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22.10.2013, 13:34 Uhr | 0 |

Der Tag der Tablets Microsoft, Apple und Nokia präsentieren am gleichen Tag ihre neuen Geräte

Am heutigen Dienstag läuten drei Größen der Mobilbranche eine neue Runde im Kampf um Marktanteile bei Tablets ein: Apple stellt zwei neue iPads vor, Nokia sein erstes Windows-Tablet und Microsoft startet den Verkauf der zweiten Generation von Surface-Tablets – überschattet von heftigen Geburtswehen der neuen Version des Mobilbetriebssystems Windows RT 8.1.

Zwei junge Chinesen nutzen ein Tablet auf dem Motorrad
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Zwei junge Chinesen mit Tablet auf dem Motorrad: Am Dienstag ist weltweiter Tablet-Day. Apple stellt seine neuen iPads vor, Microsoft-Tochter Nokia seine ersten Windows-Tablets und Microsoft seine Surface-Geräte. Damit dürfte sich die Konkurrenz auf dem Tablet-Markt weiter verschärfen.

Foto: Rolex dela Pena/dpa

Der Kampf um Marktanteile im Mobilgeschäft geht heute mit gleich drei Events weiter. Platzhirsch Apple stellt in San Francisco seine neuen iPads vor, in Abu Dhabi präsentiert Nokia seine neuen Geräte unter dem Microsoft-Betriebssystem Windows. Auch für Microsoft ist der heutige Tablet-Day ein Meilenstein, denn der Verkauf der zweiten Generation des Windows-Tablets Surface startet ebenfalls heute.

Apple weiter ohne nennenswerte Innovation

Die Ausgangslage ist klar: Apple ist bei den Tablets trotz unangemessen hoher Preise noch immer Marktführer, aber inzwischen durch die starke Android-Konkurrenz im zweiten Quartal dieses Jahres auf nur noch 32 % Marktanteil in diesem Segment gefallen. Vor dreieinhalb Jahren hatte Apple noch keine Konkurrenz zu seinem iPad und vor einem Jahr deckte der Konzern immerhin noch 60 % des Tablet-Marktes ab – eine rasante Talfahrt.

Wirklich Neues wird Apple auch heute im Yerba Buena Center von San Francisco nicht zeigen können. Man erwartet ein iPad mini mit besserem Bildschirm und seinen generalüberholten größeren Bruder. Das läuft aber alles nur unter Produktpflege – von echter Innovation ist bei Apple weit und breit nichts zu sehen.

Der Hauptunterschied der neuen Apple-Modelle zu den Produkten der Wettbewerber ist und bleibt weiterhin das Preis-Leistungsverhältnis. Vergleichbare Technik und Funktionalität sind bei den Android-Herstellern um rund ein Drittel günstiger zu haben. Es war eben schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu habe.

Nokia mit Achtungserfolgen

Die Mobilfunkabteilung des Nokia-Konzerns wurde inzwischen von Microsoft zum Schnäppchenpreis übernommen. Und die Finnen konnten auch endlich wieder einen Achtungserfolg erringen: Sie haben den schwächelnden, früher unter „Research in Motion“ (RIM) firmierenden Technologie-Marktführers Blackberry überholt.

Das verdanken sie im Wesentlichen den Lumia-Smartphones mit Windows-Betriebssystemen, von denen im letzten Quartal immerhin 8 Millionen Stück abgesetzt werden konnten. Es ist zwar nur ein Bruchteil der Absatzzahlen der iOS- und Android-Marktführer Apple und Samsung, aber zumindest geht es aufwärts.

Mit der heutigen Vorstellung eines Phablets und eines Tablets unter Windows RT wächst die Lumia-Reihe jetzt auch in diese beiden Segmente des Mobilgerätemarktes hinein. Nokia versucht so, seine Basis zu vergrößern. Ob das gelingt, beobachtet auch die neue Mutter Microsoft gespannt.

Microsoft Surface die Zweite

Microsoft hat bei seinem Betriebssystem Windows 8 so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Und auch die erste eigene Hardware-Produktion, die Surface-Tablets, floppten auf dem Markt. Fast eine Milliarde Dollar musste der Softwareriese auf dem Weg zum Hardwareproduzenten abschreiben.

Zeitgleich zu den Produktvorstellungen der neu adoptierten Microsoft-Tochter Nokia und des Konkurrenten Apple startet Microsoft heute den Verkauf der zweiten Generation seiner Surface-Tablets. Und wieder stellt sich der Konzern aus Redmond (noch) unter Führung von Steve Ballmer selbst ein Bein: Der zeitgleiche Start der neuesten Betriebssystemsversion Windows RT 8.1 entwickelt sich zu einem regelrechten Fiasko.

Fehlstart bei Windows 8

Schon wegen der ersten Katastrophe mit Windows 8.0 und den darauf basierenden ersten Surface-Modellen musste Microsoft-CEO Steve Ballmer letztlich seinen Abschied einreichen. Das Betriebssystem erzielte kaum Akzeptanz bei den Kunden und die Surface RT-Modelle lagen wie Blei in den Regalen. Dritthersteller verabschiedeten sich reihenweise von ihren gerade erst aufgelegten Windows 8-Tablets.

Der gegen alle Einsprüche der Kundschaft durchgeprügelte Wegfall des Windows-Startknopfes kostete Microsoft viel Geld und Marktanteile und seinen CEO den Arbeitsplatz.

Windows RT 8.1 zurückgezogen: Geräte stürzen ab

Gelernt haben die Redmonder daraus aber immer noch nicht: Unter Windows 8.1 gibt es den Startknopf zwar wieder, aber er ist jetzt das, was Insider einen „Fake“ und Normalmenschen einen Etikettenschwindel nennen: Beim Antippen kommt nicht etwa das von den Benutzern erwartete Startmenü, sondern die ungeliebte Kacheloberfläche aus dem Hause Microsoft.

Auch die hat jetzt ein neues Etikett bekommen und heißt nun nicht mehr „Metro“, sondern „Modern UI“ – ob das die Akzeptanz wirklich erhöht, bleibt fraglich.

Schlimmer noch sind aber die Probleme der Kunden mit dem neuen Betriebssystem Windows RT 8.1, das seit letzter Woche über den Windows Store verteilt wird und auch die Softwarebasis der neuen Tablets von Microsoft und Nokia darstellt. Viele Benutzer, die ihr Surface RT in den letzten Tagen upgedatet haben, konnten ihre Tablets danach nicht mehr starten. Ein Bootfehler mit dem Fehlercode 0xc000000d lässt die Geräte reihenweise abstürzen.

Diese Probleme sind so gravierend, dass Microsoft seit gestern sogar ein knapp 4 GByte großes Surface-RT-Recovery-Image zum Download anbietet, das die Tablets nach einem gescheiterten Update wieder flott machen soll. Die beiliegende Installationsanleitung erklärt den überforderten Kunden, wie sie mit Hilfe dieses Images einen USB-Stick bootfähig machen können und beschreibt, wie man die Geräte zum Laufen bekommt, die bei jedem Bootversuch mit Fehlercode 0xc000000d abstürzen.

Aus dem Windows Store wurde die 8.1er RT-Version inzwischen entfernt. Wann ein bereinigtes Update dort eingestellt wird, kann noch niemand sagen. Das sind keine guten Voraussetzungen für den Verkaufsstart von Tablets mit Windows RT 8.1.

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Von Klaus Ahrens
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