19.02.2015, 15:33 Uhr | 0 |

Zwei Wochen Pilotversuch Katastrophen-App „Sirene 2.0“ wird in NRW getestet

In einem zweiwöchiger Pilotversuch testet NRW die Katastrophen-App „Sirene 2.0“. Über die App sollen künftig Bürger mittels Smartphone vor Gefahren wie Bränden oder Unwetter gewarnt werden. Ob das funktioniert, wird in den Feuerwehrleistellen in Düsseldorf und Gütersloh ausprobiert.

Einsatzkräfte der Feuerwehr Frankfurt bei einem Einsatz in der Uniklinik
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Einsatzkräfte der Feuerwehr Frankfurt bei einem Einsatz in der Uniklinik: In Rheinland-Pfalz gibt es bereits das flächendeckende Warnsystem KatWarn, das per App Warnmeldungen auf Smartphones schickt. In NRW wird jetzt das Alternativsystem Sirene 2.0 getestet.

Foto: Boris Roessler/dpa

An diesem Donnerstag hat der zweiwöchige Pilotversuch begonnen. Die App mit dem Namen „Sirene 2.0“ wurde vom Bundesamt für Bevölkerungshilfe und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn entwickelt und soll die Bürger vor Gefahren wie Chemieunfällen, Unwetter oder Bränden in ihrer Region warnen. Zunächst wird die App in den Feuerwehrleistellen Düsseldorf und Gütersloh mit etwa 200 Testpersonen ausprobiert. Wenn das klappt, könnte Sirene 2.0 bald allen Bundesbürgern kostenlos zur Verfügung stehen.

Jede Feuerwehrleitstelle kann über Sirene 2.0 Warnungen verschicken

Mit der neuen App bekommen die Feuerwehrleistellen vor Ort die Möglichkeit, die Bürger ihrer Region sehr zielgenau über mögliche Gefahren zu informieren. Flächendeckende Warnungen vor Unwetter, Hochwasser oder bei giftigen Chemieunfällen können nach dem derzeitigen System von den Sendestellen bei den Innenministerien von Bund und Ländern und dem BBK in Bonn abgesetzt werden. Diese Gefahrenmeldungen erreichen dann in kürzester Zeit die Rundfunkanstalten, Internetanbieter, Presseagenturen und Pagingdienste. Mit Sirene 2.0 soll künftig auch jede Leitstelle direkt Warnungen verschicken können.

Die Feuerwehrleitstelle kann dann über eine Landkarte am Computer die Region bestimmen, in der die Bürger gewarnt werden sollen, etwa bei Großbränden, giftigen Dämpfen, schweren Verkehrsunfällen oder Erdbeben. Diese Nachricht erhält der Nutzer von Sirene 2.0 dann direkt auf sein Smartphone, inklusive Hinweisen auf Ansprechpartner und Verhaltensempfehlungen. Auch der Deutsche Wetterdienst und das Bundesamt für Seeschifffahrt können bei Unwetter, Waldbränden oder Hochwasser Gefahrenmeldungen in das System einspeisen.

Der Nutzer kann regionale oder auch deutschlandweite Meldungen sehen

Die Katastrophen-App ist für die Betriebssysteme iOS und Android entwickelt worden. Es soll auch eine eigene Web-App geben für diejenigen, die kein Smartphone besitzen. Die App kann der Nutzer nach seinen Bedürfnissen konfigurieren und so zum Beispiel entscheiden, mit welchem Ton er gewarnt werden möchte oder ob ihm deutschlandweite oder nur regionale Meldungen angezeigt werden sollen. Auch im eigenen Netzwerk, etwa über SMS oder auf Facebook, können die Nachrichten weitergeleitet werden.

Die Feuerwehr versucht am 03.02.2014 auf der Autobahn A45 bei Haiger (Hessen) einen brennenden Sattelzug zu löschen. Die Autobahn war für mehr als zehn Stunden gesperrt. Ein technischer Defekt der Bremsen hatte den Auflieger des Lastwagens am Abend in Flammen aufgehen lassen, wie die Polizei in Gießen mitteilte. Foto: Jörg Fritsch/dpa (zu lhe "A45 nach Brand von Sattelzug mehr als zehn Stunden gesperrt" vom 04.02.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Mit sogenannten Katastrophen-Apps können Feuerwehr und Polizei alle Handynutzer in einem bestimmten Regionen vor einer Gefahr warnen. Die App Sirene 2.0 wird jetzt in Nordrhein-Westfalen erprobt.

Foto: Jörg Fritsch/dpa

In Nordrhein-Westfalen sei geplant, dass alle Leitstellen mit dem modularen Warnsystem ausgestattet werden, sagte die Sprecherin des BBK, Ursula Fuchs. Zunächst aber wird Sirene 2.0 zwei Wochen lang getestet. Wenn die App reibungslos läuft, könnte sie im Sommer für Apple- und Android-Geräte kostenlos verfügbar sein. Bei 38 Millionen deutschen Smartphone-Besitzern und 77 Prozent, die das Internet nutzen, wäre die Reichweite bei bundesweiter Einführung größer als für das Fernsehen oder Radio.

Ähnliche App „KatWarn“ wurde in Rheinland-Pfalz bereits eingeführt

Doch Sirene 2.0 ist nicht die einzige Technik, um Bürger bei Gefahren flächendeckend zu warnen. Eine ähnliche App mit dem Namen „KatWarn“ wurde erst letzten Monat von Rheinland-Pfalz flächendeckend als kostenloser Service eingeführt. Entwickelt wurde KatWarn vom Berliner Fraunhofer-Institut Fokus im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft. Auch Berlin, Hamburg und einige Städte und Landkreise in verschiedenen Bundesländern, darunter auch Kommunen in NRW, nutzen die App bereits.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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