02.03.2015, 13:22 Uhr | 0 |

Ikea nutzt Qi-Standard Möbel von Ikea können Smartphones künftig drahtlos aufladen

Ab Mitte April gibt es bei Ikea Tische und Lampen mit integrierter drahtloser Ladestation zu kaufen. Legt man das Smartphone darauf ab, lädt es sich automatisch auf. Ikea hat sich für die Ladetechnologie Qi entschieden, aber weltweit ist die Schlacht um den Standard für kabelloses Aufladen noch nicht geschlagen.

Backen und Laden eines Smartphones
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Das hat sich die Dame des Hauses schon lange gewünscht: Backen und Laden auf dem Küchentisch. Möglich macht das nun das neue Ladebrettchen von Ikea.

Foto: Ikea

Jugendliches Design und attraktiver Preis – das waren bisher die Verkaufsargumente, die aus dem schwedischen Möbelhersteller Ikea einen multinationalen Einrichtungskonzern gemacht haben. Ab Mitte April bietet Ikea in Europa und Nordamerika nun auch smarte Möbel an, worüber sich besonders Smartphone- und Tabletbesitzer freuen werden. In einer Design-Kollektion mit Tischen und Lampen ist eine Ladestation integriert, mit der das Handy drahtlos aufgeladen wird. Eine Technik, an der auch andere Hersteller arbeiten. Auch slowenische Techniker haben beispielsweise einen Fuß fürs Tablet entwickelt, der per Spule kabellos Smartphones und Tablets laden kann. 

Mit der Qi-Ladetechnik lassen sich bis zu 15 Watt Leistung übertragen

Kabel werden dann keine mehr benötigt. Es genügt, das Smartphone auf eine bestimmte Stelle des Möbels zu legen, das an eine Steckdose angeschlossen sein muss. Räumlich müssen beide Geräte, die Ladestation im Möbel und das zu ladende Gerät, eng miteinander verbunden sein. Deshalb ist der Ladepunkt auf dem Möbel mit einem X markiert. Legt man das Smartphone darauf ab, wird dessen Akku über elektromagnetische Induktion aufgeladen.

Das funktioniert, indem eine Spule in dem mit dem Stromnetz verbundenen Möbel ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt. Eine zweite Spule im Handy wandelt die Energie aus dem Magnetfeld wieder in elektrische Energie und lädt damit den Akku auf.

Das dauert insgesamt länger als per Kabel und tut der Lebensdauer des Akkus nicht gut, aber der praktische Aspekt des drahtlosen Aufladens dürfte für die meisten Handybesitzer einen besonderen Reiz haben. Ikea hat sich für die weit verbreitete Qi-Technik entschieden, mit der sich bis zu 15 Watt Leistung übertragen lassen.

Rund 80 Smartphone-Modelle unterstützen den Qi-Standard

Bislang sollen rund 80 Smartphone-Modelle diesen Standard unterstützen, darunter sind Modelle von Google Nexus, HTC, Samsung und Nokia. Für Geräte, die mit Qi bislang nicht kompatibel sind wie das iPhone wird es eigene Ladeoberflächen geben, die genauso wie die smarten Möbel funktionieren. Sogar eine Dreier-Ladestation, die an einen Mehrfachstecker erinnert, wird es geben.

Bisher hat Ikea die Qi-Technik in diversen Lampen, darunter auch Boden- und Schreibtischlampen, sowie in Schreibtischen aus der Serie Micke und in Beistelltischen verbaut. Die Möbelstücke mit der integrierten Ladestation sind etwa 20 Euro teurer als ihre nicht so smarten Kollegen.

Neben Qi gibt es zwei Konkurrenten auf dem Gebiet der Wireless Power

Mit der Entscheidung für Qi hat Ikea die weltweite Schlacht um die Vormachtstellung des Standrads für drahtloses Aufladen angeheizt. Qi, das im Chinesischen Lebensenergie bedeutet, ist der Standard, den das Wireless Power Consortium (WPC) entwickelt hat. Das WPC wurde 2008 gegründet und hat mittlerweile nach eigenen Angaben über 200 Unternehmen als Mitglieder, darunter Samsung, Microsoft und jetzt auch Ikea.

Dann gibt es aber noch die beiden Konkurrenten Power Matters Alliance (PMA) und die Alliance for Wireless Power (A4WP). In den USA ist die PMA stark, weil sie unter anderem vom Unternehmen Duracell Powermat, das Produkte für kabelloses Laden vertreibt, unterstützt wird. Außerdem hat sich PMA mit Starbucks zusammengetan und im vergangenen Jahr in amerikanischen Starbucks-Filialen drahtlose Auflademöglichkeiten eingebaut.

PMA hatte letztes Jahr angekündigt auch nach Europa expandieren zu wollen. PMA und A4WP haben vor einem Jahr darüber hinaus ein Abkommen zur Zusammenarbeit beschlossen. Zwar sollen die beiden Gremien jeweils unabhängig voneinander bestehen bleiben, aber jedes Gremium soll die Technik des anderen nutzen dürfen. Eine ernsthafte Konkurrenz für Qi, das bislang noch auf die größte Unterstützung verweisen kann.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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