eine Funktion an, wie sie der Konkurrent schon hat. Dabei bleiben Fotos und Videos nur für 24 Stunden sichtbar. 

Instagram "Stories"
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Das Foto-Netzwerk Instagram hat sein Angebot um die Funktion "Stories" erweitert, die an den Konkurrenten Snapchat erinnert. Nutzer können dabei Fotos und Videos für eine Slideshow zusammenstellen, wie das Unternehmen in einem Blogeintrag mitteilte. 

Foto: Instagram/dpa

Das neue Feature von Instagram ist nicht nur sehr weitgehend identisch mit dem von Snapchat, es heißt auch noch genauso: „Stories“. In einem Blog hat Instagram diese Woche die Funktion angekündigt, in der Fotos und Videos als eine Art Diashow zusammengefügt werden.

Der Anbieter wirbt vor allem damit, dass Nutzer sich keine Sorgen mehr über „Overposting“ machen müssten. Den ganzen Tag lang könnten sie ihre Kreativität ausleben und ihr Bildmaterial jetzt auch mit Text und gemalten Elementen versehen – nach 24 Stunden verschwinden die Inhalte und tauchen weder im Nutzerprofil noch sonst irgendwo mehr auf. Weiterer Unterschied zu den herkömmlichen Posts bei Instagram ist, dass es keine Likes und öffentlichen Kommentare zu den Stories gibt. Farbige Ringe um die Profilbilder der User zeigen an, ob es in ihren Stories etwas Neues gibt.

Snapchat lehnte Übernahmeangebot ab

Faszinierend ist die Lässigkeit, mit der Instagram hier Snapchat kopiert – ohne jedes Bemühen um Verschleierung. Wozu auch. Schutzrechte sind hier offenbar nicht berührt, und eine bahnbrechende technische Neuerung sind Stories nun auch nicht. Andererseits setzt die Facebook-Tochter hier ein deutliches Signal: Wer uns ablehnt, den können wir auch kleinkriegen. Denn vor ein paar Jahren hat Snapchat ein Übernahmeangebot von Facebook über drei Milliarden Dollar abgelehnt. Seither ist der Dienst, der sich ganz auf den schnellen Austausch von Fotos und Videos spezialisiert hat, massiv gewachsen.

ARCHIV - ILLUSTRATION - Karlotta hält am 11.05.2016 in Freiburg (Baden-Württemberg) ein Smartphone Samsung S5 mit Icon der Apps Instagram und Snapchat auf dem Display in der Hand. Foto: Patrick Seeger/dpa (zu dpa "Snapchat lässt Nutzer Fotos speichern" vom 07.07.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Snapchat soll inzwischen 150 Millionen Nutzer weltweit haben.

Foto: Patrick Seeger/dpa

150 Millionen Nutzer soll Snapchat mittlerweile weltweit haben. Für die Branche ist das eine relevante Größe, für ein Unternehmen der Facebook-Familie indes kaum beängstigend, wie eine einzige Zahl zeigt: Seit der Übernahme von Instagram durch das Zuckerberg-Imperium vor vier Jahren hat sich die Mitgliederzahl des Bilderdienstes laut Spiegel Online versechzehnfacht – auf rund 500 Millionen.

Weltweite Verfügbarkeit angekündigt

Facebook will nun offenbar wieder mal seine schiere Marktmacht nutzen. 1,7 Milliarden registrierte Nutzer hat der Mutterkonzern von Instagram nach eigenen Angaben inzwischen. Und weil man davon ausgehen kann, dass praktisch jeder Instagram-User auch einen Facebook-Account hat, rechnen Branchenkenner damit, dass die Trägheit der Kundschaft siegt. Motto: Warum sollte ich mir Snapchat zulegen, wenn ich dasselbe ohne zusätzlichen Anbieter kriegen kann.

Instagram Stories soll innerhalb der kommenden Wochen weltweit verfügbar gemacht werden. Was man damit alles machen kann, zeigt das Unternehmen im hauseigenen Blog. Zum Beispiel Katzenvideos, in denen man eine gezeichnete Maus einbaut. Oder Herzchen im Foto der Kumpels. Ein „Hmmm“ im Bild von einer Pizza. Bleibt zu hoffen, dass die Nutzer selbst kreativer sind…

Die Facebook-App und der separate Messenger verbrauchen übrigens unverhältnismäßig viel Strom. Durch sie werden auch die anderen Apps auf dem Smartphone langsamer. Alternativen, bei denen der Akku aufatmen kann, finden Sie hier.

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Von Werner Grosch
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